Man kann das Gras wieder wachsen hören, oder? Was auf keinen Fall zu überhören ist, das sind die Rasenmäher. Sie haben wieder Hochsaison, und manch ein Gartenfreund wird sich für die aktuellste Technik interessieren. Wir prüfen sechs der neuesten Geräte im Praxistest, zwei Benzin-Mäher und vier Akku-Mäher. Lesen Sie mehr in unserem Rasenmäher Test 2020.

Die Testgeräte im Rasenmäher Test 2020

Akku-Rasenmäher:
Stihl RMA 448 PC
Kärcher LMO 36-46 Battery Set
Einhell Rasarro
AL-KO 42.9Li SP Set
Benzin-Rasenmäher:
Stihl RM 448 VC
AL-KO 470 SP-B

War vor wenigen Jahren noch Skepsis angesagt, wenn es um robuste Technik wie Rasenmäher ging, die per Akku betrieben wurden, so hat sich das stark geändert: Akku-Technik ist auch hier auf dem Vormarsch. Die wieder aufladbaren Batterien sind leistungsfähiger geworden, lassen sich auch in anderen Geräten und Werkzeugen der gleichen Firma verwenden und verhelfen den neuen Mähern dank entscheidender Vorteile zum Durchbruch. Doch auf dem Markt behaupten sich die kräftigeren Benzinmäher weiterhin.

Sehr ergonomisch und gut bedienbar ist die Bedieneinheit bei Kärcher mit Sicherheitsgriff und Vorschubbügel

90 Minuten für die Montage

Oft werden die voluminösen Gartengeräte in diversen Einzelteilen im Transportkarton angeboten und müssen vom Endkunden fertig zusammengebaut werden. Zwei der Testgeräte lassen sich von uns dank ausführlich bebilderter Anleitungen relativ unkompliziert in fünf bis 15 Minuten (min.) einsatzfähig machen. Doch im Falle des AL-KO-Benzinmähers reichen 90 min. kaum aus. Und man braucht einen speziellen Schraubendreher, der leider nicht mit geliefert worden ist. Eine angenehme Überraschung erleben wir dagegen beim Auspacken des Kärcher-Mähers: Er ruht fix und fertig montiert in seinem Karton. Die beiden Stihl-Mäher kommen unverpackt und fertig montiert in den Verkauf. Die Testgeräte bringen oft viel Gewicht mit, die Akku-Mäher liegen zwischen 15 und 24 Kilogramm (kg) und die Benzin-Mäher wiegen sogar 28 und fast 35 kg. Die leichteren Mäher – von Einhell und Kärcher – haben einen Tragegriff in der Mitte, so dass man sie mit einer Hand tragen kann. Alle anderen Mäher muss man mit zwei Händen tragen oder eine zweite Person hinzuziehen.

Mähen leicht gemacht

Die Schnitthöhen liegen zwischen 20 und 80 Millimetern und sind bei jedem Testkandidaten mit einem zentralen Hebel, der in die gewünschte Position eingerastet werden muss, vorwählbar. Ein Gestänge überträgt die gewählte Schnitthöhe zu allen vier Rädern. Am leichtesten funktioniert dies beim Mäher von Einhell. Der Einhell lässt sich auch besonders leicht fahren im „Leerlauf“, er besitzt jedoch keinen Radantrieb wie die anderen Geräte. Schaltet man bei den anderen Mähern den Radantrieb zu, geht es zumeist überraschend schnell voran. Mitunter wäre aber eine langsamere Gangart angebracht, wenn der Rasen noch etwas feucht ist oder recht hoch steht. Wer langsamer mäht, bekommt das bessere Ergebnis. In der Fahrgeschwindigkeit verstellbar ist nur der Stihl-Benzin-Rasenmäher. Am leichtesten fällt das Arbeiten mit dem Gerät von Kärcher aufgrund seiner ergonomischen Konstruktion. Der Ein-/Ausschalter lässt sich leichter halten und der Vorschub gleichzeitig ebenso einfacher drücken als bei üblicher Konstruktion mit zwei Drahtbügeln, die man zum Haltegriff heranziehen muss. Der Kärcher bewegt sich als einziger auch ohne Mähfunktion vorwärts, indem man nur den Push Assist-Bügel drückt. Bei der Bewertung des Schnittbildes haben nur die beiden Mäher von Stihl ein „sehr gut“ verdient, doch die anderen Mäher haben ihre Arbeit nur unwesentlich schlechter verrichtet. Mitunter ist es vorteilhaft, mit dem Mäher dicht an eine Mauer, Wand oder einen Zaun heranzukommen. Das ist vielfach konstruktiv bereits berücksichtigt worden. Mit dem Kärcher gelingt das am besten, nur ein Streifen von 1,7 Zentimetern (cm) bleibt stehen. Bei diesem Mäher bilden die Räder eine Reihe mit den Seiten des Messerschutzes. Außerdem führt ein seitlicher Einzug die Grashalme zum Messer hin. Den breitesten Streifen vor der Wand lässt der Akku-Mäher von AL-KO stehen, nahezu 5 cm.Ein Grasfangkorb gehört zur Grundausstattung eines jeden Mähers im Test.

