Joghurt selbst machen ist nicht schwer. Die Zutaten sind Milch und etwas Naturjoghurt oder Ferment, außerdem eine große Portion Ruhe und Geduld. Elektrische Joghurtbereiter sorgen für die passende Temperatur und praktische Behälter. Unsere sechs aktuellen Testmodelle können sogar noch mehr als Milch verdicken. Lesen Sie mehr in unserem Joghurtmaker Test 2020.

Die Testgeräte im Joghurtmaker Test 2020

Joghurtmaker:
Steba JM 3
Rommelsbacher JG 80
Rommelsbacher JG 40
Rosenstein & Söhne NX-9454
Suntec YOG-8588 digital
Suntec YOG-8571 easy

Joghurt ist beliebt. Ob als Ergänzung zu einem gesunden Frühstück oder als süßer Snack zwischendurch, für viele gehört das Milchprodukt zur einer abwechslungsreichen Ernährung dazu. Mehr als 13 Millionen Deutsche sollen mehrmals pro Woche zum Fruchtjoghurtbecher greifen, fast acht Millionen zu Naturjoghurt, wie eine Studie aus dem Jahr 2018 ermittelt hat. Joghurt ist ein großes Geschäft und wird dementsprechend vermarktet. Es gibt ihn gefühlt in tausend Variationen, von cremig gerührt bis stichfest, als bunt verpacktes Kinderprodukt mit Schokolinsen oder Knusperflakes, als Mehrpack für die Großfamilie, Bioprodukt, als probiotischen Drink oder vegane Alternative.
Was spricht dafür, seinen Joghurt trotzdem selbst zu machen? Ein Hauptargument für viele ist, dass man so selbst bestimmen kann, was im Becher steckt. Schließlich sind vielen industriell hergestellten Produkten Zucker und Aromen zugesetzt. Beim Naturjoghurt aus dem Joghurtbereiter ist das anders, ungesundes kommt gar nicht erst in den Becher. Milchsäurebakterien vergären den Milchzucker. Am Ende ist die Milch verdickt. Mehr ist es nicht. Selbst abgekochte Bio-Milch vom regionalen Bauernhof oder fettreduzierte H-Milch aus dem Tetrapack? Starterjoghurt aus dem Discounter oder Ferment aus dem Reformhaus? Zuhause hat man die Wahl. Auch vegane Alternativen mit Kokos-, Mandel- sowie oder Sojamilch sind machbar.

Der direkte Vergleich nach dem Reifen und Kühlen zeigt, dass alle Joghurts fest geworden sind

Vielseitig und nachhaltig

Für viele gehört Joghurt zu einer gesunden Ernährung. Der Verzehr soll die Darmflora und das Immunsystem positiv beeinflussen. Wer auf die probiotischen Wirkungen setzt, kann gezielt entsprechende Milchsäurebakterien aussuchen und zudem die Fermentationsdauer anpassen. Über verschiedene Reifezeiten und Joghurtkulturen lässt sich außerdem der Geschmack (mild bis säuerlich) und die Konsistenz (locker bis stichfest) beeinflussen. Der selbstgemachte Joghurt kann später nach Belieben mit frischen Obst, Kompott, Müsli oder Schokoladenraspeln verspeist werden – und in Dips, Salatdressings, Soßen, Shakes und Süßspeisen weiterverarbeitet werden.
Selbermachen ist nachhaltig. Wer immer wieder aus den gleichen Gläsern löffelt, vermeidet eine Menge Verpackungsmüll. So müssen weniger Einweg-Plastikbecher produziert werden. Zudem können Umweltbewusste bei der Anschaffung auf ein hochwertiges Gerät mit geringen Verbrauchswerten und umweltfreundlicher Verpackung setzen. Mit dem selbstgemachten Joghurt lässt sich durchaus Geld sparen. Gerade Familien mit hohem Verbrauch und Veganer, die sonst teure Alternativen kaufen müssten, freuen sich über diesen Nebeneffekt.

