Gemüseanbau im Garten – so gelingt es!

Im Garten Gemüse anbauen
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Es wird immer beliebter, selbst Gemüse im eigenen Garten anzubauen. Jedoch gibt es dabei einiges zu beachten. Neben einer geeigneten Fläche und einer guten Planung ist vor allem der regelmäßige und vor allem richtig dosierte Arbeitseinsatz entscheidend für den Erfolg. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, damit der Anbau im Garten gelingt und sie schon bald eigene Feldfrüchte wie Tomaten, Zucchini oder Kürbis ernten können.

Welche Anbaufläche eignet sich für einen Gemüsegarten?

Bevor es zur Sache geht, muss eine geeignete Anbaufläche ausgewählt und vorbereitet werden. Grundlegend ist ein guter Boden. Entscheidend ist dabei der pH-Wert. Für den Gemüseanbau sollte dieser zwischen 6 und 6,5 liegen. Sie können den pH-Wert ganz einfach mit einem Bodenmessgerät oder einen Test-Kit ermitteln. Beides ist im gut sortierten Fachhandel erhältlich.

Die Anbaufläche sollte initial aufgelockert werden, entweder mit einer Harke oder dem Spaten. Unkraut und Wurzelwerk sind zu beseitigen. Sofern es sich, wie in den meisten Gärten, um Mischboden handelt, sollte vor der Aussaat organisches Material wie Kompost oder natürlicher Dünger wie Pferdeäpfel einarbeiten. Mit diesen natürlichen Mitteln kann die Fruchtbarkeit des Bodens deutlich verbessert werden.

Sonneneinstrahlung berücksichtigen

Neben dem Boden sind natürlich die Lichtverhältnisse wichtig, damit die ausgesäten Nutzpflanzen gedeihen können. Daher sind Beete unterhalb von Bäumen oder an Hecken oder Zäunen eher zu vermeiden. Wird ein Beet über den gesamten Tagesverlauf durch die Sonne beschienen, fühlen sich besonders wärmebedürftige Arten wie Wassermelone, Gurke, Tomate, Paprika oder Aubergine wohl. Mangold, Radieschen und Spinat wachsen hingegen an etwas schattigeren Standorten besser.

Eine gute Beetplanung ist die halbe Miete

Wenn der Boden vorbereitet ist, sollte die Fläche in Beete eingeteilt werden, die einzeln bewirtschaftet werden können. Besonders praktisch sind quadratische Beete mit einer Breite von maximal 150 Zentimetern, die von einem schmalen Pfad umgeben sind. Auf diese Weise kommt man problemlos an alle Stellen des Beetes heran um etwa Unkraut zu jäten, Pflanzen zu beschneiden oder Feldfrüchte zu ernten.

In Gärten, die sich nicht für ein klassisches Flachbeet eignen, sei es aufgrund der Bodenbeschaffenheit oder anderer Faktoren, kann ein Hochbeet eine interessante Alternative sein. Ein solcher oberirdischer Aufbau bringt zahlreiche Vorteile mit sich und ist je nach Fläche mit überschaubaren Kosten verbunden. Je nachdem, welche Gemüsearten angebaut werden sollen, kann auch zwischen Flachbeet, Hügelbeet und Hochbeet variiert werden.

Hinweis: die Pfade zwischen den Beeten sollten mit Rindenmulch bestreut werden, damit dort kein Unkraut wächst und man auch bei Regenwetter ein Zugang ohne Gummistiefel hat. Zudem sollte in der Nähe ausreichend Platz für eine Schubkarre vorhanden sein.

Die Aussaat: Samenwahl und Mischkultur 

Anfängern im Gemüseanbau ist zu empfehlen, sich im ersten Anlauf nicht zu viel vorzunehmen. Konzentrieren Sie sich auf pflegeleichte Sorten wie Radieschen, Spinat, Mangold, Zucchini oder Buschbohnen. Mit diesen Gemüsepflanzen können erste Erfahrungen gesammelt werden, um sich dann an anspruchsvolleren Sorten zu probieren. Bei der Samenauswahl empfiehlt es sich, auf Hybrid-Samen zu verzichten. Diese sind nicht „samenfest“ und somit nur für den einmaligen Anbau geeignet. Im Zweifelsfall sollten Sie sich im Fachmarkt erkundigen, ob das Saatgut samenfest ist. 

Bevor die Aussaat beginnt, sollten Sie sich mit dem Thema Mischkultur auseinandersetzen. Denn einige Gemüsepflanzen vertragen sich nebeneinander nicht so gut und andere wiederum ergänzen sich optimal. Gute Nachbarn für die Tomate sind beispielsweise Basilikum und Spinat, während sie schlechte Nachbarn für Buschbohnen, Fenchel und Knoblauch sind. 

Achten Sie bei der Aussaat zudem auf spezifische Angaben zu den einzelnen Pflanzen, die meist auf der Verpackung aufgebracht sind. Neben der Pflanzzeit, den benötigten Bodenverhältnissen und dem Wasserbedarf sind dort auch Angaben zu Pflanztiefe oder die Distanz zwischen den Pflanzen zu finden. Diese sollten unbedingt beachtet werden, damit die Gemüsepflanzen ausreichend Platz für ein gesundes Wachstum haben. Ein Beispiel: stehen etwa Fenchelpflanzen zu eng im Beet, nehmen sie sich gegenseitig Wasser, Licht und Nährstoffe. Der Konkurrenzkampf um diese wichtigen Elemente führt dazu, dass der Fenchel anstatt der Knolle hauptsächlich Grün ausbildet. 

Die richtige Pflege der Gemüsepflanzen

Gemüsepflanzen benötigen eine regelmäßige Pflege. Nicht nur eine ausreichende Wasserzufuhr, etwa durch ein gutes Bewässerungssystem, ist wichtig, sondern auch eine konstante Nährstoffversorgung. Je nach Sorte kommt es daher auf sinnvollen Dünger zur richtigen Zeit an. Ein beliebtes Gemisch unter Gärtnern ist die Brennesseljauche. Aber auch Hornspäne, Rindenmulch, Schafwolle und Gründüngung können den Nährstoffgehalt des Bodens verbessern. Sinnvoll ist es auch, den Boden nach der Ernte immer wieder mit eigenem Kompost zu durchmischen, um ein ausgewogenen Verhältnis sämtlicher Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalk und Spurenelementen zu gewährleisten. 

Wohnraum für Insekten gestalten 

Damit der Gemüseanbau im Garten gelingt, sollten sich auch Insekten und Kleinstlebewesen wohl fühlen. Denn diese Nützlinge tragen zum ökologischen Gleichgewicht bei. Neben der Schädlingsbekämpfung bestäuben sie Nutzpflanzen, zersetzen Gartenabfälle, sorgen für die Durchlüftung des Bodens und bereichern ihn mit Nährstoffen. Um Insekten in den Garten zu locken, benötigen Sie Pflanzenvielfalt. Wie wäre es, wenn Sie ein Staudenbeet anlegen oder ein Stück Rasen zu einer Wildblumenwiese umfunktionieren? Unter einem Holzhaufen oder liegengelassenen Laub bietet sich zudem ein Lebensraum für Igel. Sie sind wahre Feinschmecker und fressen beispielsweise unliebsame Schnecken.