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Für Druckluft gibt es in Werkstatt und Hobby zahlreiche Anwendungen, ganz abseits vom bloßen Aufpumpen von Reifen. Dabei spielen der erreichbare Maximaldruck als auch die Konstanz eine wichtige Rolle. Doch wie steht es um die Wartung, und spielt Öl noch immer eine Rolle? Der Test zeigt vier aktuelle Modelle. Lesen Sie mehr in unserem Geräteklasse Test 2022.

Die Testgeräte im Geräteklasse Test 2022

Kompressoren kabelgebunden:
Einhell TE-AC 50 Silent
Einhell TE-AC 24 Silent
Einhell TE-AC 6 Silent
Kompressoren mit Akku:
Black+Decker BDCINF18N-QS

Dieser Test erschien in der Ausgabe 1/2022 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Kompressoren-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Beim Thema Druckluft bewegen sich die Gedanken schnell zum halbjährlich anstehenden Räderwechsel und der damit verbundenen Kontrolle der Reifen. Ebenso vor langen Autobahnfahrten wird teils penibel die Mitte gefunden zwischen Sicherheit und Ökonomie. Druckluft ist jedoch auch für viele andere Einsatzzwecke nützlich. So lassen sich Werkzeuge damit betreiben: Drucklufttacker oder -Meißel erleichtern einem oft die Arbeit. Auch der Betrieb einer Lackierpistole oder das bloße Entstauben von Werkstücken sind möglich. Schlussendlich erfreut sich auch der Fuß-, Basket- oder Volleyball des richtigen Innendrucks. Für diese und alle weiteren Anwendungsbereiche bieten die Werkzeughersteller geeignete Geräte.

Das kompakte Gerät von Black+Decker ist praktisch immer betriebsbereit. Es bietet zahlreiche Funktionen auf kleinstem Raum
Das kompakte Gerät von Black+Decker ist praktisch immer betriebsbereit. Es bietet zahlreiche Funktionen auf kleinstem Raum

Klein anfangen

Das Modell TE-AC 6 Silent ist der kleinste Kompressor, den Einhell in dieser Kategorie bietet. Mit seinem Kesselvolumen von 6 Litern und seinen kompakten Ausmaßen dürfte er auch in kleineren Werkstätten unterkommen. Beim Neukauf ist der einzige Installationsschritt das Anschrauben des Luftfilters, alle weiteren Bauteile sind fertig montiert. Der Kompressor verfügt über einen handlichen Tragegriff an der Oberseite, der das Gewicht des Gerätes relativ gut ausbalanciert, sodass man ihn insgesamt bequem tragen kann. Das seitlich angebrachte Manometer ist von weiter oben nicht besonders gut abzulesen, hier hätte eine Schrägstellung nach oben einige Erleichterung gebracht. Den Druckluftschlauch anzuschließen erfolgt über den bewährten Anschluss und bei bereits aufgebautem Druck entsprechend straff.

Transportabilität kann auch so aussehen: Die Räder des großen Einhell laufen ohne Widerstand und lassen eine Ortsveränderung zu
Transportabilität kann auch so aussehen: Die Räder des großen Einhell laufen ohne Widerstand und lassen eine Ortsveränderung zu

Ob nun vorher oder nachher: Um den Kompressor einzuschalten, wird der Hauptschalter nach oben gezogen. Per Druck darauf, also auch im Notfall, wird der Kompressor ausgeschaltet. Besonders in Situationen, in denen womöglich schnell gehandelt werden muss, geht dies intuitiv von der Hand und stellt sich somit als sehr sicher dar. Die Einstellung für den Arbeitsdruck erfolgt über ein großes Stellrad, das gut in der Hand liegt und über das die Druckeinstellung getroffen werden kann. Die Skala des Manometers ist entsprechend passend aufgelöst, sodass man auf den Bedarf verschiedener Werkzeuge korrekt eingehen kann. Wer sich mit dem Kesselvolumen von 6 Litern begnügen kann, bekommt mit diesem Gerät einen ausgereiften Begleiter für die Werkstatt. Ist der Kessel einmal leer, kann der Kompressor aus Motorkraft dauerhaft und laut eigenem Manometer einen Druck von 1,2 bar liefern.

