Schnell, scharf und praktisch

Allesschneider-Serie EVO von Graef im Test

Erstellt von Jan Stoll

Allesschneider-Spezialist Graef hat mit der EVO-Serie gleich mehrere scharfe Eisen im Feuer – wir haben die Modelle E 10, E 11, E 20 sowie E 21 getestet und verraten, wie gut diese Allesschneider sind.

Nur wenn man genau hinschaut, lässt sich erkennen, wie hoch die Schnittgüte der getesteten EVO-Allesschneider z. B. bei Weißbrot ist: nirgends Fransen, überall saubere Kanten, also perfekt
Bild: © Auerbach Verlag

 

Die Zeiten, in denen Allesschneider noch einfach „Brotschneidemaschine“ hießen, sind längst vorbei – von den modernen Multitalenten wird heute viel mehr gefordert. Das Brotschneiden bleibt zwar eine Kernaufgabe, doch der Kunde erwartet heute viel mehr. Dies gilt natürlich auch für die EVO-Serie, an deren vier getesteten, sich stark ähnelnden Versionen sich interessante Vergleiche ziehen lassen.

 

 

Mit Präzision

Dass die vier EVO-Allesschneider keine Probleme mit Brot haben, war zu erwarten, dass die Wellenschliffmesser bei EVO E 10 und E 20 etwas besser mit Krustenbrot und Vollkornbrot zurecht kommen ebenso – die harte Kruste kann einfach besser erfasst werden, die Wellenschliffspitze präziser und mit höherem Druck in die Kruste schneiden. Bei weichem Weißbrot und Roggenmischbrot können beide Messertypen überzeugen, saubere Schnittkanten ohne Fransen erzielen alle Testkandidaten. Beim Spezial-Test an Butterbroiche zeigt sich wie bei allen bisher getesteten Allesschneidern eine leichte Schwäche an der Abrisskante, also der hinteren Unterkante des Schnittguts, da hier das Messer das Schnittgut nicht mehr im 90-Grad-Winkel erfassen kann. Für den Alltagsgebrauch ist dies aber, das darf man klar sagen, kein echtes Problem.

 

Keinerlei Probleme gibt es auch bei Hartkäse und Salami, die Schärfe der Messer ist schlicht und einfach exzellent, leichte Vorteile bei der Schale der ungarischen Salami weisen aber auch hier die Wellenschliffmesser von E 10 und E 20 auf, genau wie bei der Brotkruste ist der Beginn des Schneidevorgangs etwas einfacher und schneller möglich. Die glatten Messer von E 11 und E 21 können hingegen ihre Stärken bei empfindlichem Schnittgut ausspielen. Grund hierfür ist die gleichmäßige Druckverteilung an der Schnittkante, was sich auch in einem dezenten, sichelförmigen Abdruck auf dem Schnittgut erkennen lässt. Schinken und Tomaten gelingen hauchdünn und homogen – auch mit dem besten Handmesser lassen sich keine solch exzellenten Ergebnisse erzielen. Dies alles würde aber nicht funktionieren, wenn der Anschlag nicht eine sehr hohe Stabilität aufweisen würde, erst im Grenzbereich (seitlicher Druck über 10 Newton) gibt er etwas nach, die reine Schnittqualität leidet hierunter aber nicht, lediglich die Schnittbreite variiert ganz leicht.

 

 

Mit Leichtigkeit

Neben der Funktion ist natürlich die Handhabung eines Geräts von enormer Bedeutung für den Alltagsgebrauch und auch hier können die vier EVO-Allesschneider überzeugen. Die Bedienschalter sind gut positioniert, sowohl leichtgängig als auch mit einem klaren Druckpunkt versehen, die Puls- und Dauerschaltung ist gelungen, der Restehalter gleitet wie auch der Schlitten ohne Ruckeln oder signifikanten Widerstand. Die Schnittbreiteneinstellung ist griffig und leichtgängig, nur dem Markierungspunkt (genauer gesagt dem Markierungsdreieck) am Gehäuse fehlt es an Kontrast.

 

Die modulare Bauweise der EVO-Serie erleichtert die Reinigung, ganz ohne Werkzeug lassen sich natürlich der Restehalter und der Schlitten, aber auch die Messerschutzabdeckung und das Messer selbst entnehmen und wieder anbauen. Das rostfreie Aluminium-Gehäuse ist ebenfalls leicht zu reinigen, die typischen Verschmutzungsstellen (z.B. Messerunterkante und Übergang von Schlittenführung zu Messereinheit) sind gut zu erreichen, das Putzmittel der Wahl ist ein Spülschwamm mit etwas Spülmittel.

 

Den Motoren hört man bei der Arbeit übrigens gern zu, unter normaler Last verrichten sie ihren Dienst ruhig und unaufdringlich (62 dB(A) wurden gemessen) mit einem sonoren Brummen. Erst unter Volllast sinkt die Drehzahl leicht, ein Quietschen oder gar Schleifergeräusche sind aber auch dann nicht wahrzunehmen.

 

 

Mit Sicherheit

Dank der variablen Puls- und Dauerschaltung läuft das Messer nur dann, wenn man es benutzt, das Ausschalten geht über das simple Betätigen eines der beiden Schalter. EVO E 20 und E 21 weisen eine hohe Standfestigkeit auf, zwar auch aufgrund des Eigengewichts (immerhin 4,1 kg), aber auch, weil die vier sehr weichen Gummifüße über einen hohen Reibewiderstand verfügen. EVO E 10 und E 11 stehen am Geräteende (Messereinheit) auf zwei Saugnapffüßen. In Richtung Schnittbreiteneinstellung sind zwei kleine, nicht ganz so weiche Gummifüße angebracht, daher rutschen diese beiden Modelle etwas leichter, die Messwerte blieben aber ganz klar im unkritischen Bereich. Eine schlaue Kindersicherung hat Graef mit der Schlitten-Fixierung realisiert: Drückt man den Verriegelungsschalter, der auch für das Lösen des Schlittens zuständig ist, kräftig hinein, kann der Schlitten in der „Parkposition“ fixiert werden und das Messer wird durch den Schlittenrahmen verdeckt. Die Finger kleiner Kinderhände werden beim Lösen des Fixierungsschalters scheitern, hierfür braucht es nämlich eine gewisse Portion Muskelkraft.

 

 

Mit Erfahrung

An jedem der vier getesteten Modelle merkt man, welche Erfahrung der Hersteller bei dieser Geräteklasse hat. Die Verarbeitungsqualität liegt auf hohem Niveau, die Praktikabilität ist erstklassig, die mannigfaltigen Aufgaben in den Funktionstestreihen werden meist sehr gut bewältigt und auch typische Knackpunkte wie z.B. die Stabilität des Anschlags sind souverän umgesetzt. Mit einem nur leichten Vorsprung können sich EVO E 20 und EVO E 10 von den Schwestermodellen absetzen, da die hier verbauten Wellenschliffmesser die allroundtauglichsten sind, für Schinken- und Gemüse-Freunde sind EVO E 21 und EVO E 11 aber die beste Wahl. Einen Kauf, das darf man deutlich sagen, sind aber alle Testkandidaten ganz klar wert.

 

 


Bild: © Auerbach Verlag
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