Wer gern gesund snackt, für den lohnt sich die Anschaffung eines eigenen Dörrautomaten, mit dem man leckere Apfelringe oder Bananchips leicht selbermachen kann. Aber die Geräte können mehr als nur Obst – auch Gemüse, Fleisch und Gewürze lassen sich darin schonend trocknen. Wir testen 9 Modelle. Lesen Sie mehr in unserem Dörrautomaten Test 2020.
Die Testgeräte im Dörrautomaten Test 2020
Egal ob beim gemütlichen Filmabend oder dem entspannten Spielenachmittag mit Freunden – Dörrobst eignet sich hervorragend als gesunder Snack für zwischendurch und bietet eine ideale Alternative zu Chips und Schokolade. Ein weiterer Vorteil der gedörrten Leckereien: Sie sind länger haltbar. So lassen sich Lebensmittel gut konservieren ohne an Geschmack zu verlieren. Auch für größere Mengen eignet sich diese Methode gut, was besonders für alle mit eigenem Garten interessant sein dürfte, denn gerade im Sommer lässt sich die Vielzahl an geernteten Früchten meist gar nicht so schnell verbrauchen.
Im Gegensatz zum üblichen Haltbarmachen durch Einkochen bietet das Dörren den Vorteil, dass kein Zucker zugesetzt wird und ein Großteil der Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleibt. Neben Äpfeln, Bananen, Mango und anderen Obstsorten lassen sich auf diese Weise auch Gemüse, Kräuter und Fleisch konservieren. Im Test müssen die Automaten ihr Können mit Tomaten- und Apfelscheiben unter Beweis stellen.
Vorbereitung
Je nach Beschaffenheit und Größe des Dörrguts brauchen die Geräte unterschiedlich lange. Um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, ist es daher wichtig, dass Tomaten und Äpfel in gleichgroße Scheiben geschnitten werden. Eine elektrische Schneidemaschine eignet sich dafür hervorragend. Auch für den Hausgebrauch ist dieses Vorgehen zu empfehlen, da das Dörrgut so gleichmäßiger getrocknet werden kann. Mit einem Entkerner lässt sich außerdem das Kerngehäuse der Äpfel bequem und schnell entfernen ohne das die Äpfel dabei zerschnitten werden müssen. So erhält man schöne gleichmäßige Apfelringe. Tomaten lassen sich – je nach Größe – im Ganzen trocknen, halbiert oder ebenfalls in Scheiben geschnitten. Entscheidet man sich für letztere Methode, da damit die Dörrzeit am kürzesten ist, sollte darauf geachtet werden, dass die Scheiben nicht zu dünn geschnitten werden, da sonst das Fruchtfleisch nicht genügend Halt hat. Die fertigen Apfel- und Tomatenscheiben können dann gleichmäßig auf die Ebenen der Dörrautomaten verteilt werden. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass sich das Dörrgut nicht berührt und zwischen den einzelnen Stücken etwas Platz bleibt, damit die Luft zirkulieren kann.
Wenn unterschiedliche Lebensmittel gleichzeitig gedörrt werden, wie in unserem Fall, ist es empfehlenswert die langsamer trocknenden Scheiben auf den unteren Etagen zu verteilen, da dort bei den meisten Geräten mehr Hitze ankommt. In jedem Fall sollte pro Ebene nur eine Sorte Dörrgut verteilt werden, da fertige Chargen so einfach etagenweise entnommen und bei Bedarf neu bestückt werden können. Je nach Größe und Anzahl der Etagen lassen sich mehr oder weniger Lebensmittel gleichzeitig trocknen. Das höchste Fassungsvermögen hat der DA 1000 von Rommelsbacher mit seinen 10 Ebenen und einer Gesamtnutzfläche von 16 000 cm², wohingegen das Modell von Rosenstein & Söhne nur 5 Etagen hat mit jeweils 648 cm² und damit die geringste Kapazität. Allerdings können bei diesem Gerät, genau wie beim Testkandidaten von Steba und den beiden Modellen von Balter, weitere Ebenen hinzugefügt werden. Diese Möglichkeit besteht bei den Dörrautomaten mit festem Basisgehäuse, wie etwa den Modellen von Rommelsbacher oder dem von Graef, nicht. Außerdem ist zu beachten, dass die großen Geräte, wie etwa der Rommelsbacher DA 1000 viel Power brauchen und einen entsprechend höheren Stromverbrauch haben. Beim Aufeinanderstapeln der Etagen fällt auf, dass bei einigen Modellen wie den Testkandidaten von Severin und Gastroback, die Möglichkeit besteht, den Abstand zwischen den Ebenen zu variieren. Bei Geräten mit festem Basisgehäuse ist dies nicht möglich. Hier lässt sich der Abstand nur vergrößern, indem einzelne Etagen entfernt werden.
