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Ob für Tee, Brühe oder Nudelwasser: Ein Wasserkocher ist ein Pflichtgerät für jede Küche. Der muss nur eines können: Wasser zum Kochen bringen. Doch dabei gibt es Unterschiede. Beim Test von einem Dutzend Exemplaren haben wir jede Menge Details heraus­gearbeitet, vor allem positive. Lesen Sie mehr in unserem Wasserkocher Test 2024.

Die Testgeräte im Wasserkocher Test 2024

Wasserkocher mit Temperaturwahl:
Rommelsbacher WK 3000
Lebenlang LBE2662
WMF Lumero Multi-Wasserkocher
Eta Crystela Premium ETA915390000
Caso Selection WK 2200
Gastroback Design Tea Aroma Plus 42434
Gastroback Design Wasserkocher Pour Over Advanced 42329
Wasserkocher ohne Temperaturwahl:
Eta Storio 9186
Caso Classico WK 2200
Schneider SCKEN17 Fjord Line
Rosenstein & Söhne NC-3651
Lebenlang LBL2319

Was ist der wichtigste Testfaktor für Wasserkocher? Tatsächlich ist es nicht nur die Zeit bis zum Sieden der Flüssigkeit. Ebenso wichtig ist, ob man das heiße Wasser ohne Kleckern oder Tropfen in Tassen oder Töpfe fließen lassen kann.

Sicher haben auch Sie irgendein Küchengerät oder Behältnis, das eine Gießtülle besitzt, die ab und an kleine Pfützen auf dem Herd oder Tisch hinterlässt. Unser Testteam urteilt hier gnadenlos, nicht ein winziges Tröpfchen, das danebengeht, wird verziehen.

So unterschiedlich sind die Designs der Wasserkocher: Schneider gestaltet seinen 1,7-l-Kocher petrolblau und mit Holzimitat
So unterschiedlich sind die Designs der Wasserkocher: Schneider gestaltet seinen 1,7-l-Kocher petrolblau und mit Holzimitat

Doch hier haben wir gleich gute Nachrichten und ein großes Lob für alle Hersteller: Das Ausgießen von kochendem Wasser funktioniert bei jedem Kocher perfekt. Der Faktor Zeit spielt im Fall, wenn Wasser für eine wohlig duftende Tasse Tee benötigt wird, eher keine Rolle.

Tee steht für Muße, für mentales Herunterfahren – da ist für Hektik schon bei der Vorbereitung kein Platz. Doch wenn beim Kochen 1 Liter (l) siedendes Wasser benötigt wird, um zum Beispiel etwas ohne Temperaturverlust abzulöschen, muss es oft schnell gehen.

Etas Crystela bietet freie Blicke durchs Glas aufs sprudelnde Wasser
Etas Crystela bietet freie Blicke durchs Glas aufs sprudelnde Wasser

Hier zeigt unser Test eine recht große Bandbreite. Während der schnellste Wasserkocher von Rommelsbacher lediglich 2:42 Minuten (min) braucht, lässt sich Gastrobacks Design-Wasserkocher mit 7:04 min sehr viel Zeit.

Auch der Gastroback Tea Aroma Plus ist mit mehr als 6 min sehr langsam. Die Durchschnittsdauer, um Wasser von etwa 18 Grad Celsius (°C) auf 100 °C zu erhitzen, beträgt im Testfeld etwa 4 min. Das spricht aber nicht gegen Gastrobacks Ausnahmegerät, denn der Design Kocher ist mit seinem Schwanenhals und Gießkannen-Design vor allem ein Fall für dekorative Designküchen. Und der Teebereiter hat viele tolle Extras für Teefans.

Effiziente Wasserkocher im Test

Bleiben wir auf der technischen Ebene, nehmen sich alle Geräte beim Energieverbrauch und der Hitzezuverlässigkeit fast nichts. Zwischen dem energiesparendsten Gerät Eta Storio und dem verschwenderischsten Edelstahl-Kocher von Rosenstein & Söhne liegen nur Strömchen-Unterschiede: 0,094 Kilowatt pro Stunde (kW/h) zu 0,129 kW/h.

