In Zeiten von Espresso, Cappuccino und aromatisiertem Latte Macchiato steht eine Kaffeespezialität leider nicht mehr wirklich im Fokus, was nicht nur sehr schade ist, weil diese Form des Kaffeegenusses eine wunderbar intensive ist, sondern auch weil sie die älteste Zubereitungsart überhaupt darstellt. Mit dem Okka von Arzum könnte der Kaffee-Klassiker schlechthin, der Mokka, nun aber ein Comeback erleben.

Die Testgeräte

Arzum Okka

 
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© Arzum, Auerbach Verlag
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Bildquelle: © Arzum, Auerbach Verlag

Mehr als feines Kaffeemehl, heißes Wasser und ein Cezve (langstieliges Kaffeekännchen für die Kochstelle) benötigt man eigentlich nicht für einen Mokka. Kompliziert ist die älteste aller Zubereitungsarten nun wirklich nicht, doch das Herausfinden der korrekten Menge an Kaffeemehl, der Umrührmethode, der Köchel- und Kochzeit bedarf in der Praxis wacher Augen und präsenter Hände. Schneller und bequemer ginge es mit einem Mokka-Automaten, doch gibt es überhaupt einen? Diese Frage kann nun mit einem deutlichen Ja! beantwortet.

Alt und neu

Die Geschichte des Mokkas reicht rund 500 Jahre zurück, der türkische Mokka sowie die türkische Kaffeekultur, die ja maßgeblich vom Mokka geprägt ist, gehören mittlerweile zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe, Hersteller Arzum trägt folglich eine gewisse Bürde, meistert diese aber mit Bravour. Zu verdanken ist dies vielerlei technologischen Aspekten, an erster Stelle natürlich der Brühtemperatur. In der kompakten Brühkammer wird die Mischung aus Kaffeepulver und Wasser zum Kochen gebracht, eine Untertemperierung war in keiner Testreihe zu messen, der integrierte Temperatursensor reagiert sogar auf Luftdruckunterschiede, selbst im Gebirge, wo der Siedepunkt des Wassers ja geringer ist, kann man sich auf den Sensor verlassen.

Wenig verwunderlich fällt dann auch die Kaffeetemperatur aus, über 80 Grad Celsius (°C) werden stets erreicht, auch beim ersten Brühdurchgang, bei welchem die Brüheinheit des Okka ja anfänglich nur Raumtemperatur aufweist. Auf den ersten Blick mag die Maximalleistung von 710 Watt nicht als sonderlich hoch anmuten, doch in Relation zur Brühkammer liefert der Okka eine rund doppelt so hohe Watt-pro-Liter-Leistung wie ein moderner Wasserkocher, weshalb das Herstellerversprechen einer kurzen Zubereitungszeit (unter 90 Sekunden) auch eingehalten werden kann.

Dem schnellen Mokka-Genuss steht somit nichts im Wege… oder doch? Traditionsbewusste Genießer werden darauf verweisen, dass das klassische Brühverfahren ja kein Wettlauf mit der Zeit ist und je nach Kochstelle sogar über fünf Minuten dauern kann – das ist zweifelsohne korrekt und auch immer zu bedenken, aber auch hierfür hat der Okka eine Lösung parat: die Langsambrüh-Funktion. Diese verlängert den Brühvorgang (konkret handelt sich um ein „Ausschwemmen“ der Aromen) auf rund dreieinhalb Minuten, der Energieverbrauch (später dazu mehr) erhöht sich jedoch nur marginal, was dafür spricht, dass der zweite Aufbrühvorgang ein sehr kurzer ist, was wiederum dafür spricht, dass die geschlossene Bauweise des Geräts der Energieverschwendung exzellent Einhalt gebietet.

Für Aroma-Perfektionisten ist die Langsambrüh-Funktion natürlich die beste Wahl, der schon bei normaler Brüh-Geschwindigkeit voluminöse, mit den typischen leichten Schokoladennoten daherkommende und dezent säuerliche Mokka erfährt nochmals eine Aufwertung, wird noch etwas wuchtiger und zeigt noch mehr Röstaromen. Der für den Test verwendete Mokka „Türk Kahvesi“ aus 100 Prozent Arabica-Bohnen aus dem Hause KivaHan darf als perfekter Partner des Okkas bezeichnet werden, vollmundig und aromatisch zeigte sich der Mokka in jedem Testdurchgang und jeder Füllmenge, die Benotungen des Sensorikpanels waren durchweg auf höchstem Niveau ohne auch nur eine einzige Negativbewertung beim Fehlgeschmack.

