Abseits der kostspieligen Top-Staubsauger mit AAAA-Klassifizierung gibt es nun, zwei Monate nach Inkrafttreten der EU-Reglung zum Staubsaugerlabel, auch Modelle, die für den kleineren Geldbeutel viel Leistung und eine gelungene Handhabung anbieten. Die beiden Dirt Devil-Staubsauger namens Infinity Rebel 53HF und Rebel 73HF gehören genau dieser Klasse an.

Die Testgeräte

Dirt Devil Infinity Rebel 53HF
Dirt Devil Rebel 73HF

 
Hier gibt es den Test als Gratis-PDF zum Download!

Nein, es muss nicht immer ein Staubsauger mit voller A-Wertung sein, damit der Haushalt sauber, der Nutzer zufrieden und vor allem der Geldbeutel geschont ist. Vor allem die Verzerrung bei der Energiestufe ist hier ein Paradebeispiel: Bis zum 31. August waren Staubsauger mit 1600 oder 1400 Watt echte „Stromsparer“, seit 1. September werden sie mit unschönen Einstufungen (Klasse F bis G) belegt. Auch bei den Reinigungsklassen (Hartboden und Teppich) wird der gelbe Balken der Stufe D schon wie ein Alarmsignal – in der Praxis aber bietet er keinen Anlass zur Sorge.

Sehr solide Saugergebnisse

Das wird bei beiden neuen Rebellen von Dirt Devil deutlich, auf deren Staubsauger-Labeln prangt nämlich ein „D“ in der Kategorie Staubaufnahme vom Teppich und dennoch sind die Praxisergebnisse alles andere als schlecht. Durchweg gut saugen die beiden Dirt Devil-Modelle auch feinen Staub (unter 200 Mikrometer) auf und geht der Anwender mehrfach mit der Kombi-Düse über eine besonders schmutzige Stelle, bleibt auch kein leichter Schmutzschleier zurück. Die Partikelaufnahme an den Seiten der Düse ist hierbei sogar sehr gut, allein an der Front bleibt ein schmaler Schmutzstreifen stehen, was durchaus als typisch (siehe Vergleichstest Ausgabe 5.2014) für die heutigen Staubsauger zu bezeichnen ist.

Auf Hartböden ist das Ergebnis noch etwas besser, die Staubaufnahme an der Düsenvorderkante kann hier besonders überzeugen, allein an den Seiten bleibt in diesem Fall ein Schmutzstreifen zurück. Drückt man die Düse an die Seite bzw. dreht sie um 90 Grad, wird aber auch hier der Schmutz sicher aufgenommen, allein leichte Schleierstreifen bleiben zurück, hier ist ein mehrmaliges Drübersaugen erforderlich. Bei der Faseraufnahme vom Teppich zeigt sich ebenfalls ein solides, wohlbekanntes Bild: Die Fusseln werden problemlos eingesaugt, sammeln sich aber auch gern an der vorderen Borstenreihen, hier ist dann eine manuelle Reinigung nötig. Tierhaare und Kleinstfusseln bedürfen einem vielmaligen Drübersaugen. Eine Walzenbürste weisen die beiden Dirt Devil-Modelle nicht auf, hiermit würden natürlich noch bessere Ergebnisse erzielt werden können.

Simple Bedienkonzepte

Große Fußschalter, leichtgängige Teleskoprohre, passgenaue Verbindungsstücke (allerdings leider ohne Klick-System), dazu einfach zu erreichende Motor- und HEPA-Filter sowie jeweils eine praktische 3-in-1-Düse samt langer, weicher Borsten und der Halterung am Schlauch zeichnen beide Modelle aus. Kein Wunder also, dass es bei der Bedienfreundlichkeit richtig gute Note zu vergeben gibt, wobei der 73 HF noch etwas besser abschneidet, der vertikalen Parkposition und der wirklich kinderleichten Staubbeutelhandhabung sei Dank. Doch auch der 53 HF kann überzeugen, der Staubcontainer ist blitzschnell und sehr einfach zu entnehmen, zudem sehr modular, was die Reinigung natürlich signifikant erleichtert. Die Schnell-Entleerung erfolgt via kleinem Schiebeschalter, der durchaus einer gewissen Fingerkaft bedarf, der Staubfilter im Container ist dafür umso leichter zu entnehmen und einzusetzen. Dies gilt auch für die HEPA-Filter der beiden Staubsauger, die Kartuschen sitzen sicher und schließen dicht mit dem Gehäuse ab, sind allerdings nicht unter fließend Wasser zu reinigen.

Beide Testkandidaten sind sehr wendig, können sich quasi auf der Stelle drehen, lassen sich zudem auch bequem tragen. Hierfür ist das jeweils geringe Eigengewicht verantwortlich: Dirt Devil realisierte hier den Anspruch vieler Nutzer, die großen, klobigen, schweren Staubsaugern nachvollziehbarerweise nichts abgewinnen können – vor allem wenn Treppen zu reinigen sind, zählt jedes Kilogramm am Staubsauger. Mit 4,1 kg (73 HF) und 5,2 kg (53 HF) gibt es hier keine Probleme, auch weil die Griffe wohl-dimensioniert sind. Dies gilt auch für den Aktionsradius, jeweils 9 Meter werden geboten, für Staubsauger dieser Klasse ist das guter Durchschnitt.

Ein mehr als guter Durchschnitt ist beim Betriebsgeräusch des 53 HF zu vermelden, 78 dB(A) ist der offizielle Wert, im Praxiseinsatz im Labor wurden gemittelte 75,5 dB(A) gemessen – das ist wirklich gut. Hörbar lauter geht der 73 HF zu Werke, die offizielle Angabe von 80 dB(A) ist nicht übertrieben, in der Spitze wurden im Härtetest sogar 82 dB(A) samt eines turbinenartigen Pfeifgeräuschs gemessen. Als ganz klar positiv ist aber das Betriebsgeräusch auf niedrigster Leistungsstufe zu bezeichnen, bei der Hartbodenreinigung, wo die maximale Leistung meist gar nicht erforderlich ist, arbeitet der 73 HF mit 72 dB(A), was zwar nicht als „leise“, wohl aber als „dezent“ beschrieben werden darf.

Die Verarbeitung beider Testkandidaten liegt auf hohem Niveau, scharfe Kanten oder gar Passungenauigkeiten sucht man vergebens, die Wertigkeit der verwendeten Materialien (z.B. beim Korpus und auch bei den Zubehörteilen) ist gut, allein die Borsten der Hartbodendüse waren bei den Testmustern, wohl geschuldet durch die raumsparende Verpackung, etwas verbogen.

Fazit

Rundum solide zeigen sich der Infinity Rebel 53 HF und der Rebel 73 HF, an Saugleistung mangelt es beiden nicht, die Funktionalität ist ganz klar gegeben und die Bedienkonzepte wissen zu überzeugen. Ein Höchstmaß an Energieeffizienz war nicht zu messen, weit weg von einem Sehr Gut sind aber beide Dirt Devil-Modelle wahrlich auch nicht. Auf der kurzen Wunschliste stehen allein eine Halterung für die Hartbodendüse, zudem beim 53 HF die vertikale Parkposition und eine manuelle Saugkaftregulierung, denn für den schnellen Staubsaugeinsatz muss gar nicht die maximale Saugleistung abgerufen werden.

Autor: Jan Stoll

Alle Details auf einen Blick

© Auerbach Verlag, Dirt Devil
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