Kesselsauger oder auch Allessauger verstehen sich als universelles Reinigungsinstrument für Auto, Werkstatt und Baustelle. Diese praktischen Geräte nehmen es selbst mit groben Schmutz und sogar Flüssigkeiten auf und sind dabei noch besonders saugstark. Im Test müssen sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Lesen Sie mehr in unserem Nass-/Trocken-Kesselsauger Test 2021.

Die Testgeräte im Nass-/Trocken-Kesselsauger Test 2021

Nass-/Trocken-Kesselsauger:
Einhell TE-VC 2340 SAC
Kärcher WD 3
Deltafox DC-WDE 1315 Inox
Powerplus POWX322

Dieser Test erschien in der Ausgabe 3/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Nass-/Trocken-Kesselsauger-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Ein Haushaltsstaubsauger ist mit Werkstatt- und Baudreck hoffnungslos überfordert. Schnell setzen sich Filter zu und man trägt den Dreck letzten Endes auch noch in die eigenen vier Wände – Ärger und Stress mit der Ehefrau sind programmiert. Also muss ein Allessauger her. Doch welches Modell eignet sich wofür am besten?

Praktisch: Alle Nass-/Trocken-Kesselsauger verfügen über integrierte Zubehörhalter. Dadurch hat man die zusätzlichen Düsen immer griffbereit
Praktisch: Alle Nass-/Trocken-Kesselsauger verfügen über integrierte Zubehörhalter. Dadurch hat man die zusätzlichen Düsen immer griffbereit

Vier Nass-/Trocken-Kesselsauger im Test

Die Geräte arbeiten alle nach demselben Funktionsprinzip: In einem luftdicht verschlossenen Kessel wird über einen kräftigen Motor ein Unterdruck erzeugt und dadurch der Dreck über einen Saugschlauch in das Innere befördert. Dort kann je nach Art des Drecks auch ein Papierfilter eingesetzt werden. Dieser ist genau wie bei einem Hausstaubsauger ausgeführt, aber deutlich größer. Deshalb muss bei einem Kesselsauger auch seltener der Filterbeutel gewechselt werden. Aber auch feuchter Dreck oder sogar Flüssigkeiten können mit diesen oft auch als Industriesauger bezeichneten Geräten problemlos aufgesaugt werden.

Eine automatische Steckdose für Zubehör ist ein praktisches Feature beim Einhell, zum Beispiel zum Anschluss einer Säge mit Absaugschlauch
Eine automatische Steckdose für Zubehör ist ein praktisches Feature beim Einhell, zum Beispiel zum Anschluss einer Säge mit Absaugschlauch

Aufbau der Nass-/Trocken-Kesselsauger

Alle vier Geräte sind im Auslieferungszustand schon weitestgehend montiert. Nur die Rollen müssen noch aufgesteckt werden. Lediglich das Modell von Einhell muss etwas aufwendiger zusammengebaut werden. Dort müssen noch der Tragegriff mit zwei Schrauben befestigt und ebenfalls die Räder montiert werden. Mit einem Kreuzschlitzschraubendreher und etwas handwerklichem Geschick ist aber auch diese Aufgabe schnell erledigt. Alle Geräte arbeiten mit Netzspannung und verfügen über eine mehr oder weniger lange Netzleitung. Zusammen mit der Schlauchlänge ergibt dies den Aktionsradius der Allessauger. Hier kann der Einhell mit satten 8 Metern überzeugen, gefolgt von Kärcher (6 Meter), Powerplus (5 Meter) und Deltafox mit schwachen 4 Meter. Wird das Gerät gerade nicht genutzt oder in der Werkstatt abgestellt, ist eine Parkposition sehr praktisch. Hierbei wird der Schlauch mit dem Saugrohr an einer dafür vorgesehenen Stelle am Sauger eingehakt und kann so geparkt werden. Leider finden wir diese nützliche Funktion nur bei Einhell und Kärcher. Beide Geräte überzeugen zudem mit praktischen Nasen zum Einhängen des aufgewickelten Kabels. 

