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Sie zerkleinern und häckseln Baumschnitt, Holzreste und Schnittgut von Hecken: Gartenhäcksler sind aus kaum einem Garten oder Grundstück wegzudenken. Doch vor dem Kauf sollte einiges beachtet werden. Soll es nun ein Messer – oder Walzenhäcksler sein und wo liegen Vor – und Nachteile der Gerätetypen? Lesen Sie mehr in unserem Gartenhäcksler Test 2021.

Die Testgeräte im Gartenhäcksler Test 2021

Gartenhäcksler mit Messer:
Einhell GC-KS 2540 CB
Al-Ko Easy Crush MH 2810
Stihl GHE 105
Gartenhäcksler mit Walze:
Al-Ko Easy Crush LH 2810
Einhell GC-RS 60 CB

Dieser Test erschien in der Ausgabe 6/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres GartenhäckslerTests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Im Vergleichstest haben wir heute fünf Gartenhäcksler zum Zerkleinern von Grünschnitt und Ästen. Zwei der Häcksler funktionieren mit Messerwalze und gehören zu den sogenannten Leisehäckslern. Die restlichen drei Häcksler sind etwas lautere Messerhäcksler. Dabei haben beide Gerätegattungen ihre Daseinsberechtigung.

Blick auf die Messerwalze in einem Walzenhäcksler. Rechts ist die Druckplatte zu sehen, die das Schnittgut an die Walze drückt
Blick auf die Messerwalze in einem Walzenhäcksler. Rechts ist die Druckplatte zu sehen, die das Schnittgut an die Walze drückt

Wozu aber braucht man überhaupt einen Häcksler? Zum einen lässt sich Grünschnitt zum Beispiel beim Verschneiden von Hecken vom Volumen her deutlich reduzieren. Der entstandene Mulch kann dann in Säcke gefüllt und entsorgt werden. Sinnvoll ist aber auch eine Kompostierung oder Weiterverwendung. So schütten viele Hobbygärtner das Häckselgut wieder direkt auf den Boden unter der Hecke. Das schützt vor Unkrautwuchs und gibt gleichzeitig Nährstoffe wieder an den Boden zurück. Auch eine Kompostierung ist denkbar. Durch das Zerkleinern wird das Material aufgebrochen und der Verrottungsprozess wird beschleunigt. Deshalb gehört ein solches Gerät eigentlich in jeden größeren Garten.

Im Gegensatz zur Messerwalze sitzen die Messer bei einem Messerhäcksler auf einer rotierenden Scheibe im Gerät
Im Gegensatz zur Messerwalze sitzen die Messer bei einem Messerhäcksler auf einer rotierenden Scheibe im Gerät

Lieber Messer oder Walze?

Der Unterschied liegt in der Technik der Zerkleinerung. Eine Messerwalze besteht aus einer quer eingebauten Scheibe mit in der Regel zwei angebrachten Messern. Die Scheibe wird über einen Elektromotor mit sehr hoher Geschwindigkeit gedreht. Üblich sind hier Drehzahlen um die 3 000 Umdrehungen pro Minute (U/min). Von oben wird das Häckselgut – also beispielsweise Äste – eingeführt. Treffen diese auf die Messerscheibe, werden sie ähnlich wie bei einer Gurkenreibe zerschnitten. Die scharfen Messer und die hohe Geschwindigkeit sorgen für eine sehr gute Zerkleinerung des Schnittgutes. Nachteil ist eine höhere Lautstärke insbesondere beim Schneiden. Im Leerlauf hingegen sind Messerhäcksler nicht viel lauter als die Vertreter mit einer Walze.

Praktischer Stopfer bei Messerhäckslern: Damit lässt sich das Schnittgut gefahrlos bei Stau im Gerät nachschieben
Praktischer Stopfer bei Messerhäckslern: Damit lässt sich das Schnittgut gefahrlos bei Stau im Gerät nachschieben

Weiterer Nachteil ist der Verschleiß. Die eingebauten Messer werden recht schnell stumpf und es platzen auch mal Stücke der Schneidefläche ab – ähnlich wie bei einem Cuttermesser. Dann müssen die Messer ausgetauscht werden. Außerdem fehlt ein automatischer Einzug. Das Schnittgut muss durch Druck von oben an die Messerscheibe herangeführt werden. Gerade bei kleinem Schnittgut kommt es gelegentlich auch zu Verstopfungen. Die Hersteller legen aus diesem Grund meist einen Stopfer aus Kunststoff zum Nachstopfen bei. Außerdem lässt sich das Oberteil von Messerhäckslern in der Regel werkzeuglos abschrauben und Verstopfungen können beseitigt werden. Durch den fehlenden Einzug gibt es im Gegensatz zu Walzenhäckslern auch keinen umschaltbaren Rücklauf zur Entfernung von Verstopfungen.

