Die Auswahl an Fernsehgeräten war nie größer als heute. Viele Dinge müssen beim Kauf beachtet werden und auch die Frage nach dem Preis eine guten TV-Gerätes kann nicht verallgemeinernd beantwortet werden. Wir haben vier moderne UHD-TV-Geräte für Sie verglichen und zeigen ihnen welches Gerät für wen geeignet ist. Lesen Sie mehr in unserem Fernseher Test 2021.

Die Testgeräte im Fernseher Test 2021

Fernseher:
Grundig 55 GOB 9099 Fire TV
OK ODL 55750UV-TFB
TCL 50C715
Strong SRT55UC7433

Dieser Test erschien in der Ausgabe 1/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Fernseher-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Alle vier Signalgeber haben für den Dienst Netflix eine eigene Taste parat. Wird diese gedrückt, öffnet sich das Angebot der Onlinevideothek direkt und ohne Umwege
Alle vier Signalgeber haben für den Dienst Netflix eine eigene Taste parat. Wird diese gedrückt, öffnet sich das Angebot der Onlinevideothek direkt und ohne Umwege

Während wir noch vor rund 20 Jahren in ein TV-Fachgeschäft gingen, die knapp ein Dutzend aufgestellten Röhrenfernseher betrachteten und oftmals das optisch schönste Gerät auswählten, ist der Fernsehkauf heute ungleich komplizierter. Es gibt viel zu beachten. Zum Ersten ist da die Größe: Welche Bildschirmdiagonale passt überhaupt aufs heimische TV-Rack? Soll der Fernseher an der Wand befestigt werden? Ist der Sitzabstand optimal? Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Auswahlkriterium ist zudem der Preis. Moderne TV-Geräte sind in Preisklassen zwischen wenigen Hundert Euro bis hin zu mehreren Tausend Euro erhältlich. Die Nutzung ist alles entscheidend, wenn es um die Bestimmung der passenden Preisklasse geht. Will man tatsächlich nur fernsehen im klassischen Sinne, sprich abends die Tagesschau und ein bis zwei weitere Sendungen schauen, tut es in der Regel auch ein günstiges LCD-TV-Gerät. Wer allerdings Konsolenspiele direkt am Heimkinobildschirm zocken will, benötigt in der Regel ein anspruchsvolleres Gerät. 

Die TV-Geräte im Testfeld überzeugen mit guter Anschlussvielfalt. Mit vier HDMI-Anschlüssen ist der OK-Fernseher aber Spitzenreiter
Die TV-Geräte im Testfeld überzeugen mit guter Anschlussvielfalt. Mit vier HDMI-Anschlüssen ist der OK-Fernseher aber Spitzenreiter

Fernseher-Technologien im Vergleich

In diesem Test richten wir uns eher an die klassischen TV-Zuschauer. In unserem Testfeld sind insgesamt vier TV-Geräte mit je 55 Zoll Bildschirmdiagonale enthalten. Diese Größe ist heute eine der gebräuchlichsten in deutschen Wohnzimmern. Alle vier TVs sind 4K-tauglich und können somit ultrascharfe Bilder ausgeben. Die tatsächliche Bildqualität eines Fernsehgerätes hängt in erster Linie von der verwendeten Technologie ab. Displays sind mittlerweile längst nicht mehr nur auf LED-Basis erhältlich. Seit 2017 sind auch sogenannte QLEDs im Handel zu bekommen. Diese sind in der Funktionsweise ähnlich LCD-TVs mit LED-Beleuchtung aufgebaut. Eine zusätzliche, mit Nanopartikeln bestückte Spezialfolie sorgt bei diesen Geräten für den besonders hohen Kontrast und starke, saubere Farben. Die Quantum Dots strahlen so ein reines Rot oder Grün ab. Im Testfeld basiert das TCL-Gerät auf dieser Technologie. Immer häufiger bieten Hersteller aber auch die komplett neuartigen OLED-Displays an. Diese Technologie unterscheidet sich grundlegend von LED sowie QLED. Während die Pixel in LED-TVs dauerhaft bestrahlt werden (somit auch schwarze Flächen), können diese Bereiche bei OLEDs Pixel für Pixel praktisch bis auf Null gedimmt werden. Gerade in dunklen Räumen ist der Unterschied gut sichtbar. Beim Preis sind OLEDs aber zeitgleich auch am intensivsten. In unserem Testfeld basiert der Grundig-Fernseher auf dieser Technologie. 