Die Saugdüsen der Geräte eignen sich sowohl zum Trocken- als auch Nasssaugen. Selbst für Polster sind sie geeignet
Die Saugdüsen der Geräte eignen sich sowohl zum Trocken- als auch Nasssaugen. Selbst für Polster sind sie geeignet

Allessauger: Material und Zubehör

Bis auf Kärcher haben alle Hersteller ihren Geräten Kessel aus Edelstahl spendiert. Das macht vor allem optisch Eindruck. Die mitgelieferten Saugrohre für die Schläuche bestehen zumeist aus Plastik, nur Einhell liefert ein Saugrohr aus robustem Edelstahl mit. Alle vier Geräte werden mit einer Kombidüse geliefert, die aus Borsten und einer Sauglippe besteht. Diese Düsen eignen sich zum Trockensaugen von glatten Böden oder Teppichen und zum Nassaugen gleichermaßen. Eine oder mehrere weitere Düsen liefern die Hersteller ebenfalls mit. So haben alle Geräte noch eine Fugendüse im Karton, bei Einhell und Powerplus ist auch noch eine Polsterdüse dabei, wobei diese beim Powerplus als kombinierte Fugen- und Polsterdüse ausgeführt ist. Selbstverständlich lässt sich auch Sonderzubehör nachkaufen, bei Kärcher ist das Programm am umfangreichsten und reicht sogar bis zu einem zusätzlichen Staubkessel zum Aschesaugen.

Wie bei einem normalen Beutelstaubsauger werden auch bei den Kesselsaugern (deutlich größere) Papierbeutel eingesetzt
Wie bei einem normalen Beutelstaubsauger werden auch bei den Kesselsaugern (deutlich größere) Papierbeutel eingesetzt

Test der Nass-/Trocken-Kesselsauger im Betrieb

Je nach Größe des Kessels lässt sich viel Dreck und Flüssigkeit einsaugen. Konkurrenzlos ist hier Einhell mit seinem 40-Liter-Tank. Die anderen begnügen sich mit 17 Litern, wie der Kärcher, beziehungsweise 15 Liter der Deltafox oder der Powerplus. Der Riesenkessel von Einhell hat aber auch Nachteile: Das Gerät ist deutlich größer und schwerer und lässt sich dadurch nicht einfach verstauen. Praktischerweise hat Einhell eine Steckdose für Zubehör verbaut. Dort können eine Kreissäge oder andere Geräte mit Sauganschluss angeschlossen werden. Stellt man den Sauger anschließend auf Automatik, schaltet sich der Sauger zeitgleich mit dem Elektrogerät an und wieder aus. Praktisch finden wir auch, dass alle Geräte über eine Zubehörhalterung verfügen. Dort lassen sich die Zusatzdüsen einstecken und stehen so immer griffbereit zur Verfügung.

Der praktische Patronenfilter von Kärcher kann immer im Sauger verbleiben, egal ob trocken oder nass gesaugt wird
Der praktische Patronenfilter von Kärcher kann immer im Sauger verbleiben, egal ob trocken oder nass gesaugt wird

Welcher Allessauger hat die beste Saugleistung?

Zunächst widmen wir uns im Test dem Saugen von trockenen Glattböden und Teppichen. Hier überzeugen alle Geräte mit guter Saugleistung. Der Einhell ist uns hier fast ein wenig zu saugstark, sodass wir uns eine Saugkraftregulierung direkt am Motor wünschen. Zwar gibt es einen Fehlluftregler, dieser mindert aber nicht die immense Leistung des Gerätes. Besonders gut eignen sich die Geräte auch zum Saugen des Innenraumes beim Auto. Im Gegensatz zum klassischen Tankstellensauger muss hier nicht regelmäßig Kleingeld nachgeworfen werden. Am besten schlägt sich in diesem Praxistest unserer Meinung nach der Einhell, dicht gefolgt von Kärcher. Auch der Deltafox macht hier noch einen guten Job, etwas Schwach hingegen zeigt sich der Powerplus. Die kombinierte Fugen-/Polsterdüse setzt sich konstruktionsbedingt häufig zu, was die Arbeit erschwert. Kärcher liefert eine besonders dünne Fugendüse mit, was seine Vor- und Nachteile hat. So kommt man auch in enge Ritzen wie neben den Fahrersitzen. Gröbere Steine aber vermag die schmale Düse nicht zu schlucken. Alle anderen Sauger können diese mit größeren Düsen problemlos aufsaugen. Auch beim Saugen von grobem Schmutz und sogar kleineren Laubblättern leistet sich kein Sauger einen Aussetzer im Test. Die Saugleistung stufen wir auch hier rein objektiv in der Reihenfolge wie beim Autosaugen ein. Beim Messen der zunächst objektiv beurteilten Saugleistung staunen wir aber nicht schlecht. Der Kärcher kann trotz geringer Leistung mit einer besseren Saugleistung aufwarten als der Einhell. Kein anderes Gerät im Test kann diese Leistung toppen. 

