Die optimale Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen liegt bei 40 bis 60 Prozent. Durch Heizung und falsches Lüften ist die Luft aber oft ungesund trocken. Da helfen Luftbefeuchter. Doch auch zu feuchte Luft ist eine Gefahr. Sie fördert Krankheitserreger und es droht Schimmelbildung. Die Lösung: Luftentfeuchter. Lesen Sie mehr in unserem Luftentfeuchter Test 2021.

Die Testgeräte im Luftentfeuchter Test 2021

Luftentfeuchter mit Kühlmittel:
Aktobis WDH-520EB
Sonnenkönig of Switzerland Secco 2000
Sonnenkönig of Switzerland Secco 1000
Sonnenkönig of Switzerland Secco 4000
De’Longhi DEX210
Sonnenkönig of Switzerland Secco 3000
Luftentfeuchter ohne Kühlmittel:
Sonnenkönig of Switzerland Simple
Sonnenkönig of Switzerland Secco Piccolo

Dieser Test erschien in der Ausgabe 3/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Luftentfeuchter-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Die angesaugte Luft wird im Luftentfeuchter zunächst über einen groben Luftfilter geführt und damit von größeren Schmutzpartikeln befreit
Die angesaugte Luft wird im Luftentfeuchter zunächst über einen groben Luftfilter geführt und damit von größeren Schmutzpartikeln befreit

Die Ursachen für hohe Luftfeuchtigkeit sind vielseitig. Normal ist eine erhöhte Feuchtigkeit in Bad oder Küche. Aber auch Wohn- und Kellerräume können betroffen sein. Gerade in Kellern besteht akute Gefahr für das Mauerwerk durch Schimmel- oder Salpeterbildung. Hier können Luftentfeuchter Abhilfe schaffen. In diesem Test haben wir uns acht solcher Geräte zur Luftentfeuchtung genauer angesehen. Sechs davon sind zur längerfristigen und intensiven Entfeuchtung von Räumen geeignet. Nicht nur Keller oder Baustellen lassen sich damit behandeln, auch im Bad oder Trockenraum für die Wäsche sind diese gut aufgehoben. Sie arbeiten wie ein Kühlschrank oder eine Klimaanlage mit Kältemitteln. Durch Abkühlung der Luft im System kann die angesaugte Luft nicht mehr die komplette Feuchtigkeit halten und es entsteht Kondenswasser. Dieses wird der Luft entzogen und in einem dafür vorgesehenen Auffangbehälter gesammelt oder über einen Schlauch abgeleitet. So kann das Wasser direkt abfließen und ein dauerhafter Betrieb ohne ständige Aufsicht wird möglich. Die beiden kleineren Geräte im Test sind hingegen eher zur Luftverbesserung geeignet und funktionieren ohne Kältemittel. Das Einsatzgebiet hier ist hier eher die Speisekammer oder das kleine Bad. Entsprechend unterschiedlich haben wir daher auch die Entfeuchtungsleistung in unserer Testtabelle bewertet.

Die entfeuchtete Luft wird nach ihrem Weg durch das Gerät wieder an den Raum abgegeben und ist funktionsbedingt etwas kühler
Die entfeuchtete Luft wird nach ihrem Weg durch das Gerät wieder an den Raum abgegeben und ist funktionsbedingt etwas kühler

Luftentfeuchter in der Praxis

Alle Geräte mit Kühlaggregat sind entsprechend großvolumig und daher mit Rollen zum bequemen Ortswechsel ausgestattet. Je nach Modell verfügen sie über Auffangbehälter in Größen zwischen zwei Litern, wie der De’Longhi, bis hin zu sechs Litern (Secco 4000). Auch ein Schlauch lässt sich bei allen sechs Geräten anschließen, wobei ein solcher nur bei De’Longhi direkt mit im Karton liegt. So unterschiedlich die Behältergrößen, so verschieden sind auch die Entfeuchtungsleistungen. Immerhin zehn Liter am Tag schaffen die Modelle von De’Longhi und Sonnenkönig of Switzerland (Secco 1000). Der Secco 4000 entzieht der Luft laut Hersteller sogar bis zu 40 Liter am Tag. Dies funktioniert selbstverständlich nur unter Laborbedingungen bei ständig gleichbleibender Luftfeuchtigkeit. Aber auch in der Praxis vermögen gerade die leistungsfähigeren Geräte zu überzeugen. So schaffen wir es in unserem Testraum (etwa 60 Kubikmeter Raumgröße) die Feuchtigkeit von tropischen 75 Prozent auf wohnraumtaugliche 60 Prozent zu senken – innerhalb von zwei Stunden. Die Spitzenreiter Secco 3000 und Secco 4000 senken in der Zeit die Raumfeuchte sogar um glatte 20 Prozent. 