Dörrzeit
Sind die Automaten vollständig bestückt, kann der Dörrvorgang beginnen. Um die richtige Einstellung zu treffen, finden sich in den Bedienungsanleitungen Richtwerte für Zeit und Temperatur von verschiedenen Lebensmitteln, meist in Tabellenform. Bei Äpfeln reichen die Angaben dort von fünf bis sechs Stunden beim Modell von Gastroback bis zu maximal 15 Stunden beim Gerät von Graef. Und auch bei Tomaten gehen die Empfehlungen mit vier bis fünf Stunden bei den Testkandidaten von Rommelsbacher bis zu Angaben von acht bis 24 Stunden beim Dörrautomaten von Gastroback weit auseinander. Die Temperaturangaben schwanken zwischen 50 und 70 Grad, in den Bedienungsanleitungen von Gastroback und von Rosenstein & Söhne fehlen diese Empfehlungen jedoch leider. Um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, werden im Test alle Dörrautomaten auf eine Temperatur von 55 Grad eingestellt und der Timer auf 6 Stunden festgelegt. Beim DA-104 von ist allerdings keine Zeiteinstellung möglich und beim Dörrautomaten von Severin entfällt dieser Schritt komplett, weil hier weder Temperatur noch Zeit gewählt werden können. Das Modell verfügt lediglich über einen An-Aus-Schalter. Das vereinfacht zwar einerseits die Bedienung, bedeutet aber auch, dass die Startzeit immer manuell notiert werden muss, um die Dörrdauer im Blick zu behalten und die Temperatur sich nicht anpassen lässt. Sobald die Geräte eingestellt sind, beginnen die Heißluftgebläse zu arbeiten. Beim Testkandidaten von Steba fangen zudem die einzelnen Ebenen an in unterschiedliche Richtungen rotieren, was die Luftzirkulation verbessert und somit den Trocknungsvorgang beschleunigt. Am leisesten ist der Automat von Severin mit einer Lautstärke von 47 dB, wohingegen der DA-105 von Balter mit 62 dB den meisten Krach verursacht.
Ergebnis
Nach Ablauf der sechs Stunden zeigen sich große Unterschiede zwischen den Testgeräten. Während der Dörrvorgang bei den Automaten von Rommelsbacher schon abgeschlossen ist, sehen die Lebensmittel im Modell von Rosenstein & Söhne nahezu unverändert aus. Und auch was die Gleichmäßigkeit der Trocknungsresultate betrifft, sind deutliche Differenzen erkennbar. Die Geräte von Rommelsbacher können auch in diesem Bereich mit gleichmäßig gedörrten Apfel- und Tomatenscheiben sowohl innerhalb der einzelnen Ebenen, als auch über alle Ebenen hinweg, punkten. Aber auch die Modelle von Graef und Steba liefern hier beste Ergebnisse. Schlusslicht ist wiederum der Testkandidat von Rosenstein & Söhne. Innerhalb einer Etage sind die Scheiben noch relativ gleichmäßig getrocknet, aber über die Ebenen hinweg zeigt sich ein anderes Bild: unten ist der Dörrvorgang schon deutlich weiter fortgeschritten, während oben noch nichts davon zu sehen ist. Auch nach weiteren sechs Stunden ist das Dörrgut noch nicht fertig. Dieser Umstand offenbart die schlechte Luftzirkulation im Gerät. Die geringe Wattzahl des Modells mag ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, aber kann keine allzu große Rolle spielen, da andere Dörrautomaten, die ebenfalls nur 250 Watt haben, wie die Kandidaten von Severin und Gastroback, trotzdem gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen. Den Testsieg sichert sich mit dem Rommelsbacher DA 1000 dann aber doch ein Modell mit jeder Menge Power.