Das mittlere und große Modell von Einhell bieten zusätzlich ein Manometer für die Anzeige des aktuellen Kesseldruckes
Das mittlere und große Modell von Einhell bieten zusätzlich ein Manometer für die Anzeige des aktuellen Kesseldruckes

Die goldene Mitte

Die zahlreichen Vorteile des kleinen Schwestermodells von Einhell gelten auch für das Modell mit 24 Liter Kesselvolumen. Die Füße sind ebenfalls gummiert, der Hauptschalter gleich und die Einstellung des Auslassdrucks auch. Der einzige Installationsschritt ist auch hier das Anschrauben des Luftfilters. Technisch liegt der einzige Unterschied zum kleinen Modell darin, dass hier ein weiteres Manometer für den Kesselinnendruck verbaut ist. Entlässt man stetig große Mengen an Luft aus dem Kessel, kann der Motor einen Dauerdruck von etwa 2 bar liefern. Der Griff ist so positioniert, dass man das Gerät gut ausbalanciert tragen kann. Das Gerät nimmt wenig Grundfläche in Anspruch und baut eher nach oben auf, sodass es auch in engeren Umgebungen nicht im Weg sein dürfte.

Kompressoren für hohe Ansprüche

Das Einhell-Modell mit 50 Liter Kesselvolumen kommt mit zwei Motoren und entsprechend auch zwei Luftfiltern. Für die Inbetriebnahme sind einige Schritte mehr notwendig, damit sich das Gerät zur vollen Größe entfaltet und alle Funktionen nutzbar sind. Wie auch bei den anderen Modellen werden hier die Gummifüße angeschraubt. Zusätzlich finden die zwei Räder Platz am Gerät. Die Gewindebolzen samt passender Scheiben halten die beiden Räder an Ort und Stelle. Das gesamte Material zur Befestigung liegt bei und kann nach dem Auspacken sofort hergenommen werden. Die Installation des Griffes erfolgt ebenfalls unproblematisch. Hierfür müssen vier Schrauben mithilfe des beiliegenden Inbusschlüssels angezogen werden. Der Aufwand hält sich also auch hier in Grenzen, es muss lediglich bedacht werden, dass man mit dem schieren Gewicht umgehen können muss.

Diese Zahl prangt auf allen Geräten von Einhell. Im Test bleiben sie deutlich darunter und werden ihrem Namen Silent gerecht
Diese Zahl prangt auf allen Geräten von Einhell. Im Test bleiben sie deutlich darunter und werden ihrem Namen Silent gerecht

Ist der erste Aufbau des Kompressors erledigt, lässt sich der Kraftprotz anschließend sehr handzahm führen und bedienen. Dazu ist die Greiffläche des Griffes zusätzlich gepolstert und die installierten Räder laufen leicht und frei auf diversen Untergründen. Der Kompressor verfügt über zwei Auslassanschlüsse, was sehr komfortabel ist und einen erweiterten Einsatz ermöglicht. Beide Anschlüsse werden über einen gemeinsamen Druckminderer eingestellt und betrieben. Als dauerhaft entnehmbaren Druck kommt das Gerät im Test auf etwas mehr als 4 bar. Diesen Druck können die Motoren aus eigener Arbeit erzeugen und auch halten.

Neben den gummierten Füßen der Einhell-Modelle sorgen auch diese Puffer für einen leisen und vibrationsarmen Betrieb
Neben den gummierten Füßen der Einhell-Modelle sorgen auch diese Puffer für einen leisen und vibrationsarmen Betrieb

Die Einhell-Triade

Für alle drei Geräte, die Einhell in diesen Vergleichstest schickt, gelten einige Gemeinsamkeiten: Nach einem Druckverlust von circa 2 bar springt der jeweilige Motor an und gleicht den Druckverlust wieder aus. Das Betriebsgeräusch aller drei Geräte entsprich der Bezeichnung „Silent“. Hier liefert der Hersteller wirklich laufruhige Geräte, die das tösende Pumpen älterer Modelle in Vergessenheit geraten lassen. Vorbei scheinen die Tage zu sein, an denen bei laufendem Kompressor nur die Flucht aus der Werkstatt bleibt. Selbst der große Einhell mit 50-Liter-Kessel und zwei Motoren kommt im Test nicht über 66 dB hinaus. Er bewegt sich somit in einem Bereich, der aushaltbar ist und in dem man sich sogar unterhalten könnte.