Dank Hygrostat lässt sich die gewünschte Luftfeuchtigkeit einstellen und über eine LED-Anzeige überwachen

Dauerentfeuchtung mit dem Luftentfeuchter?

An manchen Orten, wie dem sprichwörtlichen feuchten Keller, ist eine dauerhafte Entfeuchtung erforderlich. Da unsere Geräte nur über geringe Speicherkapazitäten für das Kondenswasser verfügen und bei vollem Behälter abschalten, wäre hier eine regelmäßige Leerung der Tanks erforderlich und das mehrmals am Tag. Das macht keinen Sinn. Hierfür steht ein Schlauchanschluss zur Verfügung. Dort lässt sich ein passend langer Schlauch anschließen und das Wasser zum Beispiel über einen Gully oder Abfluss nach draußen entsorgen. Dann ist ein dauerhafter Betrieb der Geräte ohne Aufsicht möglich und einer effektiven Entfeuchtung steht nichts mehr im Weg. Doch natürlich sind die Entfeuchter auch für den Betrieb in Wohnräumen geeignet und verfügen hierfür auch über verschiedene Komfortfunktionen.

Der kleine Secco Piccolo von Sonnenkönig verfügt sogar über einen HEPA-Luftfilter und ist damit gleichzeitig ein Luftreiniger

Welches Ausstattung ist wichtig?

Alle Secco-Modelle von Sonnenkönig of Switzerland sowie der WDH-520EB von Aktobis verfügen über einen Hygrostaten. Es lässt sich die gewünschte Luftfeuchtigkeit einstellen und das Gerät schaltet ab, sobald diese erreicht ist. So ganz verlassen sollte man sich auf diese Automatik aber nicht. Das Problem: Die aktuelle Luftfeuchtigkeit wird über einen Sensor am Gerät ermittelt. Einige Meter vom Entfeuchter entfernt kann aber schon eine ganz andere Luftfeuchtigkeit herrschen. Man sollte also diese Einstellung eher als ungefähren Wert ansehen und eventuell die Luftfeuchtigkeit mit einem externen Hygrometer überprüfen. Praktisch: Eingestellter und aktueller Wert sind an allen Geräten über eine LED-Anzeige ablesbar. Zusätzlich verfügen die Modelle Secco 3000 und Secco 4000 über eine von Weitem gut lesbare Anzeige. So kann man sich aus der Ferne einen Überblick über die  Luftfeuchtigkeit verschaffen. Allerdings ist diese Anzeige helligkeitssensibel. In dunklen Räumen ist sie gut lesbar, in heller Umgebung sieht man kaum etwas. Der WDH-520EB von Aktobis und der DEX210 von De’Longhi verfügen über eine praktische Wäschefunktion. 

Über einen Ablaufschlauch kann das Wasser auch ohne Sammeln im Wassertank nach außen abgeleitet werden 

Luftentfeuchter mit App-Steuerung und Timer 

Die beiden großen Modelle von Sonnenkönig lassen sich auch mit einer App steuern. Man kann dann vom Smartphone aus die gewünschte Luftfeuchtigkeit einstellen und überprüfen sowie das Gerät ein- und ausschalten. Doch auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt: Zum Betrieb der App ist eine funktionierende WLAN-Verbindung (nur 2,4 Gigahertz (GHz); 5 GHz werden nicht unterstützt) erforderlich. Dort, wo eine Kontrolle aus der Ferne am meisten Sinn machen würde – im Keller oder in Nebengebäuden zum Beispiel – ist in vielen Fällen eben keine stabile WLAN-Verbindung vorhanden und die App damit nutzlos. Neben zum Teil regelbaren Lüftern verfügen die Modell auch über eine Timerfunktion. Hier lässt sich die Laufzeit bequem programmieren, sodass das Gerät beispielsweise nachts im Schlafzimmer nicht durch laute Lüftergeräusche stört oder im Bad vornehmlich zu Nutzungszeiten entfeuchtet.

Ökologisch fragwürdig: Muss ein Elektro-Anschlusskabel noch mal extra mit einer Plastikfolie beim Transport geschützt werden?

Luftentfeuchter ohne Kältemittel

Die beiden kleinsten Entfeuchter von Sonnenkönig of Switzerland (Simple und Secco Piccolo) sind zwar auch Luftentfeuchter, haben aber ein anderes Einsatzgebiet als die vorgenannten Geräte. Sie eignen sich eher zur sanften Entfeuchtung kleinerer, schwer belüftbarer Räume wie Speisekammern oder Vorratsräumen oder dienen der Verbesserung der allgemeinen Luftqualität. Der Simple verfügt hierzu sogar über einen HEPA-Filter für die Luftreinigung im Raum. Mit 0,75 Litern (Simple) und 0,22 Litern am Tag (Secco Piccolo) ist die eigentliche Entfeuchtungsleistung dagegen sehr gering. 

