Nach Mokka-, French Press- und Kapselkaffee gibt es einen neuen Trend: Cold Brew Kaffee. Dabei wird am besten frisch gemahlenes Kaffeepulver kalt aufgegossen und über mehrere Stunden extrahiert. Was die neuen Cold Brew Kaffeebereiter können und wie gut sie zu bedienen sind, zeigt der Test. Lesen Sie mehr in unserem Cold Brew Kaffeebereiter Test 2020.

Die Testgeräte im Cold Brew Kaffeebereiter Test 2020

Cold Brew Kaffeebereiter:
WMF Cold Brew Kaffeezubereiter
Beem Cold Drip
Mia CBC 1712 Cold Brew Coffee Express

Kalter Kaffee ist nicht gerade das, was man sich morgens nach dem Aufstehen wünscht. Doch der neue Trend Kaffee kalt aufzugießen, hat auch seinen Zweck. Durch diese besondere Zubereitungsmethode werden die Kaffeearomen und Öle über Stunden hinweg langsam aus dem Pulver gezogen. Aufgrund der fehlenden Hitze werden deutlich weniger Bitterstoffe und Säure abgegeben, wodurch der Kaffee milder wird. Zudem können sich komplexe Kaffeenoten besser entfalten. Damit eignet sich das Getränk hervorragend für diverse Kaffeespezialitäten wie Iced Latte. Der Prozess ist dabei eigentlich ziemlich simpel. Man benötigt eine Kanne, Filter, Kaffeepulver und Wasser. Idealerweise mahlt man das Pulver direkt vor der Herstellung, so ist noch mehr Geschmack garantiert. Doch so einfach das Prinzip, so unterschiedlich sind die Methoden zum Cold Brew Kaffee. Bei den Herstellern führen verschiedene Modelle zum Ziel. Während WMF auf schlichte Kanne mit Filter setzt, gibt es bei Beem ein Tropfsystem, ähnlich funktioniert der Cold Brew Bereiter von Mia. WMF setzt auf Extrahieren des Kaffees über Nacht, also über acht bis zwölf Stunden. Dabei steht das Pulver aufgegossen mit Wasser in der Kanne und der Sud zieht über Stunden hinweg durch. Bei Beem tropft das Wasser langsam in den Kaffeefilter und von da aus in die Kanne. Mit Hilfe des Ventils kann hier die Tropfgeschwindigkeit bestimmt werden, sodass es zwischen zwei bis vier Stunden dauert. Bei Mia läuft das Ganze sogar elektrisch und geht am schnellsten von allen Methoden. Hier gibt es ebenfalls Filter und Kanne. Jedoch befüllt man die Kanne mit Wasser, setzt einen Sprühkopf und den Filter ein, und stellt diese auf die Basisstation. Nun kann man zwischen 10 bis 40 Minuten wählen und den Kaffeebereiter starten. Das Wasser wird dann über den Sprüher nach oben in den Kaffeefilter befördert und läuft als Cold Brew wieder zurück in die Kanne. Zusätzlich gibt es einen extra Einsatz für Eiswürfel, um den Kaffee noch kälter zu bekommen. Natürlich können in die Kanne von WMF oder den Wasserkessel von Beem ebenfalls Eiswürfel eingefüllt werden. Dabei ist der komplette Apparat bei Beem aus Glas, auch WMF setzt auf Glaskanne, aber Kunststofffilter, bei Mia bekommt man ausschließlich Kunststoff und etwas Edelstahl. Beems Cold Brew Kaffeebereiter kommt ziemlich kleinteilig daher. Zwar weiß man wie das Gerät am Ende aussehen soll, ein bisschen mehr Hilfestellung in der Bedienungsanleitung wäre jedoch wünschenswert. Da ist die Beschreibung von Mia auf jeden Fall detaillierter. Die Kanne von WMF hingegen ist selbsterklärend. Zudem sind die Hauptbestandteile des Beem aus recht dünnem Glas, welche beim Anstoßen doch schnell anknacksen könnten.

Die Ausgusstülle der WMF-Kanne ist perfekt. Hier kann tropfgenau eingegossen werden, ohne etwas zu verschütten

