Badsanierung selbstgemacht – so kann man ordentlich Geld sparen

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Es muss nicht immer gleich der Handwerker kommen: Mit ein wenig Know-How und einfachem Werkzeug lassen sich viele Arbeiten im heimischen Bad selbst erledigen.

Viele trauen sich Reparaturen und Sanierungsarbeiten im und ums Haus über weite Strecken selbst zu – schließlich ist der Einsatz von professionellen Dienstleistern nicht selten kostenintensiv und manchmal auch schwer anzuberaumen. Wenn es ums Tapezieren und Streichen geht krempelt so mancher Eigenheimbesitzer lieber selbst die Ärmel hoch und besorgt die notwendigen Werkzeuge und Materialien im Baumarkt. Selbst das Bodenverlegen ist mit den verbreiteten fließend verlegbaren Klick-Systemen bei Laminat und selbst Parkett kein Buch mit sieben Siegeln mehr.

Keine Angst vor einfachen Sanitärarbeiten

Geht es jedoch um Arbeiten im Sanitärbereich, rutscht so manchem dann doch das Herz in die Hose: Die Angst vor kostspieligen Wasserschäden infolge mangelhafter Installationsarbeiten ist hier beim Verbraucher oft so groß, dass er selbst einfache Renovierungsarbeiten und simple Auswechselungen lieber dem Profi überlässt. Einige dieser Ängste sind allerdings eher unbegründet – so ist mit ein wenig Muße, Geschick und einer haushaltsüblichen Werkzeugauswahl so einiges im Handumdrehen selbst gemacht.

Hat zum Beispiel die Badezimmer-Keramik ihre besten Tage hinter sich und es zeichnen sich bereits Haarrisse in der Beschichtung des Waschbeckens ab, ist die Zeit eigentlich reif für einen Austausch. Schließlich muss es nicht unbedingt erst dazu kommen, dass offene Bruchstellen in der Keramik Wasserschäden nach sich ziehen, deren Behebung dann größere Kosten und Aufwände bedeutet. Die Auswechslung eines Waschbeckens im Badezimmer ist ein ideales Beispiel für heimische Sanitärarbeiten, die ohne großen Aufwand oder Schadensrisiko selbst in die Hand genommen werden können. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sind allerdings ein paar vorbereitende Schritte nötig.

Bereiten Sie die Arbeit im Bad gut vor

So ist als erster Schritt und zur Vermeidung von unerwünschtem Wasserausfluss zunächst der Hauptwasserhahn zu verschließen. Danach ist es wichtig, die beiden Eckventile unter dem Waschbecken, über die Kalt- und Warmwasser in die Mischbatterie zulaufen, ebenfalls bis zum Anschlag zuzudrehen. Da sich wahrscheinlich immer noch etwas Restwasser in den Leitungen befindet, sollte dieses nun soweit möglich über den Wasserhahn abgelassen werden und schließlich der Siphon vorsichtig entfernt und ausgegossen werden. Wenn es die räumlichen Gegebenheiten zulassen, beugt ein unter den Eckventilen platzierter Putzeimer einer unerwünschten Rutschpartie auf den Badezimmerfliesen vor. 

Beim Abmontieren von Waschbecken, Mischbatterie, Zulaufschläuchen und Siphon kann es durchaus noch ein wenig feucht werden – deshalb sollten empfindliche Möbel und Gegenstände nach Möglichkeit vor Arbeitsbeginn aus der Gefahrenzone entfernt werden. Ein paar Aufnehmer oder alte Handtücher reichen dann aus, um etwaigen spritzigen Überraschungen schnell Herr zu werden.

Gewöhnliche Waschbecken, die nicht wie einige modernere Lösungen bereits auf dem Waschtisch installiert sind, sind in der Regel über zwei in der Wand verankerte Gewindestangen befestigt. Um die alte Keramik von selbigen zu lösen, ist kaum mehr nötig als ein handelsüblicher Maulschlüsselsatz oder Rollgabgelschlüssel und ein Teppichmesser oder Fugenentferner zur Auftrennung des Sanitärsilikons zwischen Wand und Waschschüssel. Ist das alte Waschbecken erst einmal abmontiert, empfiehlt sich das Nacharbeiten mit einem Glasschaber oder rauen Schwamm am Fliesenspiegel, um einen glatten und sauberen Untergrund für die neue Dichtfuge zu schaffen.

Badezimmerausstattung für jeden Geldbeutel

Wer einen günstigen Ersatz für die alte Badezimmerkeramik sucht, wird sofort in jedem örtlichen Baumarkt fündig: Waschbecken aller Größenordnungen gibt es dort in der Regel auch zu budgetfreundlichen Preisen unter 50 Euro. Soll im gleichen Atemzug auch eine neue Mischbatterie montiert werden, gibt es diese auch schon für unter 20 Euro. Passende Flexschläuche für den Wasserzulauf sind den neuen Armaturen meist schon beigelegt – hier ist allerdings auf die richtige Länge zu achten: Nicht nur zu kurze Schläuche können hier für Probleme sorgen. Wenn die flexiblen Schläuche zu lang sind, legen sich diese gegebenenfalls in ungünstige Windungen und knicken ab. Das hat kurzfristig dann wahrscheinlich einen gehemmten Wasserzulauf zur Folge und kann über längere Zeit zu undichten Stellen führen. Um diese Unwegsamkeiten zu vermeiden, ist es sinnvoll, den Abstand zwischen Eckventilen und Mischbatterie zuhause vor dem Einkauf auszumessen – oder einfach die alten Teile zum Abgleich direkt mit in den Baumarkt zu nehmen. Zu guter letzt ist dann noch an ein sanitärtaugliches Silikon zur Abdichtung der Montagestelle zu denken. Das gibt es im Baumarkt inklusive einer einfachen Kartuschenpresse auch zum kleinen Preis.

Möchte man indes seinem Badezimmer mit hochwertigen Materialen wie Naturstein, Marmor oder Granit ein edles und nachhaltiges Upgrade gönnen, kann man bei Anbietern wie Spa Ambiente oder Lapidispa nach Herzenslust maßgeschneiderte und teils sogar bereits fertig montierte Lösungen einkaufen.

Was tun, wenn das Wasser nicht mehr läuft?

Ist das neue Waschbecken einmal installiert, sämtliche Zuläufe am Platz und alle Muttern festgezogen, kann es durchaus passieren, dass sich auch bei voll aufgedrehtem Wasserhahn nichts tut in der Leitung. Doch keine Sorge: Das liegt vermutlich an Eckventilen, die sich nach langer Betriebszeit nach festem Verschluss zugesetzt haben. Auch hier muss heutzutage kein Handwerker mehr her – schließlich gibt es Ersatzventile für kleines Geld ebenfalls im Baumarkt. Diese müssen auch nicht mehr kunstvoll mit Dichtungsmaterial umwickelt werden: Moderne selbstdichtende Ventile müssen lediglich fest im Zulaufrohr verschraubt werden. Kleiner Tipp zum Schluss: Um die neuen Eckventile nicht mit dem Maulschlüssel oder der Rohrzange zu beschädigen, kann hier ein einfaches Fensterleder bei der Installation zwischengelegt werden.

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