Beim Zerkleinern von Kräutern sind Wiegemesser eine große Hilfe. Ohne Festhalten des Schnittguts sind Petersilie und Schnittlauch flink klein gestückelt. Doch der Markt ist groß und die Hersteller bieten verschiedene Bauformen. Wir prüfen, welche Messer am besten in der Hand liegen. Lesen Sie mehr in unserem Wiegemesser Test 2020.

Die Testgeräte im Wiegemesser Test 2020

Wiegemesser:
WMF Wiegemesser 18 cm
F. Dick Wiegemesser, 23 cm
Kuhn Rikon Wiegemesser
Rösle Wiegemesser mit Bambusbrett

Beim Zerkleinern von Kräutern sind Wiegemesser eine große Hilfe. Das klassische Festhalten des Schnittguts und die allgegenwärtige Gefahr, sich beim Schneiden der Kräuter die Fingerkuppen der festhaltenden Hand zu verletzen, entfällt bei diesen Messern. Die wiegende Handbewegung schneidet senkrecht in das Schnittgut, ohne dieses auf dem Schneidebrett zu verschieben. Auch größere Mengen des Schnittguts wie Petersilie und Schnittlauch lassen sich flink und ermüdungsfrei klein stückeln. Doch der Markt ist groß und die Messerhersteller bieten verschiedenste Bauformen und -größen. Wir legen los.! Schon beim Entnehmen der Messer aus der Verpackung zeigen sich große Unterschiede der Testkandidaten. Das kleinste Messer ist für den Einhandbetrieb gedacht und schneidet mit einer einzelnen Klinge. Das größte Messer lässt keine Zweifel, im Zweihandbetrieb auch größeres Gemüse klein zu bekommen. Wir merken schnell, dass es je nach Einsatzzweck einen anderen Favoriten geben wird.

Aufgrund der Einzelklinge empfinden wir das Arbeiten mit diesem Messer als etwas kippelig und weniger gezielt

Die Eigenschaften

Alle vier Messer sind für die Arbeiten in privaten Küchen konzipiert. Aufgrund der unterschiedlichen Bauformen ergeben sich große Unterschiede im Handling, Flexibilität und Aufbewahrung. Messer für Einhandbedienung Kuhn Rikon und Rösle setzen auf Einhandbedienung. Das günstigste Testmodell von Kuhn Rikon spart viel Platz in der Küche und passt problemlos in die Besteckschublade. Auch als Hilfe beim Schneiden von Fleischstücken bei Tisch bietet es sich an, falls jemand aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen dies nicht mit normalem Besteck erledigen kann. Das Rösle-Messer besteht nur aus einem einzigen Material für Griff und Klinge und wird mit mit passendem hölzernem Schneidebrett geliefert.

Durch die Doppelklinge ist das Schnittgut flink zerkleinert, aber es zeigen sich deutliche Schwächen beim Gebrauch: Alle Tester vermissen auf den polierten Seitenflächen einen sicheren Grip für die Fingerkuppen. Je nach Handgröße bewerten die Tester die Messergröße unterschiedlich: bei Frauenhänden liegt das Messer brauchbar in der Hand, während Männer die Sorge haben, mit den Fingerkuppen zu nah zu den Klingen zu rutschen. Für einen Alltagsgegenstand wirkt die Fertigung aus einem Stück Metall unangemessen und wir vermissen vor allem einen sicheren, fingerschützenden Griff. Die Tester freuen sich bei den beiden nun folgenden Messern über deutlich höhere Sicherheit beim Schneiden durch die Bediengriffe, die weit entfernt von der Schneidklinge das Verletzungsrisiko minimieren.

Die konische Form des Griffes ermöglicht kräftiges, sicheres Zupacken. Die Finger sind dabei weit entfernt von der sehr scharfen Klinge

Auf den ersten Blick wirkt das Messer von WMF zierlich und elegant. Die männlichen Testpersonen finden die Griffe klein und können je Griff nur drei Finger zum Zugreifen benutzen. Da haben es die weiblichen Tester deutlich komfortabler: ihre Hände passen perfekt zu den Griffen und im Gegensatz zu den Einhandmessern sind keinerlei Klagen zu vernehmen. Das wertige Design ist äußerst gelungen und das Messer ist ein echter Blickfang. Die weiblichen Tester haben schon vor dem ersten echten Einsatz des Messers einen Design-Sieger gefunden, während die Tester mit größeren Händen auf den nächsten Kandidaten hoffen. Als letztes Messer im Test wird das Messer von F. Dick ausgepackt. Es wirkt wie der deutlich größere Bruder des WMF-Messers. Und diesmal ist die Meinung der Tester genau gegenteilig zum WMF-Messer: Die großen Griffe sind für kleinere Hände nur schwer zu fassen, wobei das Gewicht und die Größe ja gerade mehr Grip erfordern. Die männlichen Tester freuen sich hingegen, endlich mit allen Fingern zupacken zu können und die Proportionen des Messers passen besser zu den großen Händen. Der direkte Schnittvergleich Nachdem wir zunächst nur das Design und die Griffigkeit der Messer begutachtet haben, dürfen diese nun zeigen, was sie wirklich können.

