In unserem Kompaktbackofen-Test zeigte sich, dass die Wärmeverteilung darüber entscheidet, ob die zubereiteten Lebensmittel genauso gut wie in einem großen Backofen werden. Der KB 23 ECO glänzt nicht nur in diesem Bereich.

Das Testgerät

Steba KB 23 ECO EUR 109,00

 
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© Auerbach Verlag, Steba
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Bildquelle: © Auerbach Verlag, Steba

Ein Kompaktbackofen hat nicht nur überall dort eine Daseinsberechtigung, wo es an einem großen Backofen fehlt, also im Campingwagen, der Studentenbude mit kleiner Kochzeile oder dem Gartenhäuschen. Als energiesparende Alternative ist er eigentlich für jeden interessant, der häufiger das Volumen seines Backofens der Einbauküche nicht ausschöpft.

Ein Kompaktbackofen ist also für Energiebewusste ohnehin eine Überlegung wert, der KB 23 ECO von Steba soll aber dank Doppel-Glastür und spezieller Isolierung besonders sparsam sein und gegenüber seinem Vorgängermodell rund ein Drittel weniger Energie verbrauchen. Ob diese Zahl stimmt, konnten wir nicht überprüfen, aber dass der Ofen einen guten Ökologiewert aufweist, können wir bestätigen.

Leicht unterkühlt

Wie bei eigentlich allen Kompaktbacköfen befinden sich an der Front drei Drehknöpfe, mit denen schnell alle notwendigen Einstellungen vorgenommen werden können: Dauer, Betriebsmodus und Temperatur. Die von uns eingestellten und überprüften Temperaturen erreichte er allerdings nicht – immer blieb er um einige Grad kühler.

Vielleicht ist die Einhaltung der europäischen Sicherheitsnorm DIN EN 60335-2-9 A13 dafür verantwortlich. Diese regelt und begrenzt die Außentemperatur an berührbaren, nichtfunktionalen heißen Oberflächen ortsveränderlicher Kochgeräte. Je größer die Temperatur aber im Innern eines Ofens, umso schwieriger ist es, das Gerät so zu isolieren, dass die Temperatur der außen liegenden Flächen ein bestimmtes Niveau nicht überschreitet. Auch nach einer Stunde Betrieb erreichte der KB23 ECO nur eine Temperatur von gut 60 Grad Celsius – bei einem kurzen Kontakt droht damit keine Verbrennungsgefahr.

Das warf natürlich die Frage auf, ob er neben der Temperatureinhaltung auch Schwächen in der für das Garergebnis so wichtigen Wärmeverteilung zeigen würde. Um dies zu überprüfen, beluden wir den Grillrost mit von seiner Rinde befreitem Toastbrot, heizten den Ofen mit eingestellter Ober- und Unterhitze auf und beurteilten die Gleichmäßigkeit der entstehenden Bräunung. Hierbei zeigte der KB 23 ECO ganz exzellente Ergebnisse, die sich bei zugeschalteter Umluft sogar noch verbesserten.

Im Praxistest

Um praxisnähere Resultate zu erhalten, befüllten wir den Ofen im Anschluss noch mit einer Tiefkühl-Frischteigpizza und Aufbackbrötchen, zwei für die Zubereitung in einem Kompaktbackofen typische Lebensmittel. Schon in unserem großen Vergleichstest zeigte sich, dass die Ergebnisse umso besser ausfielen, je gleichmäßiger die Wärmeverteilung des Ofens ist, und da der Steba-Kompaktbackofen auf diesem Gebiet geradezu vorbildlich ist, leistet er sich auch im Praxistest keine Schwächen.

Der Pizzateig war nach 16 Minuten auf Ober- und Unterhitze mit Umluft und weiteren fünf Minuten nur mit Unterhitze (um den Boden kross fertig zu backen) schön luftig aufgegangen und der Käse war herrlich gleichmäßig zerlaufen, ohne schon an manchen Stellen verbrannt zu sein. Auch die Brötchen waren nach gut acht Minuten fertig und zeigten eine regelmäßige, goldgelbe Bräunung, ohne innen noch gefroren zu sein – ein Problem mit dem wir bei einigen Konkurrenzprodukten zu kämpfen hatten.

Verarbeitung und Ausstattung

Sieht man einmal von der zu niedrigen Temperatur ab, gab es keine expliziten Kritikpunkte an der Funktion des Steba KB 23 ECO. Verbesserungspotenzial gibt es allerdings bei der Verarbeitung, denn so gut der Metallkorpus des Ofens auch gefertigt ist, der verwendete Kunststoff an der Front macht einen billigen Eindruck – verstärkt wird dieser Eindruck noch von scharfen Kanten, großen Spaltmaßen und Gussrückständen. Hinzu kommt, dass die Drehknöpfe nicht ganz mittig in der Metallblende sitzen und auch ein bisschen viel Spiel haben.

Die Doppel-Glastüre des Ofens ist mit schwarzen Punkten gespickt, die zwar der Wärmereflexion nach innen dienen und damit der Energieeffizienz, dafür aber den Blick ins Innere deutlich erschweren. Besonders wenn man von schräg oben schaut, was eigentlich der natürliche Blickwinkel ist, da kaum jemand seinen Kompaktbackofen auf Augenhöhe haben dürfte, erkennt man fast nichts mehr. Zum Glück gönnt Steba dem KB 23 ECO dafür eine Innenraumbeleuchtung, die zumindest dann klare Sicht garantiert, wenn man frontal hineinschaut.

Neben dem obligatorischen Zubehör Backblech und Grillrost, sowie einem Griff, um die heißen Teile auch ohne Topflappen sicher aus dem Ofen zu heben, ist der kleine Steba-Ofen noch mit einem Grilldrehspieß ausgestattet. Auf diesem lässt sich ein Grillhähnchen oder Dönerfleisch aufspießen, um es in einer Halterung im Ofen zu platzieren, die den Spieß für eine gleichmäßige Bräunung dann automatisch im Kreis dreht.

Sehr gut gefallen hat uns, dass der KB 23 ECO über ein Krümelblech verfügt, mit dem sich am Boden angesammelte Krümel mit einem Handgriff entfernen lassen. Aber auch ansonsten ist der Kompaktbackofen sehr einfach zu reinigen, seine glatten Innenflächen lassen sich ganz einfach mit einem feuchten Tuch und gegebenenfalls Backofenreiniger säubern, gleiches gilt auch für die Außenwände.

Autor: Jan Stoll

Bildquelle:

  • Test_Kompaktbackofen-Steba_Tabelle: © Auerbach Verlag, Steba
  • Lupe: © jameschipper – Fotolia.com
  • Test_Kompaktbackofen-Steba_Startbild: © Steba