Bei dieser Würzknolle gehen die Geschmäcker weit auseinander: Für die einen macht Knoblauch viele herzhafte Gerichte erst so richtig rund, andere vermeiden ihn wegen seinem Nachgeschmack und den entstehenden Gerüchen. Wir haben diesmal vier Knoblauchpressen unterschiedlicher Qualität und Effizienz getestet. Lesen Sie mehr in unserem Knoblauchpressen Test 2020.

Die Testgeräte im Knoblauchpressen Test 2020

Knoblauchpressen:
Oxo Good Grips Knoblauchpresse
Leifheit Knobi King
Kuhn Rikon Edelstahl-Knoblauch­presse 2315
Rosenstein & Söhne NX-2966

Griechischer Tzaziki, spanische Aioli oder italienische Aglio-Olio sind auch hierzulande beliebte Klassiker der mediterranen Küche. Ihre Gemeinsamkeit: Sie enthalten jede Menge Knoblauch. Im nahen Osten und weiten Teilen Asiens wird ebenfalls traditionell auf seine geschmacksverstärkenden Eigenschaften gesetzt. Ob Dips, Soßen, Salaten oder Braten-, Schmor-, Fisch- und Eintopfgerichte, die Knolle verfeinert Gerichte rund um den Globus. Viele tausend Tonnen werden jedes Jahr nach Deutschland importiert und in Privathaushalten, Restaurants und Fabriken verarbeitet. Knoblauch bringt nicht nur Geschmack auf den Teller, sondern dem Lauchgewächs werden seit Jahrhunderten diverse gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. So soll die Würzknolle beispielsweise Blut, Herz und Gefäße schützen und wird als natürliches Antibiotikum bezeichnet. Das liegt an den Inhaltsstoffen. Immer wieder werden neue Studien durchgeführt, die die VorteiIe der Inhaltsstoffe untersuchen – wie etwa der schwefelhaltigen Aminosäure Alliin sowie zahlreicher Vitamine und Mineralstoffe. Trotzdem ist Knoblauch nicht bei allen beliebt. Das liegt nicht zuletzt an seinem etwas scharfen, schnell dominanten Geschmack und Nachgeschmack, vor allem im Rohzustand. Einigen schlägt die Knolle auf den Magen. Ein No-Go nicht nur bei wichtigen Jobterminen ist für viele die berühmte „Fahne“. Noch Stunden nach dem Verzehr kann es zu Ausdünstungen über den Atem und die Haut kommen. Schon allein das Verarbeiten sorgt für strengen Geruch in der Küche. Ein Grund vielleicht, warum die Knolle der Legende nach sogar Vampire in die Flucht schlagen soll.

Pressen oder Wippen

Um seine Kräfte gut zu entfalten, wird gequetscht, geschnitten, gehackt. Jede Methode hat ihre Befürworter. Die Vorteile der Presse: Selbst große Mengen sind in kürzester Zeit verarbeitet. Je nach Gerät müssen die Zehen nicht einmal geschält werden und die Hände bleiben von lästigen Gerüchen verschont. Einfache Modelle sind es bereits für wenige Euros zu erwerben. Grundprinzip der klassischen Presse ist ein Zylinder mit perforiertem Boden, in den man eine oder sogar mehrere Zehen hinlegt. Durch manuellen Druck wird der Knoblauch durch die kleinen Löcher fein zerkleinert herausgepresst. Drei solche Pressen sind im vorliegenden Vergleichstest dabei. Etwas anders funktioniert der vierte Testkandidat Knobi King von Leifheit. Dabei handelt es sich um ein gebogenes Edelstahllochblech mit Kunststoffgriff. Drückt man dieses auf eine geschälte Knoblauchzehe, wird sie in kleine Würfelchen zerteilt. Beworben wird ein „feines, akkurates Ergebnis“. Tatsächlich sehen die Resultate weniger gequetscht aus als bei den drei Konkurrenten, auch scheint etwas weniger klebriger Saft auszutreten. Beim Drücken wippt der Knobi King etwas hin und her, dass am Ende nur wenig Reste am Metall zurückbleiben. Noch effizienter zeigt sich in unseren Testreihen nur die Presse der Firma Kuhn Rikon aus der Schweiz. Sie ist zudem mit konischen Löchern ausgestattet, welche den Knoblauch fein schneiden statt zu zerquetschen und dadurch das volle Aroma entfalten sollen. Anders als beim Zerhacken mit dem Messer bleiben bei den Modellen von OXO und Rosenstein & Söhne nicht verwertbare Reste, jedoch reicht es noch für eine gute Bewertung. Insgesamt liefern alle Küchenhelfer feine Ergebnisse, die sich gut weiterverarbeiten lassen.