Komfortable Handhabung

Hand in Hand geht beim Okka die Funktion mit der Handhabung: Deckel auf, Kaffeepulver einfüllen, auf dem übersichtlichen Bedienfeld die Option für eine oder für zwei Tassen wählen, den Rest erledigt der Okka von selbst. Er spült die passende (in drei Stufen von 60 bis 80 Milliliter einstellbare) Wassermenge in die Brühkammer, wo ein kleiner, magnetisch angetriebener Quirl das Durchmischen übernimmt, währenddessen heizt das Heizelement – alles ohne Zutun des Anwenders.

Nach 85 Sekunden steht dann eine und nach 140 Sekunden zwei Tassen heißen Mokkas bereit zum Genuss. Die Schaumkrone, wie die Crema beim Espresso ist sie ein Gütesiegel, fällt locker und luftig aus, in kleinen Tassen bedeckt sie auch vollständig den Mokka, lediglich in breiteren Tassen bleibt an der Kaffeeinlaufstelle eine kleine freie Fläche unbedeckt. Das gesamte Bedienkonzept ist simpel und logisch, allein der Betriebsschalter (ein kleiner Wippschalter) am Heck und der ebenfalls dort verortete Kaffeemengeneinstellungsschalter (ein kleiner Schiebeschalter) sind nicht ganz optimal positioniert.

Wie bei der Handhabung kann der Okka auch bei der Reinigung überzeugen – und dies, obwohl das wahrlich nicht die leichteste Disziplin ist. Kaffeefette und die Farbstoffe sind allseits unbeliebte Verschmutzungsquellen, aber auch auf diese Herausforderung hat Arzum die passende Antwort: Auf Knopfdruck wird in die verschmutzte Brühkammer Wasser eingespült, Magnet-Quirl und Heizelement beginnen umgehend mit der Arbeit, das kaffeetrübe Wasser wird dann nach einigen Sekunden herausgespült.

Der Vorgang wiederholt sich zweimal mit sinkendem Heizelementeinsatz, wodurch nach dem kühlen Nachspülen die Brühkammer gefahrlos mit einem Blatt Küchenpapier binnen Sekunden ausgewischt werden kann. Der Magnet-Quirl ist abnehmbar, ebenso die Ringeinheit oberhalb der Brühkammer (der Gehäusekranz samt Auslass) und der Zwei-Tassen-Auslauf ist ebenfalls modular gestaltet – das ist rundum ein schlaues Konzept, ein praktikables, ein funktionales. Die Herausziehbare Auffangwanne und herausnehmbare Tropfgitter runden das Bild gekonnt ab.

Mit Bravour besteht der Okka auch die Energieverbrauchstestreihen, profitiert hierbei natürlich klar von einer kompakten Bauweise. Die Zubereitung eines Mokkas benötigt nur zwölf Wattstunden (Wh) nach dem Kaltstart (8Wh im bereits erwärmten Zustand), für einen doppelten Mokka sind dann maximal 16Wh notwendig. Das Langsambrüh-Verfahren ändert am Energieverbrauch fast nichts, das abermalige Aufheizen vor dem Kaffeeausgießen bedarf nur rund 2 Wh. Das alles sind sehr kleine Zahlen, die aber eben auch deutlich aufzeigen, dass der Okka das genaue Gegenteil eines Energieverschwenders ist und um dies noch mit einem Quervergleich zu untermalen, seit erwähnt, dass für einen Espresso (40mm) ein Kaffeevollautomat oder eine Siebträgermaschinen in etwa das Vierfache an Energie benötigt.

Fazit

Der Okka ist ein hochspezifisches Gerät für eine hochspezifische Aufgabe, die Mokka-Erfahrung von Arzum merkt man diesem Mokka-Automaten sofort an und dieser Eindruck bleibt erfreulicher Weise auch ein konstanter. Für Mokka-Fans ist der Okka eine ideale Wahl, von B wie Bedienfreundlichkeit bis Z wie Zubereitungszeit kann er rundum überzeugen.

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Bildquelle:

  • Test_Mokkaautomat-Arzum-Okka_Tabelle: © Auerbach Verlag, Arzum
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  • Test_Mokkaautomat-Arzum-Okka_Startbild: © Arzum