Vor über einem Jahrzehnt verhalf George Clooney in einer charmanten Werbekampagne den Kaffeekapseln zum endgültigen Durchbruch. Die entsprechenden Maschinen werden für immer mehr Komfort und Genuss stetig weiterentwickelt. Wie sich fünf aktuelle Kaffeeschnellzubereiter im Test schlagen, lesen Sie hier. Lesen Sie mehr in unserem Kapsel- und Pad-Kaffeemaschinen Test 2020.

Die Testgeräte im Kapsel- und Pad-Kaffeemaschinen Test 2020

Kapsel-Kaffeemaschinen:
De’Longhi Nespresso Gran Lattissima EN650
Lavazza Jolie & Milk
Tchibo Cafissimo easy
illy Y3.2
Pad-Kaffeemaschinen:
Philips Senseo Original Eco HD6552

Vollmundig, intensiv oder lieber mild, mit zarter Crema on top: Ein geschmackvoller Espresso oder Caffè Crema ließ sich lange nur mit professionellen Maschinen zubereiten, neben Kaffeesorte waren Röst- und Mahlgrad der Bohne sowie Menge, Brühtemperatur und Wasserdruck entscheidend für den Kaffeegenuss. All diese Parameter haben auch heute nicht an Wert verloren und viele Kaffeegenießer wollen noch tiefer in die schwarze Kunst ihres Lebenselixiers eintauchen − nicht umsonst erfreuen sich Barista-Workshops großer Beliebtheit. Auf der anderen Seite stehen Anbieter, die ein ebenso abgerundetes Kaffee-Erlebnis versprechen, für das man aber kaum einen Finger rühren muss − außer, um eine Kapsel einzulegen und einen Knopf zu drücken. In Windeseile steht die Tasse Kaffee bereit. Ideal für Singlehaushalte, den schnellen Energiekick im Büro oder als kleine Aufmerksamkeit für die Kundin im Geschäft. Dass der Kapselkaffee überproportional viel Müll produziert und aufs Kilo berechnet auch um einiges teurer ist als Filterkaffee, gerät da gerne mal in den Hintergrund. Gleichwohl haben die Hersteller auf das wachsende Umweltbewusstsein der Konsumenten reagiert und bieten immer öfter recycle- oder kompostierbare Kapseln an. Ob die eigene Stadtreinigung für deren Verwertung ausgestattet ist, steht auf einem anderen Blatt.

Bei der De’Longhi-Maschine bestehen die Siebe der Abstellflächen anders als bei den anderen Geräten aus Metall

Bunter Mix

Entscheidet man sich für den Komfort der Kapselmaschine, heißt es das passende Produkt zu finden. Auf dem Markt finden sich Geräte unterschiedlichster Preisklassen, die entsprechend umfangreich ausgestattet sind. Jedoch muss weniger Zubehör nicht zwingend schlechtere Leistung bedeuten. Unsere fünf Testobjekte kommen in verschiedenen Formen und Farben daher. Top verarbeitete hochwertige Materialien weist die Nespresso Gran Lattissima von De’Longhi vor, wie man es von dem Premiumprodukt erwarten kann. Doch auch die Jolie & Milk von Lavazza, die Cafissimo Easy von Tchibo sowie die Y3.2 von Illy sind gut verarbeitet und weisen kaum Materialgrate auf. Einzig die Padmaschine Senseo Original Eco HD6552 von Philips tanzt hier aus der Reihe. So bleibt beim Wasserbehälter auch bei korrektem Sitz ein Spalt offen und der Tropffang liegt sehr locker auf, sodass er durch eine unachtsame Bewegung aus der Fassung geraten kann. Generell ist das Fliegengewicht nicht das standfesteste. Einer der ersten Schritte zur Tasse Kaffee ist das Befüllen des Wassertanks. Dieser lässt sich bei allen Maschinen (Ausnahme: Philips) auch befüllen, wenn er an der Maschine angebracht ist