Das Sichtfenster im Caso Classico ist durch seine Beleuchtung optimal einsichtlich
Das Sichtfenster im Caso Classico ist durch seine Beleuchtung optimal einsichtlich

Den Kocher Lebenlang LBL2319 nehmen wir im Vergleich hier herraus, weil er mit 500 Millilitern (ml) Fassungsvermögen ein kleines Spezialgerät darstellt, das entsprechend mit geringen 0,064 kW/h Energieverbrauch auskommt, um Wasser zum Blubbern zu bringen. Auch messen wir, ob alle Kocher die 100 °C erreichen. Der WMF Lumero begnügt sich zum Beispiel mit 98 °C, was aber zu vernachlässigen ist.

Wasserkocher die heiß werden

Es liegt in der Natur der Sache, dass der Korpus eines Wasserkochers bei siedendem Wasser heiß wird und nicht angefasst werden sollte. Das ist bei allen Geräten so, die von „sehr heiß“ bis „knallheiß“ zum Verbrennen der Finger neigen. Allerdings ist auch hier wieder der kleine Lebenlang die große Ausnahme: Der Kocher wird lediglich etwas warm. Die gute Nachricht: Alle Testgeräte halten ihr Versprechen, dass ihr Griff kühl bleibt.

Der Selection überzeugt durch seine extragroße Digitalanzeige
Der Selection überzeugt durch seine extragroße Digitalanzeige

Ebenso lobenswert: Nicht ein einziger Deckel löst sich auch beim sehr schrägen Gießen, selbst wenn er nur einrastet und nicht geschraubt wird. Was also unterscheidet die zwölf Geräte denn überhaupt voneinander? Zunächst einmal die grundsätzliche Bauart: Geräte, die Wasser einfach zum Kochen bringen, und solche, die eine Temperaturwahl ermöglichen.

Gastrobacks Design-Wasserkocher liefert für Tee- und Kaffeefreunde einen Porzellanfilter mit
Gastrobacks Design-Wasserkocher liefert für Tee- und Kaffeefreunde einen Porzellanfilter mit

Erstere sind die „Arbeitstiere“ in der Küche, letztere ein Muss für Teefans. Denn hier gilt bereits bei den Grundsorten eine sehr differenzierte Temperatureinteilung: Schwarzer Tee brüht perfekt bei 95 °C, grüne und weiße Tees entfalten bei 80 °C ihr volles Aroma. Eines eint alle Kocher: Hat das Wasser seine Zieltemperatur erreicht, schalten sie automatisch ab.

Wasserkocher und Kalk-Filter

Alle reinen Wasserkocher besitzen Antikalkfilter, fast alle zudem Sichtfenster für die Wasserstandsanzeige und jedes Exemplar schicke Details. Schneiders 1,7-l-Wasserkocher sieht in seinem pastellenen Blau und mit dem Holzimitat-Griff richtig hübsch aus und zeigt mit einem blauen LED-Licht, dass er arbeitet. Lebenlangs LBL2319 wirkt in seiner schwarzen Optik sehr smart und macht Eindruck mit seinem roten Leuchtring, wenn er kocht.

Der Storio von Eta sieht sehr edel aus in seinem Metalldesign und mit seiner großen, kurzen Tülle, die den Wasserstrahl beim Ausgießen regelrecht bündelt. Das Modell gibt es in drei Farben. Trotz des Metalls zeigt der Korpus keine Fingerabdrücke, wenn man ihn berührt. Hier leuchtet blaues LED-Licht im Startknopf. Casos Classico WK 2200 macht seinem Namen alle Ehre: Der schicke Metallkocher folgt einer bewährten Bauform, die eine Kabelaufwicklung in der Basis beinhaltet.

