Gestern noch Trendfood, heute schon fast Standard – Gemüsenudeln, auch Zoodles genannt, sind aus dem Speiseplan ernährungsbewusster Menschen kaum noch wegzudenken. Mit Spiralschneidern ist die kohlenhydratarme Nudelalternative in wenigen Minuten selbst gemacht. Vier dieser Geräte haben wir für Sie getestet. Lesen Sie mehr in unserem Spiralschneider Test 2021.

Die Testgeräte im Spiralschneider Test 2021

Spiralschneider manuell:
Adoric 5in1 Spiralschneider
Sedhoom SD003791
Spiralschneider mit Elektroantrieb:
Rommelsbacher EGS 80
Suntec SPI-8380

Dieser Test erschien in der Ausgabe 1/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Spiralschneider-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Nicht nur Kinder lieben Nudeln, auch für viele Erwachsene ist Pasta das Soulfood schlechthin. Aber was gut für die Seele ist, muss nicht gleichzeitig auch gut für den Körper sein. Denn zu viel kohlenhydratreiche Kost macht uns durch den darin enthaltenen Zucker auf lange Sicht eher träge, da der Körper mehr Energie braucht, um diesen zu verarbeiten. Außerdem macht sich der übermäßige Pastagenuss in den meisten Fällen auch schnell beim Gang auf die Waage bemerkbar. Umso besser, dass es auch eine gesunde Alternative zu herkömmlichen Nudeln gibt, die einfach und schnell selbstgemacht ist.

Die Qual der Wahl: Beim elektrischen Spiralschneider von Rommelsbacher kann man zwischen drei Zoodlesbreiten entscheiden
Die Qual der Wahl: Beim elektrischen Spiralschneider von Rommelsbacher kann man zwischen drei Zoodlesbreiten entscheiden

Mithilfe eines Spiralschneiders lassen sich aus Zucchini oder Karotten im Handumdrehen leckere Zoodles herstellen. Auch Gurke, rote Beete und anderes Gemüse sowie Obst lässt sich damit verarbeiten, etwa zu ausgefallenen Salaten. Und mit dem richtigen Gerät lassen sich auch Kartoffeln, wenn es denn doch mal Kohlenhydrate sein sollen, in hauchdünne und spiralförmige Leckereien verwandeln. Um herauszufinden, welches unserer Testmodelle diese Herausforderungen am besten meistert, unterziehen wir alle vier Kandidaten, zwei elektrische und zwei manuelle Geräte, einem umfassenden Praxistest. Dabei stehen neben der Funktionalität vor allem auch die Bedienfreundlichkeit und die Sicherheit der Geräte im Fokus. 

Beim Sedhoom werden die Zucchini wie in einem Schraubstock eingespannt und gedreht. Einen Auffangbehälter gibt es nicht
Beim Sedhoom werden die Zucchini wie in einem Schraubstock eingespannt und gedreht. Einen Auffangbehälter gibt es nicht

Aufbau eines Spiralschneiders

Schon beim Auspacken fällt auf, dass sich die elektrischen Spiralschneider von Rommelsbacher und Suntec sehr ähneln. Beide sind etwa gleich groß und bestehen aus einem Gehäuse mit Motoreinheit, in welches die verschiedenen Messereinsätze gesteckt werden können, und einem Einfüllrohr, welches darauf gesetzt wird. Mittels eines Stopfers werden die Lebensmittel fixiert und nach unten durch die Einfüllhilfe gegen die Klinge gedrückt. Ein Auffangbehälter sorgt dafür, dass nichts danebengeht. Die beiden manuellen Spiralschneider weisen hingegen keinerlei äußerliche Ähnlichkeiten auf. Das Modell von Sedhoom wird platzsparend geliefert und muss erst zusammengebaut werden, was vergleichsweise viel Zeit kostet. Im fertigen Zustand nimmt das Gerät mit einer Breite von 24 Zentimetern (cm) dann auch deutlich mehr Platz in Anspruch und erinnert an einen Schraubstock, in den das Gemüse eingespannt wird. Mittels einer Kurbel kann dieses dann gedreht werden, während man mit der anderen Hand an einem seitlichen Griff das Gemüse immer weiter nach vorn Richtung Klinge schiebt. Ein Saugnapf am Boden soll dafür sorgen, dass der Spiralschneider dabei immer einen festen Stand hat. Um die fertigen Zoodles aufzufangen, muss eine Schüssel oder ein Teller untergestellt werden, da der Sedhoom leider nicht mit passendem Behältnis geliefert wird. Das Gerät von Adoric ist hingegen deutlich kleiner und kompakter. Es besteht aus einem runden Auffangbehälter, der mit einer Hand gehalten werden kann und verschiedenen Aufsätzen, die darauf befestigt werden können. Das Gemüse wird dann von oben aufgesetzt und per Hand gedreht. 