Zum Vergleich: Links ein durchsichtiger Auffangbehälter, rechts der rauchfarbene von Al-Ko. Dort sieht man deutlich weniger
Zum Vergleich: Links ein durchsichtiger Auffangbehälter, rechts der rauchfarbene von Al-Ko. Dort sieht man deutlich weniger

Walzenhäcksler

Hier sorgt eine Messerwalze für die Zerkleinerung. Das ist ein sternförmiges Metall, an dem das Schnittgut vorbeigeführt wird. Eine verstellbare Druckplatte sorgt für den nötigen Druck an die Messerwalze. Über einen Stellknopf lässt sich der Spalt zwischen Walze und Druckplatte einstellen. So kann der Häcksler auf das zu häckselnde Schnittgut eingestellt werden. Durch die geringere Lautstärke werden diese Geräte auch als Leisehäcksler bezeichnet. Sie bewegen sich deutlich gemächlicher als Messerhäcksler: mit Drehzahlen um die 40 bis 45 U/min. Im Vergleich zum Messerhäcksler wird der Schnitt bei dieser Gerätegattung etwas grober. Größere Äste, insbesondere, wenn sie noch frisch sind, werden unter Umständen mehr gequetscht als gehäckselt. Auch Walzenhäcksler neigen zu Verstopfungen. Da diese systembedingt eine Art automatischen Einzug besitzen, macht hier der Rücklauf Sinn. Dadurch wird das Schnittgut wieder zurückbefördert und Verstopfungen können beseitigt werden.

Vergleich der Häckselqualität: Das gleiche Schnittgut (Tannenzweige) links vom Walzenhäcksler und rechts vom Messerhäcksler
Vergleich der Häckselqualität: Das gleiche Schnittgut (Tannenzweige) links vom Walzenhäcksler und rechts vom Messerhäcksler

Im Gegensatz zu Messerhäckslern kann der obere Teil allerdings nicht abgeschraubt werden. Das führt gelegentlich dazu, dass sich Blockierungen insbesondere durch viel Laub und kleinere Äste nur schwer beseitigen lässt. Dafür sind die Häcksler deutlich wartungsfreier. Die Messerwalze muss nur in seltenen Fällen nach vielen Jahren gewechselt werden. Nur die Druckplatte verschleißt mit der Zeit – je nach Einstellung aber auch schneller, wenn das Metall abgeschliffen wird – und muss dann getauscht werden. Aber auch ein solcher Austausch ist in aller Regel erst nach mehreren Jahren erforderlich.

Der Häcksler von Stihl wird ohne Fangbehälter geliefert. Das Schnittgut landet direkt auf dem Boden vor dem Gerät
Der Häcksler von Stihl wird ohne Fangbehälter geliefert. Das Schnittgut landet direkt auf dem Boden vor dem Gerät

So sind Gartenhäcksler aufgebaut

Der Häcksler von Stihl kommt vom Fachhändler und ist bereits vollständig aufgebaut. Alle anderen Geräte müssen vom Kunden noch zusammengebaut werden. Die gute Nachricht: Das funktioniert bei allen Häckslern ohne zweite Person. Als Werkzeug ist bei allen Geräten ein Kreuzschlitzschraubendreher sowie Maulschlüssel und Zange erforderlich. Erfreulich: Einhell legt seinem Modell mit Messern bereits einen passenden Schlüssel zur Montage der Räder bei. Der Aufbau dauerte bei keinem der Häcksler länger als 15 Minuten (min), sondern ist teilweise schon in 10 min erledigt. Im Prinzip muss nur der Häcksler auf das Gestell für den Fangkorb geschraubt und die Räder angebracht werden.

Bei den beiden Häckslern von Al-Ko wird außerdem noch der Trichter auf den Einfüllstutzen befestigt. Kein großer Aufwand beim Aufbau der Geräte, wobei in dieser Disziplin die Häcksler von Einhell ein wenig die Nase vorn haben. Noch unkomplizierter ist natürlich das bereits aufgebaute Modell von Stihl. Hier könnte es nur Probleme beim Transport geben, denn der Häcksler ist etwas sperrig und benötigt demnach reichlich Platz im Fahrzeug.

Walzenhäcksler lassen sich bei Verstopfungen auch rückwärts betreiben. Dafür gibt es einen Richtungsschalter (rechts)
Walzenhäcksler lassen sich bei Verstopfungen auch rückwärts betreiben. Dafür gibt es einen Richtungsschalter (rechts)

Welcher Gartenhäcksler ist der beste?

Alle fünf Geräte verrichten ihren Dienst prinzipiell ohne große Schwierigkeiten. Die maximale Astgröße liegt laut Herstellerangaben zwischen 35 und 46 Millimetern (mm) und reicht damit in der Praxis auch für größere Äste. Den kleinsten Durchmesser mit 35 mm kann der Messerhäcksler von Stihl verarbeiten. Dieser ist laut Hersteller besonders für holzigen Baumschnitt geeignet. Durch den lang nach oben gezogenen Einfülltrichter lassen sich auch längere Äste gut einführen. Leider verzichtet Stihl auf einen Auffangbehälter für das Schnittgut. Stattdessen wird das gehäckselte Material direkt auf den Boden davor ausgeworfen. Die Messerhäcksler von Einhell und Al-Ko verfügen dagegen über einen Fangkorb aus Kunststoff. Beim Einhell ist dieser mit 55 Litern besonders groß ausgefallen.