Die Laufruhe der Geräte erreicht der Hersteller über mehrere Methoden. Zuerst laufen die Motoren selbst sehr ruhig. Zusätzlich sind sie über Gummipuffer von Gehäuse und Kessel entkoppelt, sodass diese weniger stark in Schwingungen geraten. Darüber hinaus verfügen alle drei Testkandidaten über gedämpfte Füße, die die Übertragung von Vibrationen zum Boden hin gut eindämmen. Die Motoren arbeiten frei von Öl. Es entstehen in dieser Hinsicht also weder dauerhaft wiederkehrende Kosten noch regelmäßiger Wartungsaufwand.

Der große Einhell bietet gleich zwei Anschlüsse für einen sehr vielseitigen Betrieb. Der Druckminderer reguliert beide zugleich
Der große Einhell bietet gleich zwei Anschlüsse für einen sehr vielseitigen Betrieb. Der Druckminderer reguliert beide zugleich

Immer bereit

Abseits von Werkstatt und Werkzeugen gibt es auch Geräte, die sich auf die Grundfunktion des Pumpens konzentrieren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dabei ein schlichtes Gerät entstehen muss. Black+Decker beweist mit seinem transportablen Gerät, dass auch hier viele Gedanken in den Entwurf fließen können. Der Black+Decker ist kompakt und leicht. Er wird über einen 18-Volt-Akku aus dem Wechselsystem des Herstellers betrieben. Alternativ ist ein Kabel zum Betrieb über den 12-Volt-Gleichstromanschluss eines Fahrzeuges vorhanden sowie ein Stecker für die Haushaltssteckdose mit 230 Volt. Es dürfte also schwer sein, das Gerät auf dem falschen Fuß zu erwischen. Es ist praktisch immer betriebsbereit. Zum Aufpumpen von Reifen ist der passende Druckschlauch vorhanden. Mit größerem Durchmesser bietet das Gerät einen weiteren für Luftmatratzen und Co. Spitzen für Bälle sind ebenfalls vorhanden.

Dieser Test erschien in der Ausgabe 1/2022 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Kompressoren-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren
Funktion: Getestet wird die Druckluft beim Aufpumpen der Reifen typischer KFZ-Räder sowie beim Druckluftreinigen von Werkstücken. Die Note der Druckkonstanz gibt Auskunft darüber, wie gut der Druck im Dauerbetrieb ist, also zu dem Zeitpunkt, wenn der Luftvorrat im Kessel erschöpft und die Druckleistung ausschließlich von der Pumpe erzeugt wird.
Handhabung: Die Probanden prüfen und bewerten unter dem Punkt Bedienfreundlichkeit die generelle Handhabung der Geräte, Werkzeugwechsel und Transport. Ebenso wird die Handhabung von Ladegerät und Zubehör bewertet sowie das Betriebsgeräusch auf höchster Drehzahl gemessen und bewertet. Für die Inbetriebnahme werden Zusammenbau und die Vorgänge bis zum Start des Gerätes bewertet.
Verarbeitung: Bewertet werden die allgemeine Wertigkeit der verwendeten Materialien, das Nicht- oder Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten sowie eventuellen Klemmstellen, ebenso die Größe von Spalten und Ritzen sowie die Passgenauigkeit modularer Teile.
Ökologie: Die Note der Ökologie ergibt sich aus der Verfügbarkeit von Service, Wartung und Ersatzteilen und der ökologischen Betrachtung des Verpackungsmülls.
Sicherheit: Die Sicherheit und Unversehrtheit der Nutzenden stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass Nutzenden durch Klemmen oder sonstig Schäden entstehen.
 

Autor: Tom Colditzr

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Bildquelle:

  • Test_Kompressoren 2022_Startbild: © sutlafk/stock.adobe.com, Auerbach Verlag