Bluthochdruck kann viele Ursachen haben. Hin und wieder ausgelöst durch Stresssituationen, wird er noch nicht zum Problem, aber dauerhaft erhöhter Blutdruck kann ernsthafte Konsequenzen haben. Messgeräte für zu Hause sollen helfen, solche Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen und im Blick zu behalten. Lesen Sie mehr in unserem Blutdruckmessgeräte Test 2020.

Die Testgeräte im Blutdruckmessgeräte Test 2020

Blutdruckmessgeräte:
Soehnle Systo Monitor 200
Newgen Medicals NX-1401
Medisana BU 542 Connect
Medisana BU 546 Connect
Medisana BU 535 voice
Newgen Medicals NC-5992
Grundig BP101U

Etwa 4 Millionen Menschen sterben in Europa jährlich an den Folgen von Bluthochdruck, häufig an Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Eine Zahl, die deutlich reduziert werden könnte, wenn das Problem frühzeitig erkannt wird. Denn gegen Bluthochdruck kann nicht nur mit Medikamenten wirksam gegengesteuert werden, sondern auch mit einer Veränderung der Lebensweise. So können einige der Hauptrisikofaktoren für Bluthochdruck – falsche Ernährung, Übergewicht und zu wenig Bewegung – in vielen Fällen aus eigener Anstrengung beseitigt werden. Dafür muss allerdings erst einmal ein Problembewusstsein vorhanden sein. Schwierig bei einer Erkrankung, deren Symptome häufig unbemerkt bleiben. Denn Bluthochdruck löst keine starken Schmerzen aus, sondern äußert sich beispielsweise in morgendlichen Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen oder Schlafstörungen. Deshalb ist es wichtig, den Blutdruck in regelmäßigen Abständen, am besten jährlich, von einem Arzt checken zu lassen. Zusätzlich ist die Anschaffung eines Blutdruckmessgerätes für zu Hause durchaus sinnvoll. So kann eine kritische Erhöhung des Blutdrucks schnell erkannt und ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden. Patienten, die wegen Bluthochdrucks schon in Behandlung sind, kann ein solches Gerät außerdem helfen, ihre Werte im Blick zu behalten und zu dokumentieren. Um herauszufinden, welche Modelle sich dafür am besten eignen, haben wir 7 Blutdruckmessgeräte einem umfassenden Praxistest unterzogen.

Ein Stoffbeutel, wie beim Modell NX-1401 von Newgen Medicals, dient dem einfachen Verstauen und geschützten Transport

Richtig vorbereiten

Damit die ermittelten Daten überhaupt verwertbar sind, ist die richtige Messtechnik unabdingbar. Um dies zu gewährleisten, finden sich in den jeweiligen Bedienungsanleitungen der getesteten Geräte mehr oder weniger detaillierte Beschreibungen. Besonders positiv fallen hier die Anleitungen der beiden Testmodelle von Newgen Medicals auf. Sie sind übersichtlich strukturiert, bebildert und in ausreichend großer Schrift verfasst. Beim Messgerät von Grundig fällt es hingegen schwer, in der Bedienungsanleitung überhaupt etwas zu entziffern, da die Schrift zu klein ist und auch die Bilder undeutlich. Inhaltlich unterscheiden sich die verschiedenen Anleitungen jedoch kaum. Beim richtigen Anlegen der Manschette am Oberarm helfen neben den Beschreibungen in der Anleitung außerdem die direkt auf der Manschette angebrachten Hinweise und Skizzen, die bei allen Testgeräten vorhanden sind. Damit die Manschette jedoch nicht zu klein ist, sollte auf den Umfang geachtet werden. Für einen größeren Armumfang eignet sich das Gerät von Soehnle sowie die Modelle BU 542 Connect und BU 546 Connect von Medisana, die bis zu 42 Zentimeter umfassen können. Die Manschette des Newgen Medicals NC-5992 ist hingegen nur für einen Armumfang bis 32 Zentimeter konzipiert, während die anderen Testgeräte mit jeweils 36 Zentimetern im Mittelfeld liegen. Größere Manschetten können aber auf Wunsch bei diesen Modellen ebenfalls bestellt werden.

