Zarte Babyhaut bedarf besonderer Beachtung und Pflege, dies gilt auch beim Wickeln der Kleinen. Da der Nachwuchs vor allem kühle Temperaturen nicht mag, ist eine praktische und funktionale Wärmequelle klar von Vorteil. Wickeltischheizstrahler können hier die Lösung, sind es aber nicht in jedem Falle!

Die Testgeräte

Solamagic Wärmestrahler 9100125 EUR 221,73
Reer 1902.06 EUR 21,88
Rommelsbacher IW 604/E EUR 47,84
Thermalex TX 750 EUR 324,50

 
Hier gibt es den Test als Gratis-PDF zum Download!

Während Vater oder Mutter gar nicht registrieren, dass die Umgebungstemperatur „doch etwas niedrig“ liegt, fühlt das Baby unkomfortable Temperaturen sehr schnell. Vor allem in der dunklen Jahreszeit und direkt nach dem Baden kühlt der kleine Körper des Nachwuchses schnell ab, ein Luftzug hier, eine noch feuchte Hautpartie da und schon macht der Nachwuchs lautstark sein Missfallen deutlich. Zum Glück gibt es Infrarot-Strahler, die dank ihrer unschädlichen Wärmestrahlung Energie direkt in die Haut übertragen und somit für wohlige Wärme sorgen.

Wärmende Strahlen

Infrarotstrahlung stellen einen Teils des Lichtspektrums dar, den das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann, die Haut hingegen kann die auch „Wärmestrahlung“ genannte Energie sehr wohl fühlen, tut sie auch wie beispielsweise im Falle der Sonne. Gerade die Sonne ist aber auch das Paradebeispiel dafür, dass Infrarot nicht gleich Infrarot ist, denn das Wellenlängenspektrum ist ein großes und selbst innerhalb des kurzwelligen Infrarot-A-Bereichs gibt es mit 780 bis 1400 Nanometer Wellenlänge doch gehörige Unterschiede. Just diese Unterschiede sorgen dann auch dafür, dass die Strahlen unterschiedlich tief in die Haut eindringen beziehungsweise eben mehr oder weniger nur die Luft erwärmen, nicht aber die Haut, wo die Wärme ja gebraucht wird. In der Praxis bedeutet dies: Manche Wickeltischheizstrahler sorgen für wohlig-warme Haut, andere eher für warme Luft.

Im Test spiegelte sich dies auf sehr deutliche Art wieder: Nur der TX 750 von Thermalex erzielte eine sehr gute Wärmeleistung, bei den drei anderen Testkandidaten, vor allem beim Wärmestrahler 9100125 von Solamagic, war nicht nur die „gefühlte Wärme“ deutlich schwächer, sondern auch die technisch messbare. Was die Probanden mit einem einfachen Hand-Test über dem Wickeltisch fühlten, wurde von der Thermokamera bestätigt: Der TX 750 erreicht quasi punktgenau die Soll-Temperatur von 37 Grad, der Solamagic hingegen verfehlte sogar die Marke von 31 Grad. Dies ist aber nicht etwa der höheren Nominalleistung des Thermalex geschuldet, denn auch wenn die Messdistanz, die 100 Zentimeter betrug, entsprechend dem Durchschnitt der anderen Testkandidaten prozentual vergrößert wurde, änderte sich nichts an dem (Thermo)Bild: Der TX 750 spielt in einer eigen (Leistungs)Liga.

Weniger groß waren die Unterschiede hingegen bei der Wärmefläche: Die Größe der Geräte, die Reflektorengeometrie und die letztlich ja benötigte Fläche (typischerweise 90 x 75 Zentimeter) sorgte dafür, dass der Nachwuchs im Wärmestrahlungsfeld bequem Platz findet. Bei jedem Testkandidaten trat zwar das übliche Phänomen der Wärmezentrierung auf, die Differenzen zu den Randbereichen der bestrahlten Fläche sind aber gering, der Praxiseinsatz wird hierdurch nicht signifikant erschwert. 
Bei der Aufheizzeit überzeugten Solamagic und Thermalex, hier gibt es wahrlich die „Sofort-Wärme“. Bei Rommelsbacher und Reer gilt erst einmal über eine halbe Minute zu warten, bis überhaupt Wärme erzeugt wird, die Quarzglasstrahler sind deutlich träger als die Lösungen der hochpreisigen Testkandidaten.

