Wer unter Schwielen und Hornhaut an den Füßen leidet, kennt die Mühen, die es kostet, diese von Hand zu entfernen. Zum Glück gibt es dafür vielfache technische Hilfe. In unserem Test verschaffen wir uns einen Überblick über aktuelle Geräte zur Hornhautentfernung und bewerten deren Funktion. Lesen Sie mehr in unserem Hornhautentferner Test 2021.

Die Testgeräte im Hornhautentferner Test 2021

Hornhautentferner:
Silk’n MicroPedi Wet & Dry
Eta Fenité 234890000
PediVac R1-3319
Sichler NX-8587

Dieser Test erschien in der Ausgabe 1/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Hornhautentferner-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Auch bei gutem Schuhwerk und vermeintlich ausreichender Fußpflege bleibt es häufig nicht aus, dass sich gerade an den stark beanspruchten Stellen der Füße Hornhaut bildet. Dabei können allerdings schmerzhafte und vorstehende Hautpartien entstehen, die Folgebeschwerden hervorrufen. Um diese zu vermeiden, bieten sich Hornhautentferner an, die die äußersten, verhärteten Hautschichten sanft abschmirgeln.

Im direkten Vergleich fällt der sehr schmale Feil-Aufsatz des Hornhautentferners von Sichler (rechts im Bild) deutlich auf
Im direkten Vergleich fällt der sehr schmale Feil-Aufsatz des Hornhautentferners von Sichler (rechts im Bild) deutlich auf

Funktionsweise eines Hornhautentferners

Manuelle Hornhautentferner arbeiten wie eine Nagelfeile mit einer rauen Oberfläche, die – genügend Ausdauer vorausgesetzt – die Hornhautpartien stückweise abtragen. Die hier getesteten elektrischen Varianten hingegen arbeiten mit einem Mikromineralgranulat, das in Form einer drehbaren Scheibe oder Trommel rotiert und den manuellen Aufwand deutlich verringert. Außer Sichler legen alle Hersteller Aufsätze mit verschiedenen Körnungen bei. Nach dem Abtragen der Hornhaut empfiehlt sich die Verwendung einer Hautcreme, um die gereizte Haut zu pflegen.

Das Silk’n-Gerät hat einen ergonomischen, rutschfesten Griff mit Sicherheitstaste gegen versehentliches Einschalten
Das Silk’n-Gerät hat einen ergonomischen, rutschfesten Griff mit Sicherheitstaste gegen versehentliches Einschalten

Wie wichtig ist die Ergonomie?

Wir schauen uns zunächst den extravagant gestalteten PediVac an: Dieser fällt in punkto Handlichkeit deutlich aus dem Rahmen, weil der Benutzer die Drehbewegung der Schmirgelscheibe stets aus dem Handgelenk ausgleichen muss. Hierunter leidet der Bedienkomfort und die Hand ermüdet schon nach kurzer Zeit. Aufgrund seiner Form verdeckt der Schleifkopf einen großen Teil der gerade zu bearbeitenden Fläche und die Schmirgelscheibe verhindert gezielte, punktuelle Hornhautentfernung. Weil der Bedienknopf beim PediVac zentral in dem Halteknauf eingelassen ist, muss für eine Bedienung der Taste stets umgegriffen werden. 

Die anderen 3 Hornhautentferner liegen wie Barttrimmer in der Hand und sie lassen sich recht gut um die Fußsohle herumführen. Deren Design wirkt stimmig und der Silk’n besitzt zudem einen rutschfesten Griff. Er ist außerdem das einzige wasserfeste Gerät im Test, sodass er außerordentlich gut zu reinigen ist. Irritiert sind wir von der gefühlt falschen Drehrichtung des Sichler-Kandidaten: alle Tester merken an, dass eine umgekehrte Drehrichtung ein deutlich angenehmeres Arbeiten zulassen würde.

