Sommerzeit gleich Hitzezeit: Ein kühlender Luftzug eines Ventilators weckt die Lebensgeister, doch lässt diese auch gleich wieder verschwinden, wenn der Lärm ohrenbetäubend ist. Ein Ventilator muss also stets den Spagat zwischen Belüftungsleistung und Betriebsgeräusch vollziehen und dies am besten so wie der Touchstream von Klarstein.

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Das Testgerät

Klarstein Touchstream

 

© Auerbach Verlag, Klarstein
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Bildquelle: © Auerbach Verlag, Klarstein

Der Touchstream stellt durchaus eine etwas ungewöhnliche Konstruktion dar, ähnelt er einem klassischen Tisch oder Standventilator doch nicht wirklich. Die kompakte Bauweise mit dem nur 17 cm „großen“ Impeller lässt beim unerfahrenen Anwender nicht das Gefühl aufkommen, der Touchstream wäre ein ernstzunehmender Ventilator, doch diese Vermutung kann ganz schnell widerlegt werden!

Starkes Lüftchen

Die Messwerte zeigen ein eindeutiges Bild, ein beeindruckendes sogar. Auf die beiden typischen Anwendungsdistanzen von 1 bzw. 2 Metern wurden 10,5 bzw. 6,5 km/h gemessen – auf niedrigster Leistungsstufe wohl bemerkt! Hier zieht der Touchstream der Konkurrenz der klassischen Axial-Lüfter weit davon. Auch aufgrund der Abstufung der drei zur Verfügung stehenden Leistungsstufen kann sich der Anwender stets genug Frischluft gewiss sein, bis hin zu sehr, sehr starken 21 km/h (höchste Leistung auf 1 m Distanz). Hier kann der Touchstream seine Veranlagung nicht ganz verstecken und tut hieran auch gut.

Klarstein selbst ordnet den Touchstream in den Bereich der Standventilatoren ein, „Bodenventilator“ trifft es aber auch, der Touchstream kann schließlich auch in vertikaler Achse arbeiten, wenn man ihn einfach zusammenklappt. Doch Produktgruppenbezeichnung hin oder her: Auf dem Tisch ist der Touchstream bestens aufgehoben, auch wenn der Tisch ein ganzes Stück weiter weg steht. Neben der Gestaltung der Impellerflügel ist hieran auch ein interessante, technologischer Aspekt beteiligt: Die Formgestaltung des Lüftergitters. Dieses ist nicht einfach nur aus schnöden Designvorstellungen geschwungen ausgefallen, sondern um die komprimierte Luft in Eigen-Rotation um die Z-Achse zu versetzen. Dies sorgt für eine hohe Stabilität des Luftstroms und somit für eine auch auf größere Distanz fühl- und messbare Luftgeschwindigkeit. Die Bestnoten in allen drei Teilnoten sind der logische und absolut verdiente Lohn.

Absolut flüsterkompatibel

Das Problem der allermeisten Ventilatoren besteht nicht unbedingt in der reinen Belüftungsleistung, sondern vielmehr in der damit verbundenen Geräuschkulisse, soll heißen: „Stark, aber laut“ sind die meisten Ventilatoren. Besonders bei Geräten, die eben auch auf dem Tisch eingesetzt werden, ist dies natürlich sehr störend, schließlich möchte man nicht die Stimme heben, um sich während des Ventilatorbetriebs mit Gästen zu unterhalten. Der Touchstream darf, dies muss mit Nachdruck gesagt werden, aber als absolut flüsterkompatibel bezeichnet werden, denn selbst auf einen Meter Distanz zeigte das Sauter Schallpegelmessgerät unter 40 dB(A) an, auf 2 Meter dann schon nur noch grenzwertig zu messende 36,5 dB(A). Das sind Top-Werte, die man für den Anwender als „wirklich sehr leise“ bezeichnen darf. Auch auf mittlerer und höchster Leistungsstufe hält sich der Touchstream vornehm zurück, bleibt selbst auf kurze Messdistanz unter 50 dB(A) und somit im angenehmen Bereich. Vorteilig wirken sich die kompakten Flügelblätter aus (weniger Mikroverwirbelungen bedeuten weniger Geräusche), aber auch das Lüfterlager, welches nur auf höchster Stufe leicht zum Brummen tendiert (dezent, nicht störend) und auf niedrigster Leistungsstufe frei von den ungeliebten Nebengeräusch wie Brummen und Klackern ist. Allenfalls ein marginales Schleifen ist zu hören, dafür muss es im Raum aber schon so leise sein, wie es heute vielleicht nur noch im ländlichen Raum tief in der Nacht der Fall ist.

Clever zu bedienen

Bei vielen Touch-Bedienfeldern ist auch heute noch eine gewisse, oft sogar störende Eingabelatenz festzustellen – nicht aber beim Touchstream: Direkt und ohne Verzögerung sprechen die Touch-Sensoren an, besser kann diese Art der Bedienung kaum realisiert werden. Die verbauten LEDs könnten zwar noch etwas heller sein, doch dieser Punkt soll nicht überbewertet werden, schließlich ist die Bedienung und somit auch die Einstellung (inkl. Sleep-Timer) ja sehr gut gelungen und selbsterklärend.

Auch die Fernbedienung trägt ihren Teil zur sehr guten Handhabung bei, kompakt und simpel ist sie gestaltet, zudem mit guten Druckpunkten versehen, findet außerdem (cleveres Detail!) auch direkt am Gerät Platz, kann somit beim Transport nicht verloren gehen. Die glatten Kunststoffoberflächen des Touchstream lassen sich leicht reinigen, für die Impellerreinigung empfiehlt Klarstein einen Pfeifenreiniger – hier darf man beipflichten und ggf. auch Staubwedel oder Druckluftspray (nach einer langen Ventilator-Saison durchaus sinnvoll) dem Nutzer ans Herz legen.

Fazit

Welche Bewertung erhält ein Produkt, das seiner Funktionsaufgabe sehr gut nachkommt, welches zudem mit einer kinderleichten Bedienung aufwartet und auch noch mehr als solide gebaut ist? Es kann nur ein Sehr Gut sein und der Touchstream hat sich diese Bewertung auch vollkommen verdient. Der Spagat zwischen Ventilationsleistung und Betriebsgeräusch ist schlicht und einfach gelungen – das ist selten, das ist lobenswert, das kann kaum überbetont werden. Das schlaue und komfortable Bedienkonzept des in Weiß und Schwarz erhältlichen Ventilators rundet die Wertung ab.

Autor: Jan Stoll

Bildquelle:

  • Online-Test_Tischventilator-Klarstein-Touchstream_Tabelle: © Auerbach Verlag, Klarstein
  • Lupe: © jameschipper – Fotolia.com
  • Online-Test_Tischventilator-Klarstein-Touchstream_Startbild: © Klarstein