Diese Eisbecher sind am beliebtesten

Eisbecher
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Manchmal passt die Krönung eines perfekten Sommertags auf einen kleinen Waffelbecher: Eine Kugel cremiges, zart schmelzendes Milch- oder Fruchteis zaubert großen und kleinen Naschkatzen am Strand oder beim Stadtbummel ein glückliches Lächeln aufs Gesicht.

Was für uns heute Bestandteil des alltäglichen Stadtbildes ist, etablierte sich erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in den deutschen Großstädten. Zu dieser Zeit eröffneten italienische Zuwanderer die ersten Eisdielen und verhalfen der vielseitigen Erfrischung bald zu großer Beliebtheit. Die ersten „Gelatieri“, wie die Speiseeishersteller aus Italien genannt werden, waren meist arme Bauern aus Norditalien, die in ihrer Heimat nicht mehr von der Landwirtschaft leben konnten. Über das damalige Staatsgebiet von Österreich-Ungarn fanden sie ihren Weg auch in die übrigen Länder Mitteleuropas. Mobile Eiswagen brachten das Speiseeis in die Parks und Innenstädte, wo auch in immer mehr Eiscafés die Sorten Vanille, Schokolade und Erdbeere über die Ladentheke gingen. In den Wintermonaten schlossen deren Inhaber häufig die Läden und verließen das Land, um die Zeit außerhalb der Saison in Italien zu verbringen. Mittlerweile wird das ganze Jahr über gern Eis verzehrt, sodass ganzjährig geöffnete Eisdielen das rentablere Geschäftsmodell darstellen.

Eis-Spezialitäten im Becher

Wer sich für den Eisgenuss etwas mehr Zeit nehmen möchte, weil er vielleicht nebenbei in Ruhe im Coinbetz-Casino spielt und nicht sein Smartphone verkleben möchte, hat die Wahl zwischen den verschiedensten Variationen köstlicher Eisbecher. Sie werden in Glas- oder Metallschalen angerichtet und mit Früchten, Sahne sowie verschiedenen überzügen aus Saucen und Streuseln garniert. Auch Keks- und Waffeldekorationen sind beliebte Ergänzungen der leckeren Eiscremespeisen.

Zwischen die Waffel: Fürst-Pückler-Eis

Auch als „Neapolitaner Schnitte“ bekannt, assoziieren viele mit der bunten Dreierkombination jeweils eine Schicht Vanille-, Erdbeer- und Schokoladeneis, die von zwei Waffeln zusammengehalten werden. Ursprünglich bestand die hellste Sorte allerdings aus Makroneneis. Durch den hohen Fettanteil der verwendeten Sahne ist die nach dem Fürsten Hermann von Pückler-Muskau benannte Spezialität nur halb gefroren und besonders cremig.

Beliebt im Osten: Schwedeneisbecher

Die typische Eiszubereitung aus der ehemaligen DDR besteht aus Vanilleeis mit einer großzügigen Schicht Apfelmus, Schlagsahne und einem Spritzer Eierlikör. Als eines von wenigen Rezepten ist es bis heute auf den Speisekarten der Eiscafés erhalten geblieben und findet sich mittlerweile sogar in den alten Bundesländern wieder.

Der Exot: Bananensplit

Diese amerikanische Kreation erhielt ihren Namen von der fruchtigen Basis, auf der es sich die Eiskugeln gemütlich machen: einer längs in zwei Hälften gespaltenen Banane. Auf dieser thront jeweils eine Kugel der klassischen Sorten Vanille, Erdbeere und Schokolade, garniert mit einer Portion Schlagsahne und Schokoladensauce. Verfeinert werden kann das Kunstwerk auch durch Ananassirup, Nusssplitter und eine Cocktailkirsche.

Auch als Torte beliebt: Pfirsich Melba

Wer verbindet frisches Obst mit der Oper? Die Sängerin Nellie Melba (1861–1931), der zu Ehren der berühmte Koch Auguste Escoffier ein Eisdessert kreierte, das noch heute gern serviert wird. Es besteht aus geschälten, halbierten Pfirsichen, die in Vanillesirup pochiert werden. Anschließend setzt man sie auf Vanilleeis und garniert die Süßspeise mit Himbeerpüree.

Mit Schokolade begossen: Coupe Dänemark

Ohne pompöse Dekoration kommt der nordische Klassiker aus, den der überlieferung zufolge ein Restaurantbesitzer in der dänischen Hauptstadt erfand. Als eine Gruppe Gäste zu später Stunde nach dem Besuch des nahegelegenen Tivoli-Vergnügungsparks bei ihm einkehrte, waren seine Vorräte an Speiseeis bis auf einige Reste in der Geschmacksrichtung Vanille erschöpft. Kurzerhand schmolz er einige Schokoladenstücke und gab sie über die Eiskugeln – das Kopenhagener Publikum war begeistert und die improvisierte Köstlichkeit verbreitete sich über die dänischen Landesgrenzen hinaus.

Wie die Torte aufgebaut: Schwarzwald-Becher

Die Interpretation des Tortenklassikers in Eisform: Vanilleeis wird im Wechsel mit Schokoladenkuchenstücken (oder Schokoladeneis), Schlagsahne und Schattenmorellen in einem Becher geschichtet und mit einem Klecks Sahne und einer frischen Kirsche garniert. Wer es spritziger mag, kann einen Schuss Kirschwasser dazugeben.

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