Bei eingestecktem Ladestecker ist der Standfuß des Eta nutzlos, da das Gerät samt Ständer umkippt
Bei eingestecktem Ladestecker ist der Standfuß des Eta nutzlos, da das Gerät samt Ständer umkippt

Extras bei den Hornhautentfernern

Bei der Liste der Geräte-Extras entdecken wir sehr große Unterschiede: Der 5-in-1-Hornhautentferner von Sichler bietet viele Zusatzfunktionen wie Rasieren, Trimmen, Epilieren und Maniküre, aber die viel zu schmale Rolle bietet nur minimale Auflagefläche auf dem Fuß. Beim Eta wurde eine LED-Lampe integriert, die die zu behandelnde Fläche und den Arbeitsbereich des Geräts beleuchten soll, der Lichtkegel leuchtet jedoch den falschen Bereich aus und dieser liegt obendrein fast vollständig hinter dem Gerät versteckt. Der Sinn dieser Beleuchtungseinstellung erschließt sich uns letztlich nicht und kaum ein Tester sah einen echten Nutzen in diesem Feature. Eta zeigt einen leeren Akku per LED-Signal an, eine nachlassende Motordrehzahl verrät einen nachlassenden Akku aber ebenso wirkungsvoll und eindeutig, sodass der Nutzen einer solchen LED fraglich erscheint. Insgesamt sind wir über die Extras der Geräte enttäuscht, denn viele wirken unausgereift. Wir werden den Eindruck nicht los, dass auch bei den Hornhautentfernern die Devise „weniger ist mehr“ gilt, und so verwundert es nicht, dass der Testsieger von Silk’n ohne Extras auskommt.

Der PediVac zeigt die gewählte Geschwindigkeitsstufe mit einer mehrfarbigen LED im Griff an
Der PediVac zeigt die gewählte Geschwindigkeitsstufe mit einer mehrfarbigen LED im Griff an

Zubehör – Was ist mit im Lieferumfang?

Bis auf Sichler haben alle Hersteller erkannt, dass je nach Hauttyp und Festigkeit der Hornhaut unterschiedlich raue Feil-Aufsätze benötigt werden. Heimwerker kennen dies von unterschiedlichen Schleifpapieren in verschiedenen Körnungen. Und so bieten die Hersteller PediVac und Silk’n je zwei Feil-Aufsätze mit unterschiedlichen Körnungen, während Eta gleich drei Körnungen mitliefert. Die groben Feil-Aufsätze bieten schnellen Haut-Abtrag und anschließend lässt sich mit den feineren Aufsätzen detailliert arbeiten. Die Eta-Hornhautfeile besitzt als einzige einen Aufbewahrungsständer mit Kabeldurchführung, der wertvollen Ablageplatz sparen soll. Sobald aber das Ladekabel durch den dafür vorgesehenen Kabeldurchlass des Standfußes gefädelt wird, ist der Fuß nutzlos, da mit eingestecktem Kabel das Gerät liegend aufbewahrt werden muss. Das viele mitgelieferte Zubehör des 5-in-1-Hornhautentferners von Sichler kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der namengebende Feil-Aufsatz deutlich zu schmal ausgefallen ist und obendrein nur in einer Körnung beiliegt. Die übrigen vier Funktionen des Sichlers blieben aus Gründen der Vergleichbarkeit ungetestet.

Die LED-Leuchte des Eta-Geräts wirkt deplatziert und das Gerät verdeckt die Sicht auf die beleuchtete Fläche
Die LED-Leuchte des Eta-Geräts wirkt deplatziert und das Gerät verdeckt die Sicht auf die beleuchtete Fläche

Leistung eines Hornhautentferners

In Hinsicht auf die Geräteleistung zeigen Sichler und Eta klare Schwächen, da deren Motoren sehr durchzugsschwach wirken und unter Last fast stehenbleiben. Dass es auch anders geht, zeigen PediVac und Silk’n mit kräftiger Motorisierung und sehr guten Schmirgel-Leistungen. Im Gesamteindruck siegt hier der Silk’n, weil er das ausgewogenste Verhältnis von Arbeitsbreite, Motorleistung und Schmirgel-Leistung bietet. Im Gegensatz zum batteriebetriebenen Silk’n-Gerät besitzen die anderen Hornhautentferner aufladbare Akkus, was den Geldbeutel freut und die Betriebskosten angenehm gering hält. Der PediVac besitzt eine USB-Ladebuchse, sodass das Ladegerät beliebig gewechselt werden könnte und nicht genormt ist. 

