Moderner Klassiger: Funkferngesteuertes Spielzeug

Um die Zeit der Kinder konkurrieren das Fernsehen, die Spielkonsole und zwei Buchstaben. „RC“ steht aber nicht nur für „remote controlled“, also funkferngesteuert, sondern auch für Bewegung, Geschicklichkeit, frische Luft und Basteln.

Funkferngesteuerte Spielzeuge sind ein moderner Klassiker im Kinderzimmer. Die bunten, teils skurril anmutenden kleinen Flitzer und Flieger von heute haben ihren Ursprung übrigens in den Händen Nikola Teslas, mit welchen er 1898 das erste funkferngesteuerte Gerät der Welt erschuf. Es war ein über einen halben Meter langes, nicht unbedingt schönes Schiffsmodell, welches er noch im selben Jahr in New York der Öffentlichkeit präsentierte.
Seitdem hat sich natürlich viel getan, dank Miniaturisierung und Elektronisierung sind die RC-Spielzeuge heute leistungsfähiger, kostengünstiger und vielfältiger gestaltet als je zuvor. Das liegt aber auch an der verbesserten Akku-Technologie, die schwere Blei- oder Nickel-Cadmium-Akkus gehören nun der Vergangenheit an.

Mehrzellige Lithium-Polymer-Akkus (LiPo) sind die Energiespender von heute und ganz nebenbei ein guter Indikator für Ausdauer, Leistungsfähigkeit und Wertigkeit eines Spielzeugs. Mit herkömmlichen Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMh) ist ein langer Spielspaß kaum möglich, vor allem wenn das Spielzeug ein anspruchsvolles, ein energiehungriges ist.

Eine Tiefentladung ist grundsätzlich zu vermeiden, wenn der Rennwagen also an Höchstgeschwindigkeit verliert, gilt es die Ladestation aufzusuchen, auch wenn der Nachwuchs natürlich noch liebend gern weiterspielen möchte. Wechselbare Akkus sind da natürlich ein Ausweg, leider sind diese vor allem in sehr niedrigpreisigen Spielzeugen kaum vorzufinden. Um einen langen Spielspaß zu erlangen, sollte man beim Kauf also darauf achten, ob der Akku-Pack wechselbar ist oder ob es wenigstens Ersatzakkus gibt, die man gegebenenfalls unter Zuhilfenahme eines Schraubendrehers verbauen kann.

Mehrkanalspaß

Um den Begriff „Kanal“ kommt man bei RC-Spielzeug nicht herum, er wirkt abstrakt, ist aber an sich ganz einfach, denn es handelt sich um einen Datenübertragungsweg mit einer speziellen Frequenz, ganz so wie bei Funkgeräten. Anstelle von Mikro und Lautsprecher gibt es in den RC-Spielzeugen aber sogenannte Servos. Diese Hilfsmotoren empfangen die Daten und setzen die Befehle um. Für das Lenken und das Beschleunigen bei RC-Autos ist jeweils ein Servo zuständig, was heißt, dass hierfür schon eine 2-Kanal-Fernsteuerung ausreicht.

Um Flugmodelle erfolgreich und gut steuern zu können, ist neben etwas Übung und möglichst wenig Wind auch mindestens ein dritter Kanal nötig, besser ein vierter. Wenn man die volle Bewegungsfreiheit will sogar noch ein fünfter (für das Gieren, das Rollen, für Seiten- und Höhenruder, dazu die Rotordrehzahl), wobei für Zusatzfunktionen natürlich weitere Kanäle benötigt werden können.

Spätestens hier wird klar, dass man die Komplexität nicht unterschätzen sollte, schnell ist man im Profi-Bereich angekommen, also bei den Spielzeugen für Hobbyflieger und Rennsportler. Ein voll funktionsfähiger Modell-Helikopter ist nicht leicht zu steuern und bedarf eines Anwenders, der über eine gute räumliche Orientierung verfügt, zudem auch über ein gewisses Budget.

Für Junge und Jungegebliebene

Am besten infiziert man sich frühzeitig im Alter von 3 bis 4 Jahren mit dem RC-Virus. Ein kleines, robustes, quietschbuntes Auto für rund 30 Euro, welches optimaler Weise beleuchtet ist und (abschaltbare) Geräusche von sich gibt, eignet sich hierfür wunderbar. Als ABC-Schütze steigt man auf einen flotten Sportwagen oder ein über Wege und Bordsteinkanten rasendes Stunt-Auto um, 50 Euro sind hier mindestens zu investieren. Danach hebt man dann mit einem kleinen 3-Kanal-Helicopter oder Motorflieger der Einsteigerklasse ab. Gute Modelle gibt es schon für unter 100 Euro.

Der Weg zum mit einem Verbrennungsmotor ausgestatteten 6-Kanal-Kunstflieger ist dann vorgezeichnet. Der Einstieg vor allen in die voll im Trend liegenden Mini-Helikopter ist heute übrigens ein ganz leichter, denn die alte Infrarotsteuerung und die nicht ganz so alten 27-MHz-Steuerungen (lange Antennen) sind beinahe komplett durch die moderne 2,4 Gigahertz-Funktechnologie mit ihren Stummel-Antennen abgelöst. Vor allem bei der Reichweite hat dies enorme Vorteile. Außerdem weisen quasi nur noch Billigstmodelle (die für 20 ode 30 Euro beim Discounter) das Problem auf, dass der Heli sich um die eigene Horizontalachse („Gierachse“) dreht und somit quasi unsteuerbar ist.

Die meisten Modelle sind „ready-to-fly“, also sofort einsatzbereit, die Flugzeit beträgt bei den modernen Geräten in vielen Fällen etwa 7 Minuten, die Ladezeit rund eine Stunde – es ist zukünftig natürlich eine Steigerung zu erwarten, die LiPo-Technologie wird ja stetig weiterentwickelt. Auch die Freunde des Wassers werden auf der Suche nach dem passenden Schiff schnell fündig, von der detailgetreuen Segeljacht bis zum rasend schnellen Power-Boat, vom kleinen Jet-Ski-Flitzer bis hin zum Feuerwehrboot samt Wasserpumpe reicht die Auswahl.

Für den Spaß daheim oder im Garten sorgt eine mittlerweile fast unüberschaubar große Anzahl von Autos und auto-ähnlichen Vehikeln, die mit allerlei kuriosen Funktionen aufwarten. Vom Kettenzusatzantrieb (Erkundungsmission nach der Kissenschlacht) bis hin zum Überschlag-auf-Knopfdruck reicht die Palette. Auch bei den Amphibienfahrzeugen geht es kunterbunt zu, ob Buggys, Quads oder Luftkissenboote – ein regnerischer Herbsttag birgt dann für den Nachwuchs einen ganz eigenen Charme.

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