Wir beginnen wieder bei den Einhandmessern und bemerken, dass das Kuhn Rikon-Messer deutlich besser geführt werden kann als das Rösle-Messer, dessen fehlende Griffigkeit nun zu unsicherem Handling führt. Das metallische Rösle-Design wirkt natürlich hochwertiger als das Plastik-Design des Kuhn Rikon-Messers, aber das Handling eines Messers bewerten wir viel höher als das Design. Allenfalls die Haltbarkeit der Plastikteile müsste sich noch in einem Langzeittest beweisen. Weiter geht es im Test mit den beidhändig geführten Messern. Durch deren Bauform und die Zweihandbedienung lassen sich die Messer von WMF und F. Kuhn viel sicherer und gezielter führen. Das Ergebnis ist klar erkennbar: die Tester attestieren beiden Messern gelungenes Design und gutes Handling. Die Schnitte erfolgen gezielt und der Bewegungsablauf ist deutlich geschmeidiger. Das größte getestete Messer von F. Dick verliert dabei auf der Zielgeraden gegen WMF, da es für die Schnittaufgaben in Hinsicht auf Schnittgut und -menge überdimensioniert wirkt. Kräuter wirken zwischen dessen wuchtigen Klingen geradezu verloren und die Tester mussten oft genauer hinsehen, wie sie das Schnittgut am besten auf dem Schneidebrett anordnen, damit sie es mit dem Messer verarbeiten können. Nach getaner Arbeit ist die Reinigung der großen Klingen ebenfalls erschwert und wir fürchten Verletzungen, als wir die Innenseiten der Messer säubern wollen. Der Platzverbrauch des Messers von F. Kuhn fällt dann auch noch beim Verstauen des Messers auf und aufgrund der Größe wird es vermutlich auf vielen Arbeitsplatten abgestellt werden. Beim WMF-Messer bestehen all diese Schwierigkeiten nicht: Der Platz auf dem Schneidebrett bleibt übersichtlich und alle Tester empfinden das Größenverhältnis von Messer zum Schnittgut als ideal.

Eine Kunststoffhülle soll bei Rösle für den geeigneten Schutz der Klinge während der Aufbewahrung sorgen

Fazit

Bei den den Einhandmessern ist unser Favorit in Bezug auf Schnittergebnis und Sicherheit Kuhn Rikon. Die Zweihandmesser sind den Einhandmessern in Schneide-Ergebnis, Schnittführung, Design und Haptik weit überlegen. Erst im direkten Vergleich mit verschiedenen Testpersonen finden wir belastbare Unterschiede im Handling. Die kleinen WMF-Griffe erweisen sich dabei als flexibler und als somit der bessere Kompromiss, sofern das Messer von Personen mit unterschiedlichen Handgrößen verwendet wird und nicht nur auf eine Handgröße optimiert sein soll.

Technische Daten

 

SIEGER PREIS/LEISTUNG

 

TESTSIEGER

Wiegemesser

F. Dick

Wiegemesser, 23 cm

Kuhn Rikon

Wiegemesser

Rösle

Wiegemesser mit
Bambusbrett

WMF

Wiegemesser 18 cm

 

Technische Daten

Marktpreis*/UVP

55 Euro*/86 Euro

14 Euro*/k. A.

46 Euro*/60 Euro

38 Euro*/40 Euro

Gewicht

438 g

87 g

193 g

264 g

Gesamtlänge/Klingenlänge

23 cm/23 cm

15 cm/12 cm

16 cm/16 cm

18 cm/18 cm

Messertyp

Zweihandmesser

Einhandmesser

Einhandmesser

Zweihandmesser

Klingenanzahl

2

1

2

2

Material Klinge/Griff

Edelstahl 18/10/Kunststoff

Japanischer Edelstahl/Kunststoff

Edelstahl 18/10

Spezialklingenstahl/Edelstahl 18/10

Ausstattung & Zubehör

  • Klingenschutz aus Kunststoff

  • Klingenschutz aus Kunstoff

  • Wiegemesserbrett aus Bambus mit Edelstahlgriff

*zum Redaktionsschluss, tagesaktueller Preis kann variieren

Autor: Andreas Müller

Bildquelle:

  • Test_Wiegemesser_Galerie01: © Auerbach Verlag
  • Test_Wiegemesser_Galerie02: © Auerbach Verlag
  • Test_Wiegemesser_Galerie03: © Auerbach Verlag
  • F_Dick Wiegemesser 23 cm: © F.Dick
  • Kuhn Rikon Wiegemesser: © Kuhn Rikon
  • Roesle Wiegemesser mit Bambusbrett: © Rösle
  • WMF Wiegemesser 18 cm: © WMF
  • Test_Wiegemesser_Startbild: © Auerbach Verlag