Der PediVac bietet einen leicht zu reinigenden Auffangbehälter für eingesaugte Hautpartikel
Der PediVac bietet einen leicht zu reinigenden Auffangbehälter für eingesaugte Hautpartikel

Unser Fazit im Hornhautentferner-Test

Die getesteten Hornhautentferner sind sehr unterschiedlich in ihrer Handhabung und Wirkung. Bei leicht entfernbarer Hornhaut könnte das Eta-Gerät Liebhaber finden und wer aus Platzgründen ein 5-in-1-Gerät bevorzugt, wird sich mit dem Sichler anfreunden können. Uns konnten beide Hornhautentferner hingegen in ihrer Leistung nicht recht überzeugen. Die leistungsstärkeren Geräte von PediVac und Silk’n bestechen aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Arbeitsleistung: Sie erlauben eine zügige, wirkungsvolle Arbeitsweise. Weil die Drehbewegung des PediVac das Arbeiten mit dem Entferner anstrengend macht und auch die Genauigkeit darunter leidet, kann aus unserem Test nur der Silk’n MicroPedi als Testsieger hervorgehen. 

Dieser Test erschien in der Ausgabe 1/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Hornhautentferner-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren Hornhautentferner
Funktion: Eine Gruppe geschulter Probanden, bestehend aus Männern und Frauen unterschiedlicher Altersklassen, testet die Funktion der Geräte. Für die Schleiffunktion wird geprüft und bewertet, wie gut und wie schnell die Geräte verschiedene Hornhautarten (von weich bis stark) entfernen können und ein glattes Hautbild hinterlassen. Eventuell vorhandene Wechselaufsätze und Geschwindigkeitsstufen werden hierzu nach Empfehlung der Bedienungsanleitung verwendet. Unter dem Punkt Hautschonung wird dabei ebenfalls geprüft, wie behutsam die Geräte arbeiten bzw. in wie weit die Haut beansprucht oder gar verletzt wird. Die Betriebsdauer ergibt sich aus der Reallaufzeit der Geräte mit vollgeladener Batterie auf höchster Leistungsstufe.
Handhabung: Die Probanden bewerten die Bedienfreundlichkeit anhand der generellen Handlichkeit (Größe/Gewicht/Gewichtsverteilung) und Griffigkeit der Geräte sowie der Funktionalität, Gängigkeit und Lage der Bedienelemente, zudem wird die Laufruhe bzw. das Vibrationsniveau und der Wechsel der Aufsätze bewertet. Die Reinigung erfolgt mithilfe des ggf. beigepackten Zubehörs nach Bedienungsanleitung. Hierbei wird auch – falls für das jeweilige Modell erlaubt – die Reinigung unter fließendem Wasser durchgeführt. Geprüft und bewertet werden die Modularität, Zugänglichkeit und Einfachheit der Reinigung der verschmutzten Teile. Die Bedienungsanleitung wird auf die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheits- und Entsorgungshinweise (spez. für die Akkus) untersucht und anhand ihrer Qualität (Bilder, Struktur, Zuordnung der Einzelteile, Schriftgröße, Anwendungstipps) bewertet. Das Betriebsgeräusch ergibt sich aus der praxisnahen Messung im Testlabor auf einer Distanz von 5 Zentimetern zur Schleifkopfmitte, bis 60 dB(A) wird die Note 1 vergeben.
Verarbeitung: Bewertet werden die allgemeine Wertigkeit der verwendeten Materialien, das Nicht- bzw. Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten sowie eventuellen Klemmstellen und die Größe von Spalten und Ritzen, zudem die Passgenauigkeit aller modularen Teile.
Ökologie: Bewertet wird die Wiederaufladbarkeit der Geräte, unnötige Verpackung sowie ggf. entstehender Müll.
Sicherheit: Die Sicherheit und Unversehrtheit des Nutzers stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass dem Nutzer durch Klemmen, Verbrennen oder sonstige unsachgemäße Handlungen Schäden entstehen. Insbesondere wird hier auf das Vorhandensein einer Stopp-Funktion bei zu starkem Aufdrücken geachtet.

Autor: Andreas Müller

Lesen Sie auch unseren Hornhautentferner-Test 2019.