Die großen Secco-Modelle lassen sich auch bequem aus der Ferne mit dem Smartphone steuern. Voraussetzung: funktionierendes WLAN

Ökologie und kleine Schwächen der Luftentfeuchter

In unsere Bewertung der Ökologie fließt auch immer die Beurteilung der Verpackung hinsichtlich der Umweltverträglichkeit mit ein. Hier sind Styroporverpackungen nicht gerne gesehen und werden zum Glück von vielen Herstellern inzwischen durch umweltfreundlichere Kartonformationen ersetzt. Was aber leider nach wie vor Trend ist: Bedienungsanleitungen in Plastiktüten zu verpacken. Der Sinn erschließt sich uns nicht. Noch schlimmer: Die Modelle Secco von Sonnenkönig haben eine zusätzliche Schutzfolie um das Netzkabel. Klar, das ist nicht viel Plastik, muss aber trotzdem nicht sein. Eine praktische Schwäche haben die beiden großen Modelle auch noch: Der Wasserbehälter ist mit einem nicht einfach abnehmbaren Deckel versehen. Das erschwert das Ausgießen und das Reinigen dieser Wasserbehälter enorm. 

Diese Konstruktion hat uns nicht gefallen. Durch den Deckel des Wasserbehälters (Secco 3000 und 4000) ist ein Entleeren/Reinigen schwierig
Diese Konstruktion hat uns nicht gefallen. Durch den Deckel des Wasserbehälters (Secco 3000 und 4000) ist ein Entleeren/Reinigen schwierig

Dieser Test erschien in der Ausgabe 3/2021 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Luftentfeuchter-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren Luftentfeuchter
Funktion: Die Note der Luftentfeuchtung bewertet, um wie viel Prozent sich die Feuchtigkeit eines geschlossenen Raumes nach einer Stunde Laufzeit verringert hat. In einer weiteren Versuchsanordnung wird überprüft, um wie viel Prozent die Luftfeuchtigkeit vom voreingestellten Wert abweicht. Für die Luftverwirbelung wird untersucht und bewertet, wie gut der Filter beim Lufteinsaugen arbeitet und das Gerät die entfeuchtete Luft anschließend im Raum verteilt. Dies geschieht im freien Betrieb, Abzüge gibt es bei Eigenbenetzung des Gerätes. Das Betriebsgeräusch wird auf höchster Leistungsstufe aus zwei Metern Abstand gemessen und bewertet.
Handhabung: Eine Gruppe geschulter Probanden untersucht und bewertet die Bedienfreundlichkeit. Hierbei werden die Bedienelemente (deren Position, Funktionalität, Ergonomie und Gängigkeit) überprüft, ebenso das Leeren des Wassertanks. Gegebenenfalls verbaute Displays und Anzeigen werden auf Kontrast, Helligkeit und Blickwinkelstabilität sowie Text- und Symbolgrößen untersucht. Besitzt ein Gerät ein Hygrostat und/oder Hygrometer, wird die Genauigkeit der Anzeige bzw. Einstellung in einer Testreihe überprüft und bewertet. Die Reinigung erfolgt nach Vorgaben der Bedienungsanleitung; bewertet werden hier Einfachheit, Modularität und Reinigungsaufwand. Die Bedienungsanleitung wird einerseits auf die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheits- und Entsorgungshinweise überprüft, andererseits wird sie anhand ihrer Qualität (Struktur, Schriftgröße, Bilder, Pflege- und Reinigungshinweise) bewertet.
Verarbeitung: Die Probanden bewerten die Wertigkeit der verwendeten Materialen, die Passgenauigkeit sämtlicher modularen Teile, die Spaltmaße sowie (nicht) vorhandene scharfe Kanten und Gussrückstände.
Ökologie: Während der einstündigen Laufzeit auf voller Leistung wird der Energieverbrauch ermittelt und vergleichend bewertet. Zudem fließt die Bewertung der Verpackung nach ökologischen Gesichtspunkten in die Note ein.
Sicherheit: Die Sicherheit und Unversehrtheit des Nutzers stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass dem Nutzer durch Klemmen, Verbrennen, Schneiden und dergleichen Schäden entstehen, u. a. wird hier auf eine automatische Abschaltfunktion geachtet.
 

Autor: Mike Bauerfeind

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