Um auch Sender wie RTL oder Sat. 1 in guter Qualität sehen zu können, empfiehlt sich der Einsatz des HD-Plus-Angebotes
Um auch Sender wie RTL oder Sat. 1 in guter Qualität sehen zu können, empfiehlt sich der Einsatz des HD-Plus-Angebotes

App-Angebot im TV-Gerät

Zunehmend wichtig ist zudem eine möglichst breite App-Unterstützung der TV-Geräte. Das TV-Verhalten der meisten Zuschauer hat sich in den zurückliegenden zwei bis drei Jahren geändert. Es sind nicht mehr allein die linearen TV-Angebote wichtig, auch Abrufinhalte – egal ob von bezahlten Anbieter (von Netflix über Prime Video bis Dazn) oder kostenfrei verfügbaren Mediatheken der TV-Sender – müssen nutzbar sein. Hinzu kommt, dass Zuschauer das klassische TV-Signal vermehrt nicht mehr über Kabel oder Satellit beziehen wollen, sondern auf Angebote wie Zattoo, Waipu, MagentaTV und weitere setzen, die TV-Signale über das Internet liefern. Nicht jeder Fernseher unterstützt aber letztendlich jeden Dienst. Es gilt: Je größer die App-Plattform, auf die das TV-Gerät aufbaut, umso wahrscheinlicher ist, dass möglichst viel Apps nutzbar sind. Bei unseren vier Testkandidaten kommen die Plattformen Fire TV von Amazon und Android TV von Google zum Einsatz. Während Grundig und OK das beliebte System von Amazon nutzen und für 99 Prozent der Abrufvideoinhalte eine App zugänglich machen, setzen TCL und Strong auf Android TV, welche ebenso viele Apps unterstützt. Im Testfeld zeigen sich aufgrund dieser Stärke kaum Unterschiede zwischen den Geräten, natürlich sind die Benutzeroberflächen Geschmackssache.

Wer einen Fire-TV-Stick von Amazon verwendet, kennt die Oberfläche bereits: Fire TV bietet hohe Übersichtlichkeit und für nahezu jedes Angebot eigene Apps
Wer einen Fire-TV-Stick von Amazon verwendet, kennt die Oberfläche bereits: Fire TV bietet hohe Übersichtlichkeit und für nahezu jedes Angebot eigene Apps

TV-Empfang über Sat, Kabel, Antenne und Web am Fernseher

Die meisten im Markt befindlichen TV-Geräte werden heute mit einem sogenannten Tripple-Tuner ausgeliefert. Das heißt, die Geräte können Signale über Satellit, Kabelnetze oder auch über eine angeschlossene Zimmerantenne empfangen – je nachdem wie es der Nutzer will. Somit muss der Käufer nicht mehr darauf achten, über welchen Empfangsweg die klassischen, linearen TV-Signale empfangen werden. Alle vier Testkandidaten bringen den Tripple-Tuner mit. Unterschiede sind aber bei der der Erstinstallation feststellbar. Die Kandidaten von Grundig, TCL, und OK stellen spezielle, für den deutschen TV-Markt vorsortierte Listen zur Verfügung. Selbst für Nutzer die HD Plus oder Sky verwenden sind eigene Listen vorhanden. Strong ist hierbei etwas im Hintertreffen. Die Nutzung von Pay-TV-Inhalten mittels CI-Modul stellt für keinen der vier Kandidaten ein Problem dar. Generell gilt: Wer klassische TV-Kanäle an diesen Großbildfernsehern des Öfteren nutzt, sollte nicht sparen und ein Abo der Privatsender in HDTV-Auflösung erwerben. Die Wiedergabe von SD-Bildern an derartig großen Bilddiagonalen macht wenig Sehfreude. Ebenfalls von allen Testkandidaten wird der Hybridstandard HbbTV verarbeitet. Sogar die neuste Version HbbTV 2.0 ist integriert, sodass wichtige Zusatzfunktionen, wie der Neustart von Sendungen bei den öffentlich-rechtlichen Programmen, ebenfalls nutzbar sind. 