Die beiden elektrischen Modelle können neben flächigen auch geriffelte Spiralen zaubern, etwa für Tornadokartoffeln
Die beiden elektrischen Modelle können neben flächigen auch geriffelte Spiralen zaubern, etwa für Tornadokartoffeln

Welche Optionen bieten die Spiralschneider?

Bevor mit dem Spiralisieren begonnen werden kann, muss die passende Klinge gewählt werden. Beim Spiralschneider von Suntec kann man sich zwischen vier Einsätzen entscheiden. Zwei davon sind für klassische Gemüsespaghetti in unterschiedlichen Dicken konzipiert. Mit den anderen beiden lassen sich flächige Spiralen zaubern, mit glatter oder gewellter Oberfläche. Die Schneideeinsätze beim Rommelsbacher sind nahezu identisch, nur dass es noch einen weiteren gibt und so zwischen drei verschiedenen Spaghettibreiten gewählt werden kann. Das Modell von Adoric wird ebenfalls mit 5 Aufsätzen geliefert, wobei jedoch zwei Reibeaufsätze dabei sind für Käse, Muskatnüsse oder Ähnliches. Übrig bleiben also ebenfalls nur zwei Nudelaufsätze für unterschiedliche Breiten und ein flächiger Aufsatz, auf geriffelte Spiralen muss hier verzichtet werden. Ebenso beim Spiralschneider von Sedhoom, wobei bei diesem Gerät zwischen 4 verschiedenen Spaghettibreiten gewählt werden kann. Und für flächige Spiralen genügt es, den Klingeneinsatz einfach wegzulassen. Für Zucchini und Karotten nutzen wir im Test die Nudelaufsätze in unterschiedlichen Breiten. Die Kartoffel wird hingegen flächig geschnitten undzusätzlich geriffelt spiralisiert. 

Möhrenmatsch statt Gemüsenudeln erhält man, wenn die Karotte bei den elektrischen Modellen nicht richtig fixiert wird
Möhrenmatsch statt Gemüsenudeln erhält man, wenn die Karotte bei den elektrischen Modellen nicht richtig fixiert wird

So funktionieren die Spiralschneider

Mit dem Zoodles-Klassiker aus Zucchini kommen alle Modelle sehr gut zurecht. Bei den elektrischen Geräten ist darauf zu achten, dass das Gemüse fest auf den Stopfer gesteckt wird. Andernfalls kann es nicht mit genügend Kraft nach unten gedrückt werden und wird zwischen Klinge und Stopfer zerquetscht. Aber mit ein wenig Übung ist das kein Problem. Auch mit den manuellen Modellen lassen sich die Zucchini einfach in Spiralen verwandeln. Das erfordert zwar mehr Zeit und auch etwas mehr Kraft, aber da Zucchini eine weiche Konsistenz haben und sehr viel Wasser enthalten, hält sich dieser Mehraufwand in Grenzen. Bei Kartoffeln können die Testmodelle ohne Motor ebenfalls noch mithalten, schwieriger wird es da bei Karotten. Hier kommen die handbetriebenen Geräte schnell an ihr Limit.

Vielfältig einsetzbar: Der Spiralschneider von Adoric kann gleichzeitig auch als Reibe oder Messbecher genutzt werden
Vielfältig einsetzbar: Der Spiralschneider von Adoric kann gleichzeitig auch als Reibe oder Messbecher genutzt werden

Beim Spiralschneider von Sedhoom ist es durch den seitlichen Griff schwierig, überhaupt genügend Kraft auf das Gerät zu übertragen. Gelingt es doch, verliert der Saugnapf schnell seinen Halt, was das Spiralschneiden zu einer wackligen und unsicheren Angelegenheit macht. Das Modell von Adoric liegt zwar besser in der Hand, wodurch sich die Kraft auch besser auf das Gerät übertragen lässt, aber durch die Länge und Härte der Karotte gestaltet sich das Spiralisieren trotzdem sehr mühsam. Außerdem reißt das Gemüse durch zu viel Druck seitlich ein, was dazu führt, dass statt langen Zoodles nur kurze Stücke geschnitten werden. 