Richtig einstellen

Bevor es mit der ersten Messung losgehen kann, müssen nun noch einige Einstellungen an den Geräten vorgenommen werden. Zuerst werden Datum und Uhrzeit programmiert und in einigen Fällen kann dann auch noch die Einheit gewählt werden, in der die Werte angegeben werden sollen. Zur Auswahl stehen dafür mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder kPa (Kilopascal), wobei hierzulande typischerweise erstere Einheit verwendet wird.
Da die Testgeräte alle sehr einfach aufgebaut sind und nur über zwei bis vier Knöpfe verfügen, sind diese Einstellungen in der Regel auch sehr schnell erledigt. Allerdings machen sich auch hier wieder die Schwächen in der Bedienungsanleitung, insbesondere beim Modell von Grundig, bemerkbar. Die winzige Schrift erschwert den Einstellungsprozess unnötig. Das fällt vor allem im direkten Vergleich mit dem Newgen Medicals NC-5992 auf. Die beiden Geräte sind exakt baugleich und unterscheiden sich – neben einigen Details bei der Gestaltung der Frontanzeige – nur durch die Bedienungsanleitung. Welchen Unterschied dieses vermeintlich unwichtige Detail macht, macht sich im Test jedoch gleich an mehreren Stellen bemerkbar.

Trotz vieler Bilder ist das Lesen der Anleitung beim Gerät von Grundig äußerst mühsam aufgrund der viel zu kleinen Schrift

Richtig messen

Nachdem alle Voreinstellungen gemacht wurden, kann es endlich mit der ersten Messung losgehen. Dafür reicht bei allen Testgeräten ein kurzer Knopfdruck und schon zieht sich die Manschette um den Oberarm zusammen. Je nach individuellem Schmerzempfinden kann der dabei ausgeübte Druck durchaus als unangenehm empfunden werden. In unserem Test wird in diesem Punkt vor allem das Messgerät von Grundig und das Modell NC-5992 von Newgen Medicals von den Probandinnen und Probanden am schlechtesten bewertet. Unnötige Schmerzen muss jedoch niemand bei der Nutzung eines Blutdruckmessgerätes erleiden, denn bei allen Modellen kann die Messung per Knopfdruck sofort abgebrochen werden. Bei den anderen Geräten wird der ausgeübte Druck als weniger schmerzhaft empfunden, vor allem beim Medisana BU 535 voice und dem Kandidat von Soehnle. Bei letzterem liegt das auch darin begründet, dass die Messung hier schon während des Aufpumpens beginnt und deshalb schneller vorbei ist. Ist die Messung vollständig ausgeführt, wird der Druck aus der Manschette wieder abgelassen und die ermittelten Werte werden auf dem Display angezeigt.

Hilfreiche Skizzen auf den Manschetten zeigen den optimalen Sitz und erleichtern damit das richtige Anlegen derselben

