Wenn eine Marke zum Synonym für ein Alltagsprodukt wird, hat der Hersteller einen Coup gelandet. Beispiele sind „Tempo“, „Fön“, „Maggi“ oder „Kärcher“. Letzterer steht für die Produktgruppe der Hochdruckreiniger, die es inzwischen auch von zahlreichen anderen Anbietern gibt. Davon haben wir diesmal 6 Geräte im Test. Lesen Sie mehr in unserem Hochdruckreiniger Test 2021.

Die Testgeräte im Hochdruckreiniger Test 2021

Hochdruckreiniger:
Kärcher K7 Premium Smart Control
Nilfisk Core 140-8 In-Hand PowerControl
Bosch Advanced Aquatak 140
Deltafox DC-HPW 2115
Hikoki/Hitachi AW130
Greenworks GDC40

Dieser Test erschien in der Ausgabe 3/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Hochdruckreiniger-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Nur bei Hikoki und Nilfisk müssen noch einige Montagearbeiten durchgeführt werden – alle anderen Hochdruckreiniger sind weitgehend vormontiert
Nur bei Hikoki und Nilfisk müssen noch einige Montagearbeiten durchgeführt werden – alle anderen Hochdruckreiniger sind weitgehend vormontiert

Wer hartnäckigen Schmutz beseitigen will, kommt zumindest im Außenbereich über kurz oder lang an einem Hochdruckreiniger nicht vorbei. Die Geräte sind praktisch, leicht zu bedienen und mittlerweile sogar mit Akku erhältlich. Doch so vollmundig die Versprechen der Hersteller sind – nicht immer sind die Geräte so gut wie in der Werbung. Als Alfred Kärcher im Jahre 1950 den ersten Hochdruckreiniger in Europa entwickelte, hätte er wohl kaum den Siegeszug seiner Hochdruckreiniger vorhergesagt. Mittlerweile sind die Mitbewerber durchaus auch auf der Höhe der Zeit und bauen ähnlich gute, aber in der Regel preiswertere Geräte. Relativ neu am Markt sind kompakte Hochdruckreiniger mit Akkubetrieb. Diese lassen sich leicht transportieren und benötigen weder Elektrokabel noch Schlauch. Doch können solche Geräte mit den herkömmlichen Hochdruckreinigern mithalten? Insgesamt 6 Hochdruckreiniger haben wir in diesem Test auf Herz und Nieren untersucht. Darunter auch einen vom Erfinderunternehmen Kärcher. 

Eindeutig das komfortabelste System: Via Bluetooth und LC-Display lässt sich der Kärcher bis ins Detail steuern
Eindeutig das komfortabelste System: Via Bluetooth und LC-Display lässt sich der Kärcher bis ins Detail steuern

Wie schnell sind die Hochdruckreiniger aufgebaut?

Vor dem Test müssen die Geräte zunächst mehr oder weniger aufwendig zusammengebaut werden. Vorbildlich sind hier die Hochdruckreiniger von Kärcher, Bosch, Deltafox und auch unsere Akkuversion von Greenworks. All diese Geräte sind bis auf ein paar kleine Handgriffe schon komplett zusammengebaut und einsatzbereit. Besonders praktisch: Die Hochdruckschläuche bei Kärcher, Nilfisk, Greenworks und Bosch verfügen über einen Schnellverschluss und lassen sich somit super einfach am Handgriff anstecken und wieder entfernen. Deutlich aufwendiger gestaltet sich der Zusammenbau der Modelle von Hikoki und Nilfisk. Bei diesen müssen noch Griffe und andere Utensilien angeschraubt und montiert werden, der Nilfisk wird sogar mit noch zu montierenden Rädern geliefert. Das bedeutet hier: Schraubendreher nicht vergessen und etwas Zeit für den Aufbau einplanen. Clever gelöst haben viele Hersteller inzwischen das Problem mit dem Hochdruckschlauch: Wer schon mit solchen Geräten gearbeitet hat, kennt die Schwierigkeit, den Schlauch nach getaner Arbeit wieder zusammenzuwickeln und irgendwie platzsparend am Gerät zu befestigen. Die meisten Testkandidaten (Ausnahmen Hikoki und Greenworks) sind mittlerweile mit einer eingebauten Schlauchrolle ausgestattet, die das bequeme Einziehen per Kurbel erlaubt. Bei Kärcher und Nilfisk ist die Rolle sogar geschlossen, sodass man bei aufgewickeltem Schlauch stets nur das Schlauchende sieht. Das schafft Platz und sieht ordentlich aus.

