Die Teezubereitung ist eine Wissenschaft für sich – nicht umsonst wurden darüber schon zahlreiche Bücher verfasst. Entscheidend für den Erfolg ist die richtige Temperatur des Wassers, mit dem die Teeblätter aufgegossen werden. Nicht nur in dieser Kategorie kann der Grundig TM 8280 w überzeugen.

Das Testgerät

Grundig TM 8280 w Derzeit nicht verfügbar

 
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Bildquelle: © Grundig, Auerbach Verlag

In den Erhebungen zum Konsumverhalten der Deutschen, rangiert der Genuss von Kaffee immer weit vor dem von Tee. Und auch im Sprachgebrauch offenbart sich Deutschland als Nation von Kaffeetrinkern. Wir verabreden uns auf einen Kaffee, vollkommen gleichgültig, ob wir überhaupt planen, einen solchen zu trinken. Und am Ende eines gelungenen Dates fragen wir unseren Gegenüber, ob er nicht noch auf einen Kaffee hoch kommen will, auch wenn dann in den seltensten Fällen tatsächlich Kaffee getrunken wird.

Bei dieser Faktenlage verwundert es nicht, dass die zahlreichen Kaffeetrinker von den Haushaltsgeräteherstellern umworben werden und im Elektrofachhandel zwischen einer Vielzahl von Geräten wählen können, während die Auswahl für den Teetrinker sehr überschaubar ist. Vor allem Freunde empfindlicher Teesorten werden häufig als einziges Hilfsmittel einen Wasserkocher mit Temperaturwahl finden. Diese Lücke möchte Grundig mit dem neuen TM 8280 w schließen.

Vielversprechende Werte

Was man beim Studium der Bedienungsanleitung über das Gerät erfährt, klingt mehr als nur vielversprechend. Die Brühtemperatur lässt sich in 5-Grad-Schritten zwischen 50 und 95 Grad Celsius wählen, was sogar das Aufbrühen von sehr guten Sencha- und Gyokuro-Tees ermöglicht, die man für das maximale Geschmackserlebnis zwischen 50 und 60 Grad aufgießen sollte.

In unserem Test funktionierte das Alles ohne größere Probleme, auch wenn der TM 8280 w in den niedrigeren Temperaturbereichen (55 °C) etwas zu heiß wird, während er bei höheren Temperaturen (90 °C) etwas unterkühlt daher kommt. Da die Abweichungen aber nur wenige Grad betragen, kann man dem Grundig-Teebereiter eine hohe Temperaturgenauigkeit attestieren. Ausgerüstet mit 1750 Watt bringt er einen Liter Wasser in gerade einmal vier Minuten zum Kochen – ein Spitzenwert unter den Teebereitern. Der TM 8280 w kann aber auch nur als Wasserkocher mit einem Fassungsvermögen von 1,7 Litern verwendet werden, dafür muss nur ein Schalter an der Seite des Gerätes betätigt werden. Dies spart Platz in der Küche.

Bedienung mit Touch

Alle nötigen Einstellungen zur Teezubereitung werden über ein schickes Touchdisplay vorgenommen. Dies ist gemäß unseren Probanden, die sich eingehend mit der Handhabung des TM 8280 w auseinandersetzten, funktional und einfach in der Bedienung, dürfte aber gerne noch etwas direkter ansprechen. Erleichtern sollen die Handhabung zwei Automatikprogramme, die Tee bei 80, bzw. 90 Grad Celsius aufbrühen. Bei der 90 Grad-Option, die zum Aufbrühen von schwarzem Tee gedacht ist, kann man das Aroma zwischen mild, normal und stark wählen, wobei dies zu Ziehzeiten von 11, 15 oder 20 Minuten führt. Genießt man seinen schwarzen Tee gerne nach dem Samowar-Prinzip, bei dem man eine sehr starke Teeessenz aufbrüht und diese dann je nach Geschmack mit heißem Wasser verdünnt, machen diese Zeiten Sinn, andernfalls sind sie schlicht viel zu lang.

Beim 80 Grad-Programm, das laut Hersteller zur Zubereitung von grünem Tee gedacht ist, ist die Ziehzeit hingegen auf vier Minuten voreingestellt und lässt sich auch nicht ändern. Nun sind unserer Erfahrung nach 80 Grad für grünen Tee ohnehin zu heiß, darüber hinaus sind vier Minuten aber auch schon sehr lang – wenigstens für den ersten Aufguss.
Lässt man jedoch die Automatikprogramme beiseite und wählt das manuelle Zubereitungsprogramm, bleiben beinahe keine Wünsche mehr offen. Neben der freien Wahl der Temperatur   lässt sich auch die Ziehzeit zwischen zwei und 24 Minuten wählen.

Dies geht leider nur in ein-Minuten-Schritten, was einer der wenigen Wermutstropfen ist, die man beim TM 8280 w schlucken muss. 15- oder 30-Sekunden-Intervalle wären wünschenswert gewesen. Bei der Einstellung der Ziehzeit muss der Anwender aber ohnehin bedenken, dass der Wassertransfer von der Boilereinheit zur Brühkammer und von dieser in die Teekanne Zeit beansprucht, in der die Teeblätter Aroma an das Wasser abgeben, ohne dass diese Ziehzeit vom Gerät mitberechnet wird. Wie viel Zeit dadurch zur Ziehzeit hinzukommt, hängt von der gewählten Kannengröße ab. Bei einer kleinen Kanne sollte der Anwender ungefähr 90 Sekunden hinzufügen, bei einer mittleren bereits 130 Sekunden und bei einer großen sogar 180 Sekunden. Dies hat deutlichen Einfluss auf den Geschmack des Tees und muss vom Anwender bedacht werden.

Klein, medium oder groß?

Die Möglichkeit, die Kannengröße zu wählen, ist positiv hervorzuheben. So muss nicht immer ein ganzer Liter zubereitet werden, den die Teekanne maximal fasst. Wählt man die kleine Kannengröße werden nur 400 Milliliter, bei der mittleren hingegen 700 Milliliter aufgebrüht.

Gleich welche Menge Tee letztlich zubereitet wird, ist der Brühvorgang erst einmal abgeschlossen, geht der TM 8280 w automatisch in den Warmhaltemodus und hält den Tee bis zu zwei Stunden auf Temperatur, was in unserem Test auch sehr gut funktionierte. Leider wird auch automatisch immer wieder das Wasser im Wasserkocher aufgekocht. Trinkt man Tee nach dem Samowar-Prinzip, ist das natürlich sinnvoll, andernfalls ist dies jedoch eine unnötige Energieverschwendung. Insofern wäre es wünschenswert, wenn sich diese Option zumindest abschalten ließe.

Trotz ein paar weniger kleiner Kritikpunkte, lässt sich als Fazit festhalten, dass der Grundig-Teebereiter ob seiner umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten derzeit seinesgleichen auf dem deutschen Markt sucht. Darüber hinaus ist er einfach zu bedienen, sehr wertig verarbeitet und ein Blickfang in der Küche. Damit dürfte die Suche vieler Teeliebhaber nach dem für sie perfekten Küchenhelfer beendet sein.

Autor: Jan Stoll

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