Immer exakt wie auf der Verpackung abgebildet sortieren, sonst passen die Gläser bei Suntec nicht

Vier bis acht Becher

Im Test vertreten sind diesmal sechs Joghurtbereiter für vier bis acht Portionsgrößen zwischen 125 und 190 Gramm (g), darunter ein Gerät mit speziellem Zubehör für die Frischkäseherstellung. Bevor es losgehen kann, sind die passenden Zutaten einzukaufen. Praktisch ist, wenn Herstellern in ihren Bedienungsanleitungen erklären, worauf man bei der Auswahl achten sollte und korrekte Angaben zur den Mengen und Mischverhältnissen machen. Schließlich ist es ärgerlich, wenn der Joghurt aufgrund von falschen Zutaten nicht gelingt oder die Behälter nicht komplett gefüllt sind. Bei den meisten Geräten passen die Mengenangaben in etwa, bei dem Rommelsbacher-Modell mit acht Bechern reicht die Mischung nicht ganz für das letzte Glas. Beim Lesen der Anleitungen wird schnell klar, dass es vor und während der Zubereitung wichtig ist auf bestimmte Temperaturen und Zeiten zu achten, damit die Milchsäurebakterien erfolgreich ihre Arbeit machen können. In der Testküche werden die jeweiligen Herstellerempfehlungen befolgt, mal sind dies sechs Stunden Reifezeit, mal elf Stunden plus anschließend Kühlzeiten. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Alle Joghurts sind fest – mit leichten Unterschieden in der Konsistenz und dem Geschmack. Kein Resultat muss sich hinter dem Standardjoghurt aus dem Supermarkt verstecken, mit dem sie hergestellt wurden.

Funktionen

Bei fünf Modellen lässt sich die Zeit per Timer einstellen, das sechste nur manuell. Der Steba-Testkandidat und der runde Bereiter von Rommelsbacher ermöglichen es zudem, die Temperatur auszuwählen. Letzterer bietet Programme für Frischkäse, Kräuterauszüge und Sauerteig. Mit dem digitalen Suntec-Gerät können laut Hersteller aus Trauben oder Reis Wein, aus Kraut Kimchi und aus Sojabohnen Natto zubereitet werden. Die Einstellungen sind einfach vorzunehmen, die Schalter funktional und die Displays gut bis sehr gut lesbar. Praktisch sind bei den Testgeräten von Rommelsbacher und Steba Signaltöne.
Der größte Reinigungsaufwand entsteht, wenn die Becher ausgelöffelt sind. Gerade die Schraubgläser von Suntec, Rosenstein & Söhne und dem JG 80 von Rommelsbacher sind häufig innen nur sauber zu bekommen, wenn man sie gründlich mit dem Schwamm bearbeitet. Da ist es praktisch, dass alle Behälter in die Spülmaschine dürfen. Antrocknen lassen sollte man die Reste jedoch nicht.
Zum Mitnehmen sind die Behälter weniger geeignet. Zum einem sind aus Glas oder Keramik. Geht mal einer kaputt oder möchte man mehr haben, kann man sie häufig nachkaufen. Für vier Keramikbecher von Rommelsbacher zahlt man 16 Euro, für acht Steba-Glasbehälter 20 Euro. Zum anderen zeigen sich in Liege- und Schütteltests, dass kein Deckel komplett dicht hält. Flüssigkeit läuft aus. Bei dem JG 40 von Rommelsbacher sind anders – als auf der Verpackung und in der Bedienungsanleitung beschrieben – keine Datumsanzeigen im Schraubdeckel integriert. Die Nachfrage beim Hersteller ergibt, dass man die Ausstattung geändert hat und die entsprechenden Angaben angepasst werden sollen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auf den Glasbechern oder Deckeln mit einem geeigneten Stift ein Haltbarkeitsdatum vermerken. Der Joghurt soll in der Regel bis zu zehn Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden können.

