Der Markt der Stabmixer ist ein wirklich großer, ja sogar ein unübersichtlicher, und daher ist es nicht einfach, die Gunst der Käufer zu erlangen. Der brandneue HDM800SI von Kenwood hat aber sehr schlagkräftige Kaufargumente vorzubringen – welche das sind, wird hier und jetzt im Test aufgezeigt.

Das Testgerät

Kenwood Triblade System Pro™ HDM800SI

 
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© Auerbach Verlag, Kenwood
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Bildquelle: © Auerbach Verlag, Kenwood

Zwei technische Eigenschaften des HDM800SI fallen sofort auf: Erstens der große Mixfuß und zweitens die Motorleistung von 1000 Watt. Der Mixfuß ist im Vergleich zu den bisherigen Triblade-Modellen um ein Drittel gewachsen, die Leistung nahm um 25 Prozent zu – das klingt nach einem leichten Missverhältnis, doch schnell stellte sich im Test heraus, dass es an Power wahrlich nicht mangelt.

Schnittig und schlagkräftig

1000 Watt bedeutet eine Leistungsaufnahme, die auf dem Niveau moderner, effizienter Staubsauger liegt, sogar über dem Niveau von guten Schlagbohrmaschinen, und diese enorme Kraft merkt man dem HDM800SI auch sofort an: Der Fruchtmilchshake nach Hausrezeptur (siehe Vergleichstest Ausgabe 6.2015) gelingt quasi ohne Kraftaufwand, das namensgebende Dreiklingenmesser arbeitet sich durch Banane und Plattpfirsich mühelos durch und dank der Mixfußgröße (Innendurchmesser 70 mm, Außendurchmesser 80 mm) gelingt der Milchshake in dieser Testreihe binnen sehr kurzer Zeit, genauer gesagt in 25 Sekunden. Auch die erzielte Konsistenz des Shakes gibt keinen Anlass zur Kritik: Der Shake gelingt sehr luftig-locker und mit glatter Textur, nur feinste Pfirsichschalenstückchen sind zu sehen, jedoch nur unter großer Anstrengung auf der Zunge zu spüren. Der Bananenanteil wird perfekt geschnitten, sorgt für eine sehr angenehme, begleitende Cremigkeit des Shakes. Kurzum: Sehr gut!

Selbiges Ergebnis lässt sich auch zur Schlagfunktion sagen, binnen 60 Sekunden wird die Sahneschlag-Testreihe absolviert, die Sahne wird schön steif und schnittfest, auch hier wird im direkten Vergleich zum Vergleichstests der Ausgabe 6.2015 ein „Sehr Gut“ als Teilnote erzielt.

Was sich bei den ersten Testreihen schon andeutete, zeigte sich dann auch im Härtetest sehr deutlich: Noch kein Stabmixer, der bisher ins Labor gelangte, zeigte eine so beeindruckende Leistung beim Pürieren von Kichererbsen. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist über jeden Zweifel erhaben, selbst unter höchstem Druck schneiden sich die Messer  durch die Erbsen und – das darf mit Nachdruck gelobt werden – dabei setzt sich der Mixfuß kaum zu, keine halben oder gar ganzen Erbsen setzen sich im Mixfuß oder an dessen Rand ab. Das gab es in dieser Form bisher bei noch keinem Testkandidaten, die gesamte Mixfußgeometrie, die Kenwood realisiert hat, ist ganz einfach eine herausragend gute. Zugute kommt dem HDM800SI hier natürlich die Größe, vor allem der Raum um die Messer selbst, aber auch die reine Motorleistung, wobei selbst unter der Maximallast die Drehzahl nicht so deutlich sinkt, dass keine Schnittleistung mehr erbracht werden kann.

Griffig und bequem

Das A und O bei der Griffgestaltung eines Stabmixers besteht darin, die natürliche Griffhaltung der menschlichen Hand abzubilden und dann dafür zu sorgen, dass die Hand nicht abrutscht. Der Griff des HDM800SI entspricht genau diesen Vorgaben, ist ergonomisch und aufgrund der leichten Gummierung auch noch haptisch lobenswert gut gelungen. Angesichts der eingangs ja schon beschriebenen Leistungsfähigkeit ist dies aber auch ein absolutes Muss, Kenwood hat hier ein überzeugendes Griffkonzept realisiert. Dies gilt auch für die Bedienschalter, beide Griffhaltungen (entweder Betätigung via Zeigefinger oder um 180 Grad gedreht via Daumen) sind möglich. Lediglich die Größe und der Hubweg der Schalter bieten einen kleinen Raum für Verbesserungen, etwas mehr Fläche und ein kürzerer Hubweg sind hier nach einhelliger Probandenauffassung wünschenswert.

In Sachen Verarbeitungsqualität ist die Wunschlist hingegen extrem kurz, denn die Spaltmaße sind sehr klein, auch unter Last quietscht der Kenwood nicht, die Zubehörteile sitzen zudem fest, lassen sich im Übrigen auch leicht austauschen.

Auch Details hat Kenwood bedacht: Der große Messbecher verfügt nicht nur über einen Anti-Rutsch-Ring an der Unterseite und einen Deckel für die Oberseite, sondern auch über eine kontrastreiche Skala – das ist sehr selten zu finden, meist sind die Skalen in heller Schrift gestaltet, Kenwood setzt aber auf ein sattes Schwarz, was die Ablesbarkeit natürlich erleichtert. Auch die Materialgüte des Mixbechers ist erstklassig, im Gegensatz zu sehr vielen (!) Mixbechern auf dem Markt zerkratzt der des HDM800SI nicht, wenn man mit den Schneebesen an der Innenseite entlangführt.

Fazit

Viel Power und eine exzellente Mixfußgeometrie sorgen im Zusammenspiel mit dem bequemen Griff und der sehr guten Verarbeitungsqualität für eine Endnote, die genau das aussagt, was sie aussagen soll: schlicht und einfach „Sehr gut“.  Der HDM800SI ist natürlich kein Schnäppchen, keine Schonung für die Geldbörse, aber eine wirklich lohnenswerte Investition für all jene Nutzer, die hohe und höchste Ansprüche haben und diese auch erfüllt wissen möchten.

Autor: Jan Stoll

Bildquelle:

  • Test_Stabmixer-Kenwood_Tabelle: © Auerbach Verlag, Kenwood
  • Lupe: © jameschipper – Fotolia.com
  • Test_Stabmixer-Kenwood_Startbild: © Kenwood