Die Geschwindigkeit kann nur beim Benzin-Mäher von Stihl reguliert werden. Das kann ein besseres Schnittbild bringen

Grasfangkorb und Extras

Während die Körbe von Stihl, Einhell und dem AL-KO Benzin-Mäher aus festem Kunststoff bestehen, sind die Sammelbehälter beim AL-KO-Akku-Mäher und beim Kärcher zum Großteil aus einem Gewebe. Abgesehen davon, dass letztere etwas weniger Platz wegnehmen bei der Aufbewahrung, bemerken wir kaum Unterschiede. Üblich sind inzwischen Anzeigen für den Füllstand des Behälters. Oft soll eine kleine Klappe an der Oberseite signalisieren, wenn der Korb voll ist. Dann dringt keine Luft mehr bis zur Klappe durch und sie bleibt geschlossen. Sonst sorgt der Luftzug für eine geöffnete Klappe. Doch beim AL-KO-Benzin-Mäher steht sie immer etwas offen, dafür bleibt sie beim Kärcher immer geschlossen. Die Anzeigeklappen der beiden baugleichen Körbe von Stihl können bei leichter Verschmutzung klemmen. Man kann auch ohne Grasfänger arbeiten. Alle Mäher verfügen serienmäßig oder optional über einen Mulchkeil, mit dem der Grasschnitt fein zerkleinert und auf der Grasnarbe wieder verteilt wird. Das Mulchen sorgt für zusätzliche Düngung und Schutz vor Austrocknung. Hilfreich ist der Seitenauswurf des AL-KO-Benzin-Mähers, wenn man die Mahd auf voller Fläche zu Heu trocknen lassen möchte.

Akku oder Benzin?

Stihl und Einhell haben ihre Mäher mit zwei Akkus ausgestattet, das sagt aber noch nichts über ihre Leistungsfähigkeit aus, z. B. verfügen die zwei Akkus von Einhell über die gleiche Leistungsfähigkeit wie ein Akku von AL-KO. Die zwei Stihl-Batterien bilden jedoch ein enormes Kraftpaket, die zügiges Arbeiten auf großer Fläche ermöglichen dürften. Wir testen das Durchhaltevermögen der Akkus im Leerlauf. Kärcher brachte es auf 79 min., Stihl auf 74 min., bereits nach 26 min hat die Batterie von AL-KO schlapp gemacht. Als sehr gut empfinden wir beim Kärcher, dass man durch ein Sichtfenster im Akkufach am Display den aktuellen Batterie-Ladezustand und die Restlaufzeit ablesen kann.
Die zwei benzingetriebenen Mäher erweisen sich auf Wildwuchs deutlich leistungsfähiger als die Akku-Mäher, sind aber im Umgang aufwändiger. Sie erfordern viel Umsicht wegen möglicher Auswirkungen auf die Umwelt, denn neben Benzin wird auch Öl benötigt. Das Motoröl sollte man laut Betriebsanleitung erstmals nach fünf Stunden und dann einmal im Jahr wechseln. Dazu muss der Rasenmäher auf die Seite gekippt und ein Auffangbehälter benutzt werden. Außerdem muss der Tank dazu leer sein, also auf gleiche Weise geleert oder leergefahren werden. Sonst würde aus dem funktionsbedingt nicht dicht schließenden Tankverschluss das Benzin auslaufen. Die Benzinmäher ziehen außerdem eine Abgasfahne hinter sich her und arbeiten deutlich lauter als ihre Akku-Pendants. Beim AL-KO-Mäher messen wir in einem Meter Abstand 85,3 Dezibel (dB), beim Benzin-Mäher satte 91,3 dB.

Ein Mulchkeil – hier beim AL-KO-Benzinmäher – gehört heute zur Grundausstattung fast aller Rasenmäher

Reinigungsaufwand

Akku-Mäher sind generell reinigungsfreundlicher als Benzinmäher, denn man kann sie ohne Sorge um auslaufendes Benzin zur Seite kippen. Außer der sichtbaren Oberseite muss vor allem an der Unterseite das Messer und dessen Abdeckung von abgeschnittenem Gras befreit werden. Wenn es recht saftig ist, klebt es in einer dicken Matte am Unterboden fest. Am besten reinigen lässt sich ein Gerät mit möglichst glatter Oberfläche, ohne Kanten, Rillen und Ritzen. In dieser Hinsicht ist besonders positiv der Kärcher-Mäher aufgefallen.