Hebelwirkung

Nimmt man den Tank jedoch zum Befüllen ab, handhabt sich das bei den Modellen unterschiedlich leicht: Während sich die Tanks von De’Longhi und Lavazza problemlos ab- und aufsetzen lassen, muss er bei der Illy zum Abnehmen erst nach unten gedrückt werden − wer intuitiv am Tank zieht, riskiert, ihn gewissermaßen herauszubrechen. Den Tank der Tchibo muss man indes mit einiger Kraft in seine Halterung drücken. Wem dies nicht gelingt muss bald mit einer kleinen Wasserlache unter dem Gerät rechnen. Geht es nun darum, den Kaffee zuzubereiten, ähnelt sich die Handhabung bei allen getesteten Kapselmaschinen und ist durchaus intuitiv: Nach kurzer Aufwärmphase sind die Geräte bereit, aus einer kleinen Kapsel eine Tasse Kaffee zu zaubern. Dazu wird die Kapsel in den Kapselfang gelegt und der Hebel heruntergedrückt. Das läuft bei allen Testobjekten im Großen und Ganzen einwandfrei. Doch bei zwei Geräten ist etwas mehr Fingerspitzengefühl gefragt: Der Hebel der Illy rastet von oben in den Kapselträger ein − wird der bewegliche Teil des Hebels zu früh nach unten gedrückt, kann sich die Vorrichtung etwas verhaken. Der große Bügel der Lavazza sieht indes zwar sehr schick aus, birgt aber auch seine Tücken: Beim Herunterdrücken können (insbesondere kräftigere) Finger zwischen Hebel und Maschine eingeklemmt werden

Der große Bügelhebel der Lavazza sieht schick aus, für die Finger kann es damit aber etwas eng werden

Strahlkraft

Ist die Kapsel eingeworfen bzw. das Pad eingelegt, startet per Knopfdruck der Brühvorgang − besonders viele Zubereitungsformen, auswählbar per Touch Pad, bietet die De’Longhi. Der fertige Kaffee fließt dann in die bereitgestellte Tasse. Bis auf die Philips bieten alle Modelle Abstellflächen für verschiedene Tassengrößen, entweder auf- bzw. absetzbar (De’Longhi, Lavazza, Tchibo) oder herausklappbar (Illy). Dass das Brühen ein ganz schöner Kraftakt ist, beweist die Tchibo: Während der Kaffeezubereitung versetzt sie die Tasse in solche Schwingung, dass diese an den Rand der Abstellfläche wandert. Dort bleibt sie jedoch glücklicherweise stehen und befindet sich gleichzeitig auch noch unter dem Kaffee-Ausfluss, sodass nichts daneben geht. Generell läuft der Kaffee bei allen Maschinen in gutem Strahl heraus, nur bei der Illy tröpfelt es am Anfang ziemlich, was Spritzer verursachen kann. Das liegt womöglich daran, dass hier, anders als bei den übrigen Modellen, nicht das Gerät selbst einen Auslass hat, sondern dieser in der Kapsel integriert ist.

Manche mögen’s heiß

Besonders fix zubereitet ist der Kaffee von der Philips, dicht gefolgt von Lavazza und De’Longhi. Schlusslicht ist die Illy. Dafür bereitet sie, gleichauf mit der Philips, den heißesten Kaffee. Bei der Temperatur liegt wiederum die De’Longhi hinten. Durch Bedienen des Hebels nach der Zubereitung werden die Kapseln in einen innenliegenden Behälter bugsiert. Dieser ist bei Tchibo und Lavazza schneller voll als bei Illy und De’Longhi. Bei der Philips muss man das Pad manuell entfernen − was eine heiße Angelegenheit werden kann. Da sich die relevanten Bestandteile bei allen Geräten einfach ab- und auseinandernehmen lassen, ist die Reinigung durchweg kein Problem. Einzig bei der Illy gibt es ein paar Ritzen, die eventuell schwerer zu säubern sind. Bei diesem Modell hat die Abstellfläche zudem kein Gitter, nur einen mittigen Abfluss. Die Tasse sollte also auf keinen Fall überlaufen − was im Test jedoch geschah, weil die Maschine für eine Kaffeetasse besonders viel Wasser ansetzt.

