Was sind die gesündesten Öle für die Küche?

Flaschen Öl Samen
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Leinöl, Hanföl, Avocadoöl – im Supermarktregal finden sich zahlreiche verschiedene Speiseöle, deren Hersteller Anspruch auf einen besonderen gesundheitlichen Nutzen erheben.

Ein Öl ist besonders reich an Vitamin E, das nächste enthält besonders viele ungesättigte Fettsäuren und bei einem anderen sind es die Oxidantien, die dem Käufer ein gutes Gefühl bescheren. Schnell drängt sich der Eindruck auf, dass es egal ist, welches Öl letztendlich zum Einsatz kommt. Denn den Marketingversprechen der Erzeuger zufolge steht jedes einzelne Produkt im Verdacht, jung zu halten, schön zu machen und Krankheiten abzuwehren. Tatsächlich gibt es aber große Unterschiede zwischen den Produkten. Einige Öle sind erwiesenermaßen aus ernährungsphysiologischer Sicht wertvoller.

Auch die Herstellung zählt

Bevor einige der gesündesten Speiseöle vorgestellt werden, darf auch ein Wort zum Herstellungsprozess nicht fehlen. Denn ein und dasselbe Öl kann je nach Verfahren des Erzeugers mehr oder weniger wertvoll sein. Als ideal werden oft unraffinierte Öle gesehen, weil sie neben dem Öl selbst noch weitere Inhaltsstoffe haben. Allerdings sind solche Öle auch deutlich weniger hitzestabil und können beim Braten ungesunde Stoffe bilden. Unabhängig von der Art des Herstellungsverfahrens sind Speiseöle übrigens oft mit Mineralölverbindungen verunreinigt, wie die Zeitschrift Ökotest berichtet. Das gilt selbst für Marken- und Bio-Produkte. Neben der Zusammensetzung der Öle sind also auch andere Faktoren zu beachten.

Olivenöl

Das gesündeste Speiseöl ist vermutlich immer noch das gute alte Olivenöl. Die Nutzung von Oliven zur Ölherstellung hat eine lange Tradition: Seit mehr als 8.000 Jahren wissen die Menschen im Mittelmeerraum von den Vorzügen dieses Nahrungsmittels. Der hohe Gehalt an Vitamin E, einfach ungesättigten Fettsäuren sowie einigen besonderen Molekülen, die sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken, ist gut erforscht. Ein weiteres Argument, das für Olivenöl spricht, ist der Geschmack – außer, es wird ein neutrales Öl benötigt. Im Fall von Olivenöl lohnt es sich tatsächlich, auf den Kauf eines kaltgepressten und unraffinierten Produkts zu achten. Raffinierte Olivenöle eignen sich allerdings besser zum Braten, da sie einen höheren Rauchpunkt haben. 

Hanföl

Auch das Hanföl hat eine besonders hochwertige Zusammensetzung, wobei es aufgrund seiner Nischenrolle bislang deutlich weniger untersucht wurde. Unter anderem enthält Hanföl Gamma-Linolensäure, die im Körper zu entzündungshemmenden Botenstoffen umgewandelt wird. Andere Inhaltstoffe von Hanföl sind Vitamin E, Phosphor und Zink. Weil Hanföl vergleichsweise teuer ist, wird es vor allem zur Verfeinerung von Speisen eingesetzt. Die meisten Hanföle im Handel werden durch Kaltpressung gewonnen und sind nicht raffiniert. Dadurch behält das Öl einen dezenten Eigengeschmack. Auch zur Hautpflege wird Hanföl gelegentlich empfohlen, da es gut in die Haut einzieht. 

Walnussöl

Auch Walnussöl ist wegen des hohen Preises und des intensiven Eigengeschmacks weniger zum Kochen geeignet und wird beispielsweise zum Anrichten von Salaten genutzt. Es enthält einen hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren und zudem auch viel Vitamin E. Des Weiteren sind in Walnussöl verschiedene Phytosterole wie Stigmasterol, Sitosterol oder Campesterol enthalten. In geringen Mengen können diese Substanzen möglicherweise dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken. In größeren Mengen sollten sie aber nicht verzehrt werden, da sie im Übermaß das Risiko von Herzerkrankungen erhöhen. Walnussöl wird übrigens auch gerne in der Ölmalerei eingesetzt, da es besonders schnell mit Sauerstoff reagiert und sich verfestigt.