Technische Daten
SIEGER PREIS/LEISTUNG |
TESTSIEGER |
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Dörrautomaten |
Balter DA-104 |
Balter DA-105 |
Gastroback Design Dörrautomat Natural Plus 46600 |
Graef DA 506 |
Rommelsbacher DA 900 |
Rommelsbacher DA 1000 |
Rosenstein & Söhne NX-7979 |
Severin OD 2940 |
Steba ED 8 |
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Technische Daten |
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Marktpreis*/UVP |
35 Euro*/k. A. |
40 Euro*/60 Euro |
69 Euro*/80 Euro |
120 Euro*/190 Euro |
170 Euro*/230 Euro |
270 Euro*/350 Euro |
47 Euro*/100 Euro |
40 Euro*/80 Euro |
83 Euro*/93 Euro |
Gewicht |
3,0 kg |
2,6 kg |
2,85 kg |
5,3 kg |
8,4 kg |
17,4 kg |
2,0 kg |
2,5 kg |
3,2 kg |
Maximalleistung |
500 W |
500 W |
250 W |
630 W |
650 W |
1100 W |
250 W |
250 W |
500 W |
Kabellänge |
115 cm |
115 cm |
95 cm |
165 cm |
190 cm |
190 cm |
100 cm |
110 cm |
80 cm |
Temperaturstufen |
stufenlos (35 bis 70 °C) |
8 (35 bis 70 °C) |
stufenlos (35 bis 70 °C) |
stufenlos (30 bis 70 °C) |
stufenlos (35 bis 75 °C) |
stufenlos (35 bis 75 °C) |
8 (35 bis 70 °C) |
eine |
stufenlos (35 bis 70 °C) |
Etagen |
5 (erweiterbar) |
5 (erweiterbar) |
6 |
6 |
6 |
10 |
5 |
5 |
5 (erweiterbar) |
Etagenfläche (Breite × Tiefe) |
31 × 29 cm |
31 × 29 cm |
31 × 24 cm |
29 × 36 cm |
30 × 33 cm |
40 × 40 cm |
27 × 24 cm |
33 cm (Durchmesser) |
34 cm (Durchmesser) |
Nutzfläche |
4495 cm² |
4495 cm² |
4464 cm² |
6264 cm² |
5940 cm² |
16000 cm² |
3240 cm² |
4275 cm² |
4540 cm² |
Timer |
Nein |
Ja (0 bis 19,5 h)/30-Minuten-Schritte) |
Ja (bis 7 h)/30-Minuten-Schritte) |
Ja (bis 40 h)/stufenlos) |
Ja (bis 24 h)/30-Minuten-Schritte |
Ja (bis 24 h)/30-Minuten-Schritte |
Ja (bis 24 h)/30-Min-Schritte) |
Nein |
Ja (bis 48 h)/stufenlos) |
Austattung & Zubehör |
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*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren |
Autor: Dorothee Wagner
Bildquelle:
- Test_Doerrautomaten_Galerie01: © Auerbach Verlag
- Test_Doerrautomaten_Galerie02: © Auerbach Verlag
- Test_Doerrautomaten_Galerie03: © Auerbach Verlag
- Balter DA-104: © Balter
- Balter DA-105: © Balter
- Design Dörrautomat Natural Plus 46600: © Gastroback
- Graef DA 506: © Graef
- Rommelsbacher DA 900: © Rommelsbacher
- Rommelsbacher DA 1000: © Rommelsbacher
- Rosenstein_Soehne NX-7979: © Rosenstein & Söhne
- Severin OD 2940: © Severin
- Steba ED 8: © Steba
- Test_Doerrautomaten_Startbild: © Balter