Bei der Philips muss das Pad manuell entfernt werden. Von heißen Pads lieber die Finger lassen und den Griff nutzen

Wirklich nachhaltig?

Eine Kapselmaschine wird immer mehr Müll produzieren als etwa eine Filtermaschine. Dennoch gibt es unter den Modellen noch einmal Unterschiede. So nutzt die De’Longhi Nespresso-Kapseln, die aus Aluminium bestehen, aber laut Nespresso vollständig recyclebar sind. Die anderen Modelle verwenden Kapseln aus Kunststoff, welche laut Herstellern auch recycle- (Tchibo: Cafissimo) bzw. kompostierbar (Lavazza: A Modo Mio) sind. Nur die Kapseln der Illy sind nicht wiederverwertbar. Als Padmaschine kann die Philips auf Aluminium und Kunststoff verzichten. Als „Eco“-Modell deklariert sie sich zudem als besonders umweltfreundlich: Die Maschine besteht aus recyceltem Plastik und soll weniger Strom verbrauchen. Stromsparend erwies sich im Test aber vor allem die Lavazza. Alle Maschinen verfügen zudem über eine Abschaltautomatik oder einen Stromsparmodus. Ob multifunktional, platzsparend oder ökologisch − am Ende bieten alle heißen Kaffee.

Technische Daten

 

MEISTERKLASSE

 

TESTSIEGER

 

Kapsel-Kaffeemaschinen

De’Longhi

Nespresso Gran Lattissima EN650

illy

Y3.2

Lavazza

Jolie & Milk

Tchibo

Cafissimo easy

 

Technische Daten

Marktpreis*/UVP

294 Euro*/399 Euro

72 Euro*/ 89 Euro

120 Euro*/140 Euro

29 Euro*/49 Euro

Maximalleistung

1400 W

850 W

1710 W

1250 W

Maximaldruck

19 bar

19 bar

10 bar

15 bar

Kabellänge

90 cm

140 cm

80 cm

80 cm

Maße (Breite × Höhe × Tiefe)

20 × 37 × 28 cm

10 × 25 × 30 cm

22 × 21 × 33 cm

12 × 24 × 32 cm

Austattung & Zubehör

  • 3 Kaffeemengen (je programmierbar) + 6 Milch-Kaffeegetränke

  • abnehmbare Tassenabstellfläche

  • Leuchtsignale

  • Touch-Buttons

  • Wasserhärte programmierbar

  • mit Milchschäumer

  • 2 Kaffeemengen (je programmierbar)

  • ausklappbare Tassenabstellfläche

  • Leuchtsignale

  • Temperatur programmierbar

  • 2 Kaffeemengen (je programmierbar)

  • abnehmbare Tassenabstellfläche

  • Leuchtsignale

  • mit Milchaufschäumer

  • 3 Kaffeemengen (je programmierbar)

  • abnehmbare Tassenabstellfläche

  • Leuchtsignale

  • Signalton

*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren

 

Pad-Kaffeemaschinen

Philips

Senseo Original Eco HD6552

 

Technische Daten

Marktpreis*/UVP

75 Euro*/ 75 Euro

Maximalleistung

1500 W

Maximaldruck

1 bar

Kabellänge

80 cm

Maße (Breite × Höhe × Tiefe)

21 × 33 × 31,5 cm

Austattung & Zubehör

  • 2 Kaffeemengen

  • Leuchtsignale

*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren

Autor: Georgia Dreßler

Bildquelle:

  • Test_Kapselkaffemaschinen_Galerie01: © Auerbach Verlag
  • Test_Kapselkaffemaschinen_Galerie02: © Auerbach Verlag
  • Test_Kapselkaffemaschinen_Galerie03: © Auerbach Verlag
  • DeLonghi Nespresso Gran Lattissima EN650: © De'Longhi
  • 19363 Y3.2 Amalfi: © illy
  • Lavazza Jolie Milk: © Lavazza
  • Tchibo Cafissimo easy: © Tchibo
  • Philips Senseo Original Eco HD6552: © Philips
  • Test_Kapselkaffemaschinen_Startbild: © Auerbach Verlag