Aufbauen, fertig, los

Nachdem Aufbau ist vor dem Vergnügen. Jetzt kann die Vorfreude auf den Cold Brew Kaffee beginnen. Das Befüllen der Gerätschaften ist ziemlich einfach. Davor wiegt man am besten das frisch gemahlene Kaffeepulver ab. Mia empfiehlt hier 40 Gramm (g) Kaffee auf 450 Milliliter (ml) Wasser, 50 g auf 600 ml, 60 g auf 750 ml und ebenfalls 60 g auf 1 050 ml. Je nach Geschmacksintensität kann dann die „Brühzeit“ zwischen 10 bis 40 Minuten, also leicht bis konzentriert, eingestellt werden. Das alles funktioniert über ein Touch-Bedienfeld, welches gut, aber mit etwas Latenz funktioniert. WMF hat tatsächlich das simpelste System. Man befüllt den Dauerfilter mit Kaffee, setzt ihn in die Kanne und übergießt alles mit kaltem Wasser. Schließlich stellt man den Kaffee für 8 bis 12 Stunden kalt. Der Hersteller empfiehlt hier 10 g pro Tasse. Die Füllmenge der WMF-Kanne beträgt 1 050 ml. Wichtig ist dabei das Kaffeepulver schön grob zu mahlen, um einen klaren Sud zu bekommen. Denn das Kaffeemehl fängt über die lange Ziehzeit an sich aufzulösen. Desto gröber der Kaffee, desto weniger Satz bleibt am Ende im Getränk zurück. Natürlich könnte man den Sud auch nochmals durch einen Handfilter laufen lassen. Jedoch bedeutet das etwas Mehraufwand. Am Ende ist das natürlich Geschmackssache. Nach dem aufwendigeren Aufbau kann nun auch der Cold Drip Kaffeebereiter von Beem befüllt werden. Dazu wird der doppelwandigen Dauerfilter in den Filterbehälter eingesetzt. Mitgeliefert werden zudem 100 Papierfilter, welche zusätzlich auf das Pulver gelegt werden können und für eine gleichmäßigere Befeuchtung des Kaffeepulvers sorgen soll. Leider sitzt der Dauerfilter nicht so fest bzw. ist nicht breit genug, um den kompletten Boden des Kaffeefilterbehälters auszufüllen. So kann es passieren, dass Krümel des Pulvers im Kaffee landen. Ansonsten empfiehlt der Hersteller 25 g Kaffee pro 250 ml Wasser. Nun kann die Kanne mit Filter auf Abstellfläche des Gestells platziert werden. Anschließend befüllt man den Wasserbehälter mit kaltem Wasser und gegebenenfalls Eiswürfeln. Schließlich stellt man am Ventil die gewünschte Tropfgeschwindigkeit ein. Beem rät eine Geschwindigkeit von einem Tropfen pro Sekunde (s). Je langsamer die Extraktion des Kaffees, desto intensiver ist natürlich der Geschmack. Das Ventil lässt sich ganz einfach drehen und nach 2 bis 4 Stunden erhält man sein Kaltgetränk. Die Ausgusstüllen sind bei allen Geräten ziemlich gut. Ohne zu kleckern, kann mit den Kannen von WMF und Beem gegossen werden. Bei Mia wird es nicht tropfengenau, aber ziemlich präzise. Etwas unhandlich für kleine Hände ist die Kanne von Beem, welche ohne Henkel kommt.

Nach der „Brühzeit“ des CBC 1712 von Mia bleibt noch viel Feuchtigkeit im Kaffeefilter zurück und man muss warten

Schnell und sauber

Nach der Extraktion ist vor dem Reinigen. Zwar sind die meisten Teile bei Beem und die Kanne bei WMF aus Glas, jedoch empfehlen die Hersteller eine Reinigung per Hand. Mia schlägt vor, das Gerät ohne Kaffee durchlaufen zu lassen. Ansonsten können alle Teile mit Spülmittel und unter laufendem Wasser gereinigt werden. Generell sind die Geräte ziemlich schlicht. Das Säubern gestaltet sich also als eine schnelle Angelegenheit. So oder so ist es empfehlenswert die Geräte direkt nach der Nutzung zu reinigen. Gerade bei der Verwendung von Kaffee entstehen viele Öle, welche sich schnell festsetzen können. Vor allem die Dauerfilter sollten mit größter Sorgfalt geputzt werden. Denn Rückstände im Filter können den Geschmack nachhaltig beeinträchtigen.

Der Beem-Dauerfilter ist nicht breit genug für den Kaffeefilter, sodass leicht Kaffeepulver daneben und darunter gelangt

Großer Geschmack?

Die Systeme von Mia und Beem funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Als schnelle Variante des Cold Brew Kaffee funktioniert das Gerät von Mia wirklich gut. Bei Beem und WMF hingegen setzt man mehr auf Geschmack. Hier zählt: Je länger es dauert, desto intensiver anschließend der Geschmack. Mit 40 Minuten ist Mia da wirklich sehr schnell, gefolgt von 2 Stunden bei Beem und 8 Stunden bei WMF. Letztlich muss jeder für sich entscheiden, welche Variante am sinnvollsten und alltagstauglichsten ist. Man muss allerdings sagen, dass diese Kaffeezubereitungsmethode wirklich etwas für Liebhaber ist. Die Zubereitung des Cold Brew Kaffees wird förmlich zur Zeremonie für Genießer. Schnelle und einfache Lösungen bieten hier Mia und WMF, wer es handwerklicher mag, ist mit dem Cold Drip von Beem wirklich gut bedient.

Technische Daten

 

DESIGN-SIEGER

 

TESTSIEGER

Babywaagen

Beem

Cold Drip

Mia

CBC 1712 Cold Brew Coffee Express

WMF

Cold Brew

Kaffeezubereiter

 

Technische Daten

Marktpreis*/UVP

70 Euro*/70 Euro

80 Euro*/100 Euro

40 Euro*/50 Euro

Maße (Breite × Höhe × Tiefe)

15 × 45 ×15 cm

24 × 29 × 24 cm

16 × 28,5 ×13,5 cm

Gewicht

1000 g

1500 g

500 g

Material

Glas/Edelstahl

Kunststoff/Edelstahl

Glas/Kunststoff

Füllmenge

600 ml

720 ml

1200 ml

Austattung & Zubehör

  • Kanne

  • Kaffeebehälter

  • Deckel

  • Permanentfilter

  • Wasserbehälter

  • Ventil

  • Gestell

  • Papierfilter

  • Silikonstopfen

  • Basisstation

  • Kanne

  • Deckel

  • Permanentfilter

  • Kaffeebehälter

  • Eiswürfel-Einsatz

  • rausnehmbarer Sprüher

  • Kanne

  • Permanentfilter

*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren

Autor: Lisa Zuber

Bildquelle:

  • Test_ColdBrew_Galerie01: © Auerbach Verlag
  • Test_ColdBrew_Galerie02: © Auerbach Verlag
  • Test_ColdBrew_Galerie03: © Auerbach Verlag
  • Beem Cold Drip: © Beem
  • Mia CBC 1712 Cold Brew Coffee Express: © Mia
  • WMF Cold Brew Kaffeezubereiter: © WMF
  • Test_ColdBrew_Startbild: © Auerbach Verlag