Die Android-TV-Oberfläche kann individueller angepasst werden, via Google Play Store lassen sich zusätzliche Apps laden
Die Android-TV-Oberfläche kann individueller angepasst werden, via Google Play Store lassen sich zusätzliche Apps laden

Fernseher mit Sprachsteuerung

Die Nutzung per per Sprachsteuerung unterstützen alle vier Geräte. OK und Grundig verwenden dabei die Alexa-Sprachsteuerung, die im deutschsprachigen Raum am häufigsten genutzt wird. Sie lässt sich bei beiden TVs wahlweise über den Befehl „Alexa“ (in den Raum gerufen) oder über die entsprechende Mikrofontaste am Gerät aktivieren. Im Test können beide Geräte mit sehr guter Sprachbedienung glänzen. Selbst Sender lassen sich per Befehl umschalten und auch die Suchfunktion ist extrem komfortabel nutzbar. Die beiden Android-TV-Geräte sind mit dem Google Assistent ausgestattet. Dieser ist für die Suche ebenfalls gut nutzbar, im TV-Betrieb steht der Google-Sprach-Assistent aber noch hinten an. 

Der Hybriddienst HbbTV ermöglich die zeitversetzte Wiedergabe von Inhalten
Der Hybriddienst HbbTV ermöglich die zeitversetzte Wiedergabe von Inhalten

Fazit im Fernseher-Test

Die vier 55-Zoll-Testkandidaten überzeugen bei der Bedienung. Flotte Umschaltzeiten sowie durchweg aussagekräftige Menüs geben keinen Anlass zur Kritik. Unterschiede stellen wir vor allem bei der Fernbedienung fest. Während Grundig und OK sogar auf dasselbe Modell setzen, welches dank Bluetoothfunktion auch die Bedienung erlaubt, wenn nicht direkt auf den Fernseher gezielt wird, geht Strong sogar noch einen Schritt weiter und liefert gleich zwei Signalgeber mit: einen kleineren mit Grundbedientasten und integrierter Sprachsteuerung, der ebenfalls via Bluetooth mit dem TV kommuniziert, und eine größere klassische Infrarotfernbedienung. TCL setzt ausschließlich auf den Infrarotsignalgeber. 

Dieser Test erschien in der Ausgabe 1/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Fernseher-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren Fernseher
Funktion: Die technische Ausstattung, die Bildqualität und der Funktionsumfang werden ausgiebig untersucht und bewertet. Eine Jury sowie diverse Testroutinen bestimmen die Güte der der Geräte. Ob die Geräte mit allen Standard-Schnittstellen, Tunern und Netzwerk-Funktionen ausgestattet sind, zeigt die Ausstattungsnote. Zusatzfunktionen wie das Vorhandensein einer Sprachsteuerung, Internetapplikationen usw. werden für den Funktionsumfang bewertet.
Handhabung: Die Testredaktion beurteilt die Bedienfreundlichkeit anhand der Kriterien Fernbedienung, Tastenstruktur, Menüführung und elektronischer Programmführer (EPG). Beim Signalgeber wird großer Wert auf eine uneingeschränkte Bedienung, gute Tastenaufteilung und ergonomische Form gelegt. Im Alltagsbetrieb zählen die Übersichtlichkeit der Bildschirmmenüs und des EPGs. Für die Installation wird neben einer vorsortierten Senderliste auch die Sprachauswahl bei der Erstinstallation sowie die Inbetriebnahmegeschwindigkeit benotet. Die Smart-Funktionalitäten werden umfassend untersucht und in der Anwendung bewertet. Dabei werden neben der App-, Mediatheken- und IPTV-Unterstützung ebenfalls HbbTV-Funktion, UHD-Empfang sowie weitere Sonderfunktionen und die Sprachsteuerung näher untersucht. Die Bedienungsanleitung wird anhand der Qualität (Bebilderung, Struktur, Anwendungs- und Pflegetipps sowie Schriftgröße) bewertet.
Verarbeitung: Bewertet wird die allgemeine Wertigkeit und das Nicht- bzw. Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten, sowie die Größe von Spalten und Ritzen, außerdem die Passgenauigkeit aller modularen Teile.
Ökologie: Der Energieverbrauch (im Betrieb und Stand-by) wird während der Testreihen gemessen und vergleichend bewertet.
 

Autor: Ricardo Petzold

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