Dieses Modell von Leifheit wippt dagegen beim Zerdrücken leicht hin und her

Große Knollen, zu kleine Pressen

Verwendet haben wir herkömmliche Knoblauchzehen, die naturgemäß mal größer und mal kleiner ausfallen. Dabei zeigte sich, dass größere Zehen bei Rosenstein & Söhne und Kuhn Rikon nicht passen und durchgeschnitten werden müssen. Bei Oxo ist mehr Platz, hier passen daher eher mehrere (kleine) Zehen. Leifheit hat dank großem Lochblech (etwa vier mal siebeneinhalb Zentimeter) selbst mit überdurchschnittlich großen Exemplaren kein Problem, bei mehren Zehen gleichzeitig stoßen unsere Probanden jedoch in der Handhabung an ihre Grenzen. Die Zehen verrutschen, die Kraft in den Armen/Händen reicht teilweise nicht aus. Der Krafteinsatz beim Knobi King wird insgesamt als höher bewertet als bei den drei Pressen. Diese funktionieren nach dem Prinzip der Hebelwirkung und müssen fest zusammengedrückt werden. Teilweise braucht man beide Hände, insbesondere wenn sie gut gefüllt sind. Hier zeigen sich die Vorzüge von besonders ergonomischen und/oder rutschfesten Griffen wie bei Leifheit und Oxo. Da die Pressen nicht die ganze Zehe verarbeiten, sondern mehr oder weniger Rückstände bleiben und klebrige Flüssigkeit austritt, müssen sie nach jeder Benutzung gründlich gesäubert werden. In den Metalllöchern bleiben in der Regel Knoblauchfasern hängen, die sich nur mit Mühe entfernen lassen. Viele Löcher (Leifheit) bedeutet viele Schmutzstellen, die mithilfe einer Spülbürste aber schnell sauber sind – vorallem weil sich diese ungewöhnlich konstruierte Knoblauchpresse zerlegen lässt und man bei der Reinigung ausschließlich das Lochblech in den Händen hält. Für Überreste des Knoblauchs gibts es also in diesem Fall kein Versteck und das Gerät von Leifheit lässt sich gründlich und hygienisch reinigen.

Die Lochbretter von Leifheit und Rosenstein & Söhne unterscheiden sich stark in der Größe