Wasserfilter und Schnellkupplung für den Schlauch sind mittlerweile bei nahezu allen Hochdruckreinigern serienmäßiger Standard
Wasserfilter und Schnellkupplung für den Schlauch sind mittlerweile bei nahezu allen Hochdruckreinigern serienmäßiger Standard

Ausstattung der verschiedenen Hochdruckreiniger

Mit Ausnahme von Greenworks gibt es bei allen Geräten zwei oder mehr Düsen mit dazu. In der Regel eine Hochdruckdüse fürs Grobe und eine regelbare Düse, die eine Druckregulierung ermöglicht. Das ist wichtig, wenn beispielsweise empfindliche Stellen wie Poolfolien oder Autos gereinigt werden sollen. Am cleversten ist hier Kärcher: Während bei den anderen Kandidaten die Düsen manuell gewechselt werden müssen, hat der Marktführer gleich drei Düsen in einen Aufsatz gepackt. Simples Drehen ermöglicht hier das Umstellen auf den benötigten Strahl. Zudem lässt sich am Griff selbst der Druck in mehreren Stufen einstellen.

Besonders praktisch sind die Klicksysteme, die eine schnelle Schlauchmontage am Haltegriff einiger Hochdruckreiniger ermöglichen
Besonders praktisch sind die Klicksysteme, die eine schnelle Schlauchmontage am Haltegriff einiger Hochdruckreiniger ermöglichen

Auch Nilfisk bietet diesen Komfort bei seinem Gerät und nennt dies „In Hand Power Control“. Kärcher geht mit LCD-Display und Bluetooth-App für das Handy noch einen Schritt weiter und erlaubt auch eine App-Steuerung. Dort lässt sich für das zu säubernde Objekt die optimale Einstellung finden. Eine nette Spielerei, die aber in der Praxis wohl eher selten zum Einsatz kommt. Nilfisk hat es ebenfalls clever gemacht und zur Wahl der richtigen Düse und Druckstärke einfach eine Minibedienungsanleitung auf das Gerät gedruckt. Übrigens gibt Nilfisk bei diesem Gerät ordentlich Zubehör mit: So sind unter anderem ein Flächenreiniger und ein Reinigungsbesen mit im Paket. Die Säuberung der Terasse oder des Daches ist somit auch ohne Zubehörzukauf unkompliziert möglich.

Bei Kärcher und Nilfisk verschwindet der Hochdruckschlauch direkt im Gerät. Das ist praktisch und sieht ordentlich aus
Bei Kärcher und Nilfisk verschwindet der Hochdruckschlauch direkt im Gerät. Das ist praktisch und sieht ordentlich aus

Unterschiede im Betrieb

Mit der Reinigungsfunktion der Geräte kann man insgesamt zufrieden sein. Bis auf die Akku-Variante, die wir aber separat behandeln wollen, schaffen alle Reiniger den Härtetest an unseren stark verschmutzten Pflastersteinen, die seit Jahren keine Reinigung mehr erhalten haben. Jeder Hochdruckreiniger schafft es, seinen Quadratmeter ordentlich zu reinigen und am Ende ist kein Unterschied zu erkennen. Allerdings brauchen die Geräte von Hikoki und Deltafox deutlich länger, verbrauchen daher auch mehr Strom und Wasser. Ein simpler Vergleich zwischen den Geräten: Mit dem Hikoki brauchen wir 5 Minuten und verbrauchen 25 Liter Wasser sowie 72 Watt Strom. Beim Deltafox sind es reichlich 4 Minuten, 17,5 Liter und sogar 78 Watt. Spitzenreiter Kärcher ist in 1.45 Minuten fertig und genehmigt sich nur 10,2 Liter sowie 65 Watt. Auch Bosch sowie Nilfisk überzeugen mit 2.11/ 2.01 Minuten und gerade einmal 11,7/10,7 Liter sowie 44 und 36 Watt. Als besonders wirksam erweist sich in dieser Disziplin eine spezielle Rotationsdüse als „Dreckfräse“, die einen drehenden Wasserstrahl erzeugt. Kärcher, Bosch und Nilfisk verfügen serienmäßig über eine solche Düse.

Vorbildlich: Direkt am Reiniger von Nilfisk lässt sich die passende Düse samt empfohlenem Wasserdruck ablesen
Vorbildlich: Direkt am Reiniger von Nilfisk lässt sich die passende Düse samt empfohlenem Wasserdruck ablesen

Für die sanfte Autowäsche werden hingegen die regelbaren Düsen verwendet, die man am besten zunächst mit dem kleinsten Druck vorsichtig probiert. In dieser Disziplin macht sich auch die Zugabe von Reinigungsmitteln gut. Dieses kann in einen dafür vorgesehenen Behälter gegeben werden. Der Behälter selbst wird dann zwischen Griff und Düse befestigt oder noch komfortabler direkt am Gerät eingesteckt. Hierbei sollte allerdings ausdrücklich nur spezielles, für Hochdruckreiniger geeignetes Reinigungsmittel sparsam verwendet werden. Einen Sonderweg geht hier Kärcher: Es müssen spezielle, bereits gefüllte Einmalbehälter mit Reinigungsmittel zugekauft werden, die dann am Gerät angesteckt werden. Das ist im Sinne des Umweltschutzes allerdings nicht zu begrüßen, ein nachfüllbarer Tank wäre umweltbewusster.