Richtig deuten

Nun kommt es darauf an, die Werte auch richtig zu interpretieren. Dafür ist es von Vorteil, wenn das Display klar strukturiert und die Schrift gut lesbar ist. Besonders punkten können in dieser Hinsicht das Blutdruckmessgerät NX-1401 von Newgen Medicals und das BU 542 connect von Medisana. Auch die anderen Testmodelle von Medisana und der Kandidat von Soehnle schneiden hier gut bis sehr gut ab. Das Bu 535 voice von Medisana bietet außerdem noch die Möglichkeit der Sprachausgabe. Das Schlusslicht bilden wiederum das Gerät von Grundig und das NC-5992 von Newgen Medicals. Um die Ergebnisse richtig einzuordnen, verfügen alle Modelle über eine Skala, die sich am Bewertungssystem der WHO orientiert. Bis auf das NC-5992 von Newgen Medicals ist diese Skala bei allen Geräten farbig, was die Einordnung zusätzlich erleichtert. Liegen die Werte im grünen Bereich, besteht kein Anlass zur Sorge. Liegen sie im gelben Bereich, deutet das auf eine leichte Hypertonie hin (Bluthochdruck) und im roten Bereich auf eine schwere Hypertonie. Pulsunregelmäßigkeiten werden ebenfalls angezeigt. Eine Messung allein lässt aber noch keine sinnvollen Rückschlüsse zu. Deshalb sollte jeden Tag zur selben Zeit gemessen werden. Die Geräte ermitteln dann automatisch den Durchschnitt der Werte aus den letzten drei Messungen. Gespeichert werden können von mindestens 60 Datensätze beim Modell von Soehnle bis hin zu 250 Datensätze beim Newgen Medicals NX-1401 sowie den Modellen von Medisana. Und das jeweils für zwei verschiedene Nutzer, so dass sie das Messgerät einfach mit einer weiteren Person gemeinsam nutzen können.

Technische Daten

 

SIEGER PREIS/LEISTUNG

TESTSIEGER

Blutdruckmessgeräte

Grundig

BP101U

Medisana

BU 535 voice

Medisana

BU 542 Connect

Medisana

BU 546 Connect

Newgen Medicals

NX-1401

Newgen Medicals

NC-5992

Soehnle

Systo Monitor 200

 

Technische Daten

Marktpreis*/UVP

20 Euro*/60 Euro

37 Euro*/60 Euro

40 Euro*/40 Euro

49 Euro*/50 Euro

28 Euro*/60 Euro

20 Euro*/35 Euro

27 Euro*/30 Euro

Gewicht

230 g

392 g

413 g

392 g

381 g

230 g

157 g

Manschettenumfang

22–36 cm

22–36 cm

22–42 cm

22–42 cm

22–32 cm

22–36 cm

22–42 cm

Warnung bei Pulsunregelmäßigkeiten

ja

ja

ja

ja

ja

ja

ja

Netzbetrieb/Batteriebetrieb

nein/ja

nein/ja

nein/ja

nein/ja

ja/ja

nein/ja

ja/ja

Austattung & Zubehör

  • Farbskala

  • 2 Nutzer mit je 90 Datensätzen

  • Farbskala

  • 2 Nutzer mit je 120 Datensätzen

  • Sprachausgabe

  • Aufbewahrungstasche

  • Farbskala

  • 2 Nutzer mit je 250 Datensätzen

  • Bluetooth

  • Aufbewahrungstasche

  • Farbskala

  • 2 Nutzer mit je 250 Datensätzen

  • Bluetooth

  • Aufbewahrungstasche

  • Farbskala

  • 2 Nutzer mit je 250 Datensätzen

  • Aufbewahrungstasche

  • Skala

  • 2 Nutzer mit je 90 Datensätzen

  • Farbskala

  • 2 Nutzer mit je 60 Datensätzen

*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren

Autor: Dorothee Wagner

Bildquelle:

  • Test_Oberarm-Blutdruckmessgeraete_Galerie01: © Auerbach Verlag
  • Test_Oberarm-Blutdruckmessgeraete_Galerie02: © Auerbach Verlag
  • Test_Oberarm-Blutdruckmessgeraete_Galerie03: © Auerbach Verlag
  • Grundig BP101U: © Grundig
  • Medisana BU 535 voice: © Medisana
  • Medisana BU 542 Connect: © Medisana
  • Medisana BU 546 Connect: © Medisana
  • Newgen Medicals NX-1401: © Newgen Medicals
  • Newgen Medicals NC-5992: © Newgen Medicals
  • Soehnle Systo Monitor 200: © Soehnle
  • Test_Oberarm-Blutdruckmessgeraete_Startbild: © Auerbach Verlag