In dem herausnehmbaren Siebeinsatz bei Rosenstein & Söhne sind zwar deutlich weniger Löcher, mit Wasserstrahl, Bürste oder Schwamm bekommt man jedoch nicht alle Fasern aus dem engen Behälter. Nimmt man die Finger zu Hilfe, ist Knobi-Geruch vorprogrammiert. Da ist es praktisch, dass alle Testmodelle laut Herstellern spülmaschinentauglich und rostfrei sind. Bei der Oxo Good Grips ist zudem ein gut funktionierendes Reinigungselement integriert, der die Haut der Zehen aus dem Lochmuster herausschiebt. Kuhn Rikon hat seine Presse so konzipiert, dass das Sieb zur leichteren Reinigung ausklappbar ist. Die Firma bewirbt ihr Produkt als „so effizient wie exquisit“, was sich in einer hohen Verarbeitungsqualität und stilvollem Design, aber natürlich auch im Preis niederschlägt. Die Verpackung überzeugt ökologisch nicht ganz, hier liegt die Konkurrenz vorn. In der Sicherheit liegt der Knobi King an der Spitze, während die Pressen mit Hebelmechanismus – gerade beim Austreten von Säften – ein gewisses Einklemmrisiko bergen. Wer größere Mengen nacheinander verarbeiten möchte, erfährt bei allen vier Testgeräten schnell, wie unangenehm der teilweise recht erheblichen Kraftaufwand für die Hände und Handgelenke sein kann. Auch hier lässt sich Leifheits Konstruktion positiv erwähnen – die Probanden haben beim Zerkleinern von zahlreichen Zehen am wenigsten Probleme…

Auch bei Rosenstein & Söhne müssen größere Zehen vorher zerschnitten werden

Fazit

Knoblauchpressen sind praktische Helfer für alle, die die Würzknolle regelmäßig zum Kochen verwenden, nicht gerne haken, Zeit sparen und strenge Gerüche an den Händen vermeiden wollen. Besonders einfach geht das mit Pressen, bei denen die Zehen nicht geschält werden müssen. Lediglich der Knobi King von Leifheit funktioniert in unserem Test nur mit geschälten Exemplaren. Sein Vorteil ist jedoch die Effizienz, ebenso wie bei dem hochwertigen Modell von Kuhn Rikon. Der teuerste Testkandidat zeigt gute Ergebnisse in Funktion und Handhabung und punktet in der Verarbeitung. Schnell, einfach und effektiv Knoblauch zerkleinern, das können ebenso die preisgünstigsten Testkandidaten. Das Säubern der Modelle ist teilweise etwas umständlich. Um dem Reinigungsaufwand zu entgehen, ist es gut beim Kauf schon darauf zu achten, dass der Küchenhelfer robust und spülmaschinenfest ist.

Technische Daten

 

SIEGER PREIS/LEISTUNG

TESTSIEGER

 

Knoblauchpressen

Kuhn Rikon

Edelstahl-Knoblauchpresse 2315

Leifheit

Knobi King

Oxo

Good Grips Knoblauchpresse

Rosenstein & Söhne

NX-2966

 

Technische Daten

Marktpreis*/UVP

62 Euro*/65 Euro

12 Euro*/18 Euro

12 Euro*/23 Euro

7 Euro*/20 Euro

Gewicht

315 g

115 g

360 g

200 g

Maße (Breite × Höhe × Tiefe)

23 × 4 × 6 cm

15 × 5 × 14 cm

18 × 5 × 3 cm

16 × 3 × 5 cm

Material

Edelstahl

Kunststoff, Edelstahl

Kunststoff, Edelstahl

Edelstahl

Austattung & Zubehör

  • Benutzung ohne Schälen möglich

  • spülmaschinengeeignet

  • spülmaschinengeeignet

  • Benutzung ohne Schälen möglich

  • spülmaschinengeeignet

  • rutschfester Griff

  • integrierter Reiniger

  • Benutzung ohne Schälen möglich

  • spülmaschinengeeignet

*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren

Autor: Janine Reichert

Bildquelle:

  • Test_Knoblauchpressen_Galerie01: © Auerbach Verlag
  • Test_Knoblauchpressen_Galerie02: © Auerbach Verlag
  • Test_Knoblauchpressen_Galerie03: © Auerbach Verlag
  • Kuhn Rikon Edelstahl-Knoblauch­presse 2315: © Kuhn Rikon
  • Leifheit Knobi King: © Leifheit
  • Oxo Good Grips Knoblauchpresse: © Oxo
  • Rosenstein_Soehne NX-2966: © Rosenstein & Söhne
  • Test_Knoblauchpressen_Startbild: © Auerbach Verlag