Der Schlauch ist bei den meisten Geräten inzwischen auf einer Rolle untergebracht. Nur das Stromkabel wirkt noch etwas störend
Der Schlauch ist bei den meisten Geräten inzwischen auf einer Rolle untergebracht. Nur das Stromkabel wirkt noch etwas störend

Akku-Hochdruckreiniger als Alternative?

Unser Hochdruckreiniger von Greenworks muss aufgrund anderer Leistungsdaten separat betrachtet werden. Einsatzgebiet dieses kompakten Gerätes ist aufgrund des deutlich geringeren Wasserdrucks eher die Reinigung von Fahrzeugen oder Gartenmöbeln. Auch bei der Poolpflege wird das Gerät gute Dienste leisten, wenn man mit den Einschränkungen leben kann. Positiv ist auf jeden Fall die Bewegungsfreiheit dank Akku und Wassertank am Gerät. Allerdings: Wenn der Tank voll ist, wird das Tragen schwer. Wir hätten uns ein paar Rollen am Gerät gewünscht. Das Arbeiten mit dem Hochdruckreiniger macht aber Spaß, vor allem, weil keinerlei weitere Vorbereitungen notwendig sind. Mit etwa elf Minuten im Dauerbetrieb zeigt der 4-Ampere-Akku allerdings keine wirklich große Ausdauer und muss erst wieder für reichlich zwei Stunden an das Ladegerät. Ein Zweit- oder Drittakku wäre sicherlich eine gute Investition. Zum Reinigen großer oder stark verschmutzter Flächen ist dieser Hochdruckreiniger eher nicht geeignet. 

Saubere Sache: Alle Hersteller mit Kabel bringen unsere Pflastersteine im wahrsten Sinne des Wortes wieder zum Glänzen
Saubere Sache: Alle Hersteller mit Kabel bringen unsere Pflastersteine im wahrsten Sinne des Wortes wieder zum Glänzen

Dieser Test erschien in der Ausgabe 3/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Hochdruckreiniger-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren Hochdruckreiniger
Funktion: Für die Reinigungsleistung werden in umfangreichen Testreihen im Freien verschiedene Untergründe (Beton, Asphalt, Stahl) gereinigt und die Leistung der Geräte bewertet. Die Note der Druckkonstanz spiegelt wieder, ob das Gerät dauerhaft und gleichmäßig einen starken Wasserstrahl liefert, oder ob dieser Aussetzer aufweist. Die Note der Flächenreinigung stellt die Effizienz aus gereinigter Fläche und dafür benötigter Zeit dar, gemittelt mit der Probandenbewertung der Flächenreinigung.
Handhabung: Für die Bedienfreundlichkeit überprüft und bewertet eine Gruppe geschulter Probanden die Funktionalität, Gängigkeit und Ergonomie sämtlicher Bedienelemente, ebenso die allgemeine Handlichkeit. Das Betriebsgeräusch wird praxisnah, angelehnt an die DIN EN 60312 ermittelt und vergleichend bewertet, die Messdistanz beträgt 50 Zentimeter. In die Reinigungsnote geht die Einfachheit der Reinigung von Gerät, Behälter und Zubehör ein. Kompaktes Verstauen und handlicher Transport sind die zentralen Bewertungspunkte im Bereich Unterbringung/Transport. Die Bedienungsanleitung wird einerseits auf die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheits- und Entsorgungshinweise (spez. für die Akkus) untersucht, dann andererseits anhand ihrer Qualität (Bilder, Struktur, Zuordnung der Einzelteile, Schriftgröße, Anwendungstipps) bewertet.
Ökologie: Die Note der Ökologie ergibt sich aus dem Energie- sowie Wasserverbrauch des Flächenreinigungstests. Zudem fließt eine Bewertung der Verpackung unter ökologischen Gesichtspunkten ein.
Verarbeitung: Bewertet werden die allgemeine Wertigkeit der verwendeten Materialien, das Nicht- bzw. Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten sowie eventuellen Klemmstellen und die Größe von Spalten und Ritzen, zudem die Passgenauigkeit aller modularen Teile.
Sicherheit: Die Sicherheit und Unversehrtheit des Nutzers stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass dem Nutzer durch Klemmen oder sonstige unsachgemäße Handlungen Schäden entstehen. Ebenfalls wird geprüft, ob durch eine mögliche Undichtigkeit und auslaufendes Wasser Schäden in der Umgebung entstehen können.
 

Autor: Mike Bauerfeind

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