Problematische Montage

es sich stets um simple Zwei-Punkt-Halterung handelt, der Anwender also lediglich zwei Bohrlöcher samt Dübel in die Wand zu treiben hat. Wenn keine Schrauben und Dübel beiliegen, so wie bei Solamagic, kann der Anwender dies zwar verschmerzen, die Halterungslösung am Wärmestrahler 9100125 ist allerdings durchaus eine Quelle des Ärgers. Winzige Inbus-Madenschrauben, ein nicht in der richtigen Position zu fixierendes Schraubgewinde der zweiteiligen Halterung am Wärmestrahler und ein sehr schwergängiges Gelenk zur Winkeleinstellung verkomplizieren die Montage unnötig, erfordern viel Fingerspitzengefühl und auch einiges an Kraft in selbigen. Dass es auch viel einfacher geht, beweist Thermalex: Ein Trägerstück und eine große Inbus-Schraube sind die Lösung, binnen zwei Minuten ist der TX 750 montiert und ausgerichtet und hängt dann dann stabil an der Wand.
Spätestens wenn der Heizstrahler dann entsprechend den Abstandsvorgaben des Herstellers an der Wand befestigt wurde, in Betriebs ist und der Nachwuchs gewickelt wird, tritt ein Standardproblem auf: Kopf und Oberkörper der Eltern werden fühlbar erwärmt, der kleine Babykörper hingegen bekommt nicht die gewünschte Menge an Wärmenergie ab. Schuld hieran ist die Winkeleinstellung vieler Wickeltischheizstrahler: Statt quasi direkt von oben zu bestrahlen (nur der TX 750 bietet diese lobenswerte Möglichkeit), werden die Infrarotwellen in einen stumpfwinkligen Weg auf die Reise gen Baby geschickt, beugt sich der Anwender dann auch nur leicht über den Nachwuchs, werden die Strahlen abgefangen. Es kommt aber nicht allein auf den einstellbaren Winkel an, sondern auch auf die Reflektorgeometrie und hier kann der Solamagic dann sein besonders stark ausgeprägtes „Winkel-Problem“ wettmachen, das Wärmebild zeigt auf, dass trotz des Neigungswinkels von nur 25 Grad die Fläche zwischen 20 und 60 Zentimetern von der Wand gen Nutzer bestrahlt wird.

Sichere Nutzung

Ist die Installation abgeschlossen, gestaltet sich die Nutzung an sich einfach. Die Zugschalter von Solamagic und Rommelsbacher sind leichtgängig, auch der vom Reer ist funktional, Highlight ist aber natürlich die Fernbedienung des TX 750 samt Timer (10-Minuten-Schritte von 10 bis 60 Minuten, zudem auch Dauerbetrieb) – für den täglichen Praxiseinsatz ist das eine sehr komfortable Lösung. Die automatische Abschaltung beim 1902.06 von Reer ist an sich positiv für die Sicherheit, die Betriebsdauer aber unpraktisch kurz, zudem lässt sich die Bi-Metall-Sicherung austricksen, indem man kurz den Stecker zieht und wieder einsteckt. 

Als wirklich praktische und sichere Nutzung kann dies nicht bezeichnet werden. Auch die Verarbeitungsqualität des Reer ist zu kritisieren, zudem auch die Geruchsbelästigung während der ersten Betriebsstunde. Solamagic und Thermalex zeigen auf, wie es quasi perfekt geht, wobei beim 9100125 die Frage gestellt werden muss, weshalb keinerlei Glasschutz verbaut wurde und es wie auch beim IW 604/E von Rommelsbacher kein Abschaltautomatik gibt. Auch darf gefragt werden, ob der Solamagic bewusst so konstruiert wurde, dass er sehr hell strahlt, selbst die Augen von Erwachsenen empfinden die Helligkeit als störend, empfindliche Babyaugen sollten überhaupt nicht direkt in die IR-Lampe blicken.

Fazit

Die Nominalleistung allein ist nicht der Grund für den Testsieg des TX 750, es ist sein Gesamtkonzept und seine moderne Technik, die ihn der Konkurrenz weit enteilen lässt.  Man kann von einem Generationenwechsel sprechen wie einst bei der Einführung von Induktionskochfeldern oder Li-Ion-Akkus, was sich allerdings auch auf den Kaufpreis niederschlägt. Dieser könnte allerdings auch die Nutzung der Anwender beeinflussen, durchaus positiv, denn ein Wickeltischheizstrahler kann innerhalb von Familie und Freunden ja weitergereicht werden, dann rentiert sich die Anschaffung allemal und ein finanziell sowie ökologisch kontraproduktives Verstauben in der Abstellkammer wird ganz nebenbei auch noch verhindert.

Alle Details auf einen Blick

© Thermalex, Rommelsbacher, Solamagic, Reer, Auerbach Verlag
Zum Vergrößern auf die Tabelle klicken!
Bildquelle: © Thermalex, Rommelsbacher, Solamagic, Reer, Auerbach Verlag

Bildquelle:

  • Test_Wickeltischheizstrahler_Tabelle: © Thermalex, Rommelsbacher, Solamagic, Reer, Auerbach Verlag
  • Lupe: © jameschipper – Fotolia.com
  • Test_Wickeltischheizstrahler_Startbild: © Thermalex