Einmal geschüttelt und hingelegt laufen die Becher aus und sind so zum Mitnehmen schlecht geeignet

Pur und praktisch

Selbstgemachter Joghurt ist simpel, pur, natürlich. Und kann trotzdem lecker sein. Die Produktion in den eigenen vier Wänden ist alle interessant, die regelmäßig Joghurt essen, auf ihre Ernährung achten und/oder Geld sparen wollen. Auch bei veganen Ersatzprodukten hat Qualität im Handel seinen Preis, an Zucker und Aromen wird nicht immer gespart. Wer aus dem Glasbecher löffelt, vermeidet Plastikmüll. Unserer Test zeigt, was für die Verwendung eines modernen elektrischen Joghurtbereitern spricht: Gute Resultate, eine praktische Ausstattung und eine einfache alltagstaugliche Handhabung. Pluspunkte unseres Testsiegers sind zudem die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten und eine gute Verarbeitung. Wer Gläser nachbestellt, kann den Joghurtbedarf einer Familie decken. Einfache funktionale Geräte gibt es bereits ab günstigen 30 Euro.

Technische Daten

 

SIEGER PREIS/LEISTUNG

 

TESTSIEGER

 

Joghurtmaker

Rommelsbacher

JG 40

Rommelsbacher

JG 80

Rosenstein & Söhne

NX-9454

Steba

JM 3

Suntec

YOG-8571 easy

Suntec

YOG-8588 digital

 

Technische Daten

Marktpreis*/UVP

46 Euro*/65 Euro

60 Euro*/70 Euro

28 Euro*/60 Euro

46 Euro*/49,99 Euro

26 Euro*/30 Euro

42 Euro*/50 Euro

Gewicht

2,1 kg

2,5 kg

1,8 kg

2,3 kg

1,6 kg

1,6 kg

Maße (Breite × Höhe × Tiefe)

35 × 14 × 19 cm

20 × 19 × 20 cm

24 × 12 × 25 cm

35 × 16 × 19 cm

26 × 14 × 23 cm

26 × 14 × 23 cm

Maximalleistung

40 W

20 W

20 W

25 W

20 W

20 W

Kabellänge

130 cm

95 cm (abnehmbar)

115 cm

85 cm

80 cm

80 cm

Anzahl und Volumen Behälter

8 Behälter á 150 ml

4 Behälter á 125 ml

7 Behälter á 190 ml

8 Behälter á 180 ml

6 Behälter á 170 ml

6 Behälter á 170 ml

Austattung & Zubehör

  • LC-Display

  • Glasbecher

  • Kunststoffdeckel

  • Timer

  • Signaltöne

  • spülmaschinengeeignete Teile

  • LC-Display

  • Glasbecher

  • Kunststoffdeckel

  • Timer

  • Temperaturauswahl

  • Signaltöne

  • zwei Glasbehälter

  • Abtropfsieb

  • spülmaschinengeeignete Teile

  • LC-Display

  • Glasbecher

  • Kunststoffdeckel

  • Timer

  • Temperaturauswahl

  • spülmaschinengeeignete Teile

  • LC-Display

  • Glasbecher

  • Kunststoffdeckel

  • Timer

  • Temperaturauswahl

  • Signaltöne

  • spülmaschinengeeignete Teile

  • Glasbecher

  • Kunststoffdeckel

  • spülmaschinengeeignete Teile

  • LC-Display

  • Glasbecher

  • Kunststoffdeckel

  • Timer

  • Temperaturauswahl

  • spülmaschinengeeignete Teile

*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren

Autor: Janine Reichert

Bildquelle:

  • Test_Joghurtmaker_Galerie01: © Auerbach Verlag
  • Test_Joghurtmaker_Galerie02: © Auerbach Verlag
  • Test_Joghurtmaker_Galerie03: © Auerbach Verlag
  • joghurtmaschine, joghurt maker, joghurtmacher: © Rommelsbacher
  • Rommelsbacher JG 80: © Rommelsbacher
  • Rosenstein_Soehne NX-9454: © Rosenstein & Söhne
  • Steba JM 3: © Steba
  • Suntec YOG-8571 easy: © Suntec
  • Suntec YOG-8588 digital: © Suntec
  • Test_Joghurtmaker_Startbild: © Auerbach Verlag