Seitlicher Blick auf einen Walzenhäcksler. Hinten der Anschluss für das Netzkabel, davor der Stellknopf für die Druckplatte
Seitlicher Blick auf einen Walzenhäcksler. Hinten der Anschluss für das Netzkabel, davor der Stellknopf für die Druckplatte

Auch sonst kann uns der Messerhäcksler von Einhell am meisten überzeugen. Er arbeitet kraftvoll und erzeugt ein gutes Schnittergebnis zum fairen Preis. Auch der Al-Ko Easy Crush MH 2810 arbeitet ordentlich. Der rauchfarbene Auffangbehälter sieht zwar schick aus, dafür kann man die Höhe des Schnittgutes nicht so gut erkennen. Bei den beiden Walzenhäckslern hat hingegen das Gerät von Al-Ko etwas die Nase vorn. Das liegt vor allem an der schnelleren Arbeitsgeschwindigkeit und dem minimal besseren Schnittergebnis. Kritikpunkt auch hier der rauchfarbene Auffangbehälter. Etwas gemächlicher lässt es der Einhell angehen. Dafür verfügt er über einen deutlich größeren Auffangbehälter und ist um einiges günstiger als das Modell von Al-Ko. Somit ist es letztlich eine Geschmacksfrage, welcher der beiden Walzenhäcksler es nun sein soll.

Dieser Test erschien in der Ausgabe 6/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Gartenhäcksler-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren
Funktion: Die Schnittgüte wird in mehreren Testreihen an trockenem und nassem Holz verschiedener Härten ermittelt, jeweils mit Einfach – und Mehrfachbefüllung. Bewertet wird die Homogenität des erzeugten Häckselguts. Ziel ist eine gleichmäßige Zerstückelung des Holzes. Abzüge gibt es für nicht erfolgreiche Schnitte, das Erzeugen von Holzstreifen und das bloße Quetschen des Holzes. Die Schnittleistung gibt an, ob die Testkandidaten Holz mit maximalem Astdurchmesser nach Herstellerangabe bewältigen können und inwieweit die Härtetesthölzer zerkleinert werden können. Die Arbeitsgeschwindigkeit wird vergleichend bewertet.
Handhabung: Eine Gruppe geschulter Probanden überprüft und bewertet im Punkt Bedienfreundlichkeit die Funktionalität, Gängigkeit und Ergonomie sämtlicher Bedienelemente. Die Bewertung der Häckselgutzufuhr erfolgt in den Testreihen durch die Probanden; das einfache, verstopfungsfreie Zuführen und der Selbsteinzug sind hier die Kriterien. Beim Verstopfungsschutz wird ermittelt, ob die Häcksler rechtzeitig den Betrieb einstellen, bevor es zu einer ernsthaften Verstopfung im Gerät kommt und ob Resetfunktion sowie Rückwärtslauf funktionieren. Die Bedienungsanleitung wird auf Sicherheits – und Entsorgungshinweise, die Angabe technischer Spezifikationen, allgemeine Struktur und Schriftgröße, Bebilderung sowie auf Anwendungs – und Pflegetipps geprüft. Beim Aufbau wird der Aufwand bis zum Erstbetrieb ermittelt, hierzu gehört die Dauer der Montage, der Aufwand an Kraft und Werkzeugen und ob dies alles auch von einer Person allein realisiert werden kann. Bei der Reinigung werden Modularität und Zugänglichkeit der verschmutzten Teile bewertet, neben der Entleerung und Reinigung der Fangbox insbesondere auch die Verschmutzungsanfälligkeit und Reinigung des Schneidwerks. Bei Transport/Unterbringung wird geprüft, wie gut sich die Testkandidaten schieben/ziehen lassen.
Verarbeitung: Die Probanden bewerten die allgemeine Qualität der verwendeten Materialien, die Größe von Spaltmaßen, zudem das Nicht – bzw. Vorhandensein von scharfen Kanten und Gussrückständen sowie die Passgenauigkeit aller modularen Teile.
Ökologie: Der Energieverbrauch wird während der Testläufe ermittelt und vergleichend bewertet.
Sicherheit: Die allgemeine Sicherheit und Unversehrtheit des Nutzers stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass dem Nutzer durch Klemmen, Schneiden und dergleichen Schäden entstehen. Bei der Standsicherheit werden die Geräte horizontal in Griffhöhe und an der Oberkante der Einfüllöffnung durch eine horizontale Krafteinwirkung zum Kippen gebracht. Die mithilfe des Newtonmeters ermittelten Kräfte zum Kippzeitpunkt werden vergleichend bewertet.
 

Autor: Mike Bauerfeind

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Bildquelle:

  • Test_Gartenhäcksler 2021_Startbild: © Auerbach Verlag