Nur Einhell hat seinem Kesselsauger einen praktischen Ablauf spendiert. Damit kann aufgesaugte Flüssigkeit bequem abgelassen werden
Nur Einhell hat seinem Kesselsauger einen praktischen Ablauf spendiert. Damit kann aufgesaugte Flüssigkeit bequem abgelassen werden

Nassaugen mit dem Nass-/Trocken-Kesselsauger

Vor allem – aber nicht nur Poolbesitzer werden die Nasssaugfunktion zu schätzen wissen. So lässt sich der Poolboden beim Wasserwechsel bequem absaugen und reinigen. Bei den Modellen von Einhell und Deltafox muss vor dem Nasssaugen der Luftfilter gewechselt werden. Der Powerplus verfügt nur über einen einfachen Schaumstofffilter, der immerhin nicht gewechselt werden muss. Am besten gelöst hat Kärcher dieses Problem. Der auswaschbare Patronenfilter ist sowohl zum Trocken- als auch Nasssaugen geeignet. Das Aufsaugen von Flüssigkeiten beherrschen alle Modelle sehr gut. Lediglich der Powerplus schwächelt hier etwas und muss mehrfach über die nasse Fläche geführt werden. Am effektivsten arbeiten hier Einhell und Kärcher. Das Entleeren des Tanks lässt sich dank Ablaufstutzen beim Einhell-Gerät am besten bewerkstelligen. Bei den anderen Modellen fehlt uns eine Art Griff am Tank, sie lassen sich nur mit zwei Händen sicher greifen. 

Reinigung der Allessauger

Beim Reinigen nehmen sich alle Sauger nichts. Die Geräte lassen sich mit einem nassen Tuch problemlos abwischen und der Kessel ist gut zugänglich. Der Patronenfilter von Kärcher kann sogar ausgespült werden. Die anderen Trockenfilter lassen sich immerhin ausklopfen. 

Dieser Test erschien in der Ausgabe 3/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Nass-/Trocken-Kesselsauger-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren Nass-/Trocken-Kesselsauger
Funktion: Zur Ermittlung der Funktionswerte wird jeder Testkandidat durch einen umfangreichen Testparcours geschickt. Zur Ermittlung der Saugleistung nassen Schmutzes wird eine für alle Geräte gleiche Mischung aus Partikeln und Fasern mit Wasser angemischt und aufgesaugt.
Handhabung: Die Testredaktion überprüft und bewertet für die Bedienfreundlichkeit die Funktionalität, Gängigkeit und Ergonomie sämtlicher Bedienelemente. Hierzu gehört das Führen und Lenken des Staubsaugers auf allen Testböden, sämtliche Bedienelemente, die (De-)Montage derer sowie die Handhabung der Zubehördüsen. Bei der Note für Entleerung/Reinigung wird die Modularität, Zugänglichkeit und Einfachheit der Reinigung bewertet. Die Bedienungsanleitung wird auf die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheits- und Entsorgungshinweise geprüft, dann anhand ihrer Qualität bewertet. Bei der Unterbringung wird die Aufbewahrung der Zubehörteile bewertet.
Ökologie: Dieser Wert ergibt sich aus der aufgenommenen Leistung und der daraus vom Gerät erreichten Saugkraft, zudem fließt die Bewertung der Verpackung nach ökologischen Gesichtspunkten in die Note ein.
Verarbeitung: Bewertet werden die Wertigkeit der verwendeten Materialien, eventuelle Klemmstellen und das Nicht- bzw. Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten, sowie die Passgenauigkeit aller modularen Teile.
Sicherheit: Die Sicherheit und Unversehrtheit des Nutzers stehen hier im Fokus. Darüber hinaus wird die Schonung von Kanten und Möbeln geprüft und bewertet.
 

Autor: Mike Bauerfeind

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