Steckt das Gemüse fest auf dem Stopfer, wie hier beim Suntec, entstehen gleichmäßige Zoodles und ein kleines Reststück
Steckt das Gemüse fest auf dem Stopfer, wie hier beim Suntec, entstehen gleichmäßige Zoodles und ein kleines Reststück

Spiralschneider nach Einsatz schnell reinigen

Nach der Benutzung, sollten die Geräte möglichst zeitnah gereinigt werden, da sonst die Lebensmittelreste antrocknen und schlechter zu entfernen sind. Am schnellsten geht dies, wenn die Schneideeinsätze vorsichtig per Hand gereinigt werden, auch wenn diese, außer beim Modell von Sedhoom, in die Spülmaschine könnten. Besonders unkompliziert lässt sich der Adoric reinigen, da er nur aus wenigen gut abwaschbaren Teilen besteht. Bei den elektrischen Modellen ist der Reinigungsaufwand etwas umfangreicher. Die meiste Zeit nimmt die Reinigung des Spiralschneiders von Sedhoom in Anspruch. Durch den fehlenden Auffangbehälter und das zusammengesteckte Gehäuse sammeln sich allerhand Speisereste in den Ritzen an, die erst entfernt werden müssen, bevor das Gerät im Schrank verschwinden kann. 

Dieser Test erschien in der Ausgabe 1/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Spiralschneider-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren Spiralschneider
Funktion: Zur Ermittlung der Funktionswertung wird geräteklassentypisches Schnittgut (Zucchini, Möhre und Kartoffel) in jeweiliger Kombination mit dem passenden Spiralschneideinsatz verwendet. Das Schnittergebnis wird jeweils auf Ausfransungen an den Schnittkanten, auf Gleichmäßigkeit von Schnittbreite und -dicke sowie auf Schnittlänge (im Idealfall ergibt sich eine Gemüsenudel aus einem Gemüsestück) untersucht und bewertet. Die Arbeitsgeschwindigkeit wird für die jeweiligen Durchgänge vergleichend bewertet und gemittelt.
Handhabung: Die Testredaktion bewertet die Bedienfreundlichkeit, dies umfasst die Ergonomie sämtlicher Bedienelemente, Zubehörteile, Ausstattungselemente und Funktionen, insbesondere der Betriebsschalter, aber auch Anlaufruck und Eigenvibration der Geräte sowie natürlich Zeit- und Kraftaufwand beim Umbau der Geräte. Bei der Reinigung wird auf die Modularität der zu reinigenden Teile geachtet, auf deren eventuelle Spülmaschinentauglichkeit, auf das Auftreten von Schmutzstellen auch am Gehäuse und auf Verschmutzungen an schwer zugänglichen Stellen. Die Bedienungsanleitung wird auf die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheits- und Entsorgungshinweise überprüft, die Qualität dann anhand der Struktur, Schriftgröße, Bebilderung und der Anwendungshinweise bewertet. Bei der Unterbringung wird die Verstaubarkeit von Kabel und Zubehörteilen bewertet.
Verarbeitung: Bewertet wird die allgemeine Wertigkeit der verwendeten Materialien, das Nicht- bzw. Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten sowie eventuelle Klemmstellen und die Größe von Spalten und Ritzen, zudem die Passgenauigkeit aller Zubehörteile.
Ökologie: Der Energieverbrauch (nur bei den elektrisch betrieben Geräten) wird während der Testreihen gemessen und vergleichend bewertet. Zudem wird die zweckmäßige Verpackung des Gerätes beurteilt und unter ökologischen Gesichtspunkten bewertet.
Sicherheit: Die Sicherheit und Unversehrtheit des Nutzers stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass dem Nutzer durch Klemmen, Schneiden und dergleichen Schäden entstehen.
 

Autorin: Dorothee Wagner