Technische Daten

 

SIEGER PREIS/LEISTUNG

 

TESTSIEGER

Akku-Rasenmäher

AL-KO

42.9Li SP Set

Einhell

Rasarro

Kärcher

LMO 36-46 Battery Set

Stihl

RMA 448 PC

 

Technische Daten

Marktpreis*/UVP

400 Euro*/450 Euro

295 Euro*/360 Euro

552 Euro*/650 Euro

789 Euro*/899 Euro

Gewicht (mit Akku)

23 kg

15 kg

18,5 kg

24 kg

Maße (Breite × Höhe × Tiefe)

52 × 104 × 14 cm

55 × 107 × 150 cm

48 × 98 × 145 cm

48 × 106 × 142 cm

Akku

Li-Ion 4,0 Ah, 40 V

2 × Li-Ion 4 ,0 Ah, 18 V

Li-Ion 5 ,0 Ah, 36 V

je Li-Ion 4,8 Ah und 6,0 Ah, 36 V

max. Betriebsdauer (Herstellerangabe)

20 min

k.A.

30 min

k.A.

Schnittbreite

42 cm

38 cm

46 cm

46 cm

Schnitthöhe

30 bis 75 mm verstellbar

25 bis 75 mm verstellbar

20 bis 70 mm verstellbar

25 bis 75 mm verstellbar

Fangkorbvolumen

60 l

45 l

55 l

55 l

Betriebsgeräusch (gemessen)

85,3 dB(A)

86,0 dB(A)

85,8 dB(A)

87,9 dB(A)

Austattung & Zubehör

  • Siebenstufige zentralverstellbare Schnitthöhe

  • Radantrieb

  • Kindersicherung,Grasfangkorb

  • klappbarer Holm

  • mit Akku und Ladegerät. Optionales Zubehör: Mulchkeil

  • Zusatzakku

  • Sechsstufige zentralverstellbare Schnitthöhe

  • Rasenkamm für Kanten

  • Grasfangkorb

  • klappbarer und teleskopierbarer Holm

  • Tragegriff

  • mit Mulchkeil

  • 2 × Akku und Doppelladegerät. Optionales Zubehör: div. Akkugrößen

  • Fünfstufige zentralverstellbare Schnitthöhe

  • zuschaltbarer Radantrieb

  • faltbarer Grasfangkorb

  • klappbarer und verstellbarer Holm

  • Kindersicherung

  • mit Mulchkeil

  • Akku und Ladegerät. Lade- und Restlaufzeit am Akku ablesbar

  • Optionales Zubehör: Wechselakku

  • Sechsstufige zentralverstellbare Schnitthöhe

  • Radantrieb

  • Grasfangkorb

  • zuschaltbarer Eco-Modus

  • höhenverstellbarer und klappbarer einseitiger Holm

  • Tragegriffe

  • mit Ladegerät und 2 Stück Akku. Optionales Zubehör: Mulchfunktion

  • div. Zusatzakku

*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren

 

TESTSIEGER

Akku-Rasenmäher

AL-KO

470 SP-B

Stihl

RM 448 VC

 

Technische Daten

Marktpreis*/UVP

449 Euro*/479 Euro

500 Euro*/719 Euro

Gewicht

34,6 kg

28 kg

Maße (Breite × Höhe × Tiefe)

52 × 104 × 143 cm

48 × 110 × 148 cm

Betriebsstoffe

Normalbenzin bleifrei, E10 akzeptiert

Normalbenzin bleifrei, E10 akzeptiert

Nennleistung und Hubraum

2,4 kW/3,2 PS/163 cm³

2,2 kW/3,0 PS/150 cm³

Schnittbreite

46 cm

46 cm

Schnitthöhe

30 bis 80 mm verstellbar

25 bis 75 mm verstellbar

Fangkorbvolumen

70 l

55 l

Betriebsgeräusch (gemessen)

91,3 dB(A)

90,9 dB(A)

Austattung & Zubehör

  • Siebenstufige zentralverstellbare Schnitthöhe

  • Radantrieb

  • Mulchkeil

  • Seitenauswurfkeil und Grasfangkorb

  • ergonomisch geformter Holm

  • Tragegriff. Produktvariante 470 SPI-A mit Elektrostart erhältlich. Optionales Zubehör: Ersatzmesser

  • Sechsstufige zentralverstellbare Schnitthöhe,Radantrieb mit stufenloser Regelung der Geschwindigkeit

  • anpassbarer klappbarer und einseitiger Holm

  • Tragegriff

  • klappbarer Grasfangkorb mit Füllstandsanzeige. Optional: spezielles Mulchzubehör

*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren

Autor: Margitta Illgen

Bildquelle:

  • Test_Rasenmaeher_Galerie01: © Auerbach Verlag
  • Test_Rasenmaeher_Galerie02: © Auerbach Verlag
  • Test_Rasenmaeher_Galerie03: © Auerbach Verlag
  • AL-KO 42_9Li SP Set: © AL-KO
  • Einhell Rasarro: © Einhell
  • Kaercher LMO 36-46 Battery Set: © Kärcher
  • Stihl RMA 448_Akku: © Stihl
  • AL-KO 470 SP-B: © AL-KO
  • Stihl RMA 448 VC_Benzin: © Stihl
  • Test_Rasenmaeher_Startbild: © Auerbach Verlag