WMF kommt als Multikocher mit Teesieb und Glaseinsatz für das Aufwärmen von Babynahrung
WMF kommt als Multikocher mit Teesieb und Glaseinsatz für das Aufwärmen von Babynahrung

Eine Ausnahme bildet hier der Edelstahl-Wasserkocher von Rosensein & Söhne, der eigentlich ein Widerspruch in sich ist: Auf der langen Platte bringt eine Edelstahlkanne im Steampunk-Design das Wasser zum Kochen, eine Glasteekanne wartet derweil auf ihrer Warmhalteplatte darauf, genutzt zu werden. Mit der großen analogen Temperaturanzeige lässt sich die Hitze des Wassers zwar gut ablesen, aber eine Temperatureinstellung fehlt.

Man muss also warten, bis das Wasser nach dem Kochen auf zum Beispiel gewünschte 80 °C abkühlt oder schon vorher den Kocher von der Platte nehmen. Eine – allerdings sehr hübsche – Spielerei. Die Wasserkocher mit Temperaturwahl finden optisch immer ein Pendant zu den herkömmlichen Geräten. In jedem Fall ist die Einstellung der Zieltemperatur kein Hexenwerk, sondern wird von jedem Hersteller so einfach wie möglich angeboten.

Gastrobacks Tea Aroma Plus ist Service pur für Teefans: Mittels Schnellregler wird das Wasser passend zum Tee erhitzt
Gastrobacks Tea Aroma Plus ist Service pur für Teefans: Mittels Schnellregler wird das Wasser passend zum Tee erhitzt

Dabei regelt der eine Teil der Kocher die Temperaturwahl in der Basis – so wie Etas Crystela Premium – oder direkt am Korpus des Kochers, wie zum Beispiel Caso in seinem Selection WK 2200. Fast alle Geräte arbeiten mit festgelegten Temperaturstufen, die entweder durch Plus-/Minus-Tasten an der Basis oder am Korpus eingestellt werden. Lebenlangs LBE2662 löst die Regulierung zum Beispiel durch einen Drehknopf am Korpus.

Ein Plus dieses Geräts ist auch die Warmhaltefunktion und das elegante Platzieren des Wasserstandsichtfensters unter dem großen geschwungenen Griff. Letzteres macht auch Casos Selection WK 2200 so, doch ist der Blick auf den Wasserstand hier durch den Griff ziemlich verbaut.

Wasserkocher mit Tee-Funktion

Zwei Wasserkocher bieten zudem mehrere Funktionen in einem Gerät. Der Crystela von Eta besitzt ein einsetzbares Metallsieb, mit dem das Glasexemplar direkt zum Teekocher wird. WMFs Lumero geht noch mehrere Schritte weiter. Auch hier macht ein Metallsieb den Wasserkocher zum Teebereiter. Mit dem mitgelieferten Glaseinsatz lassen sich zudem Babynahrung aufwärmen und Joghurt herstellen. Für alles liefert der WMF eigene Programme.

Eine Taste fürs Wasserkochen leuchtet ebenso wie die Betriebskontrolle
Eine Taste fürs Wasserkochen leuchtet ebenso wie die Betriebskontrolle

Die unterschiedlichen Noten ergeben sich vor allem durch die unterschiedlich langen Zeiten, in denen das Wasser zum Kochen gebracht wird. Wer keinen Wert auf Tempo legt, kann seine Kaufentscheidung daher beruhigt davon abhängig machen, ob ein Wasserkocher auch manuelle Temperaturen für die Teebereitung liefert oder nicht. Am Ende ist es sogar das Design, das zur Entscheidung führen kann. Denn lassen wir die Stoppuhr weg, können wir das gesamte Testfeld empfehlen.

Dieser Test erschien in der Ausgabe 2/2024 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres elektrischen Wasserkocher-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren Wasserkocher 
Funktion: Zur Bewertung der Kochdauer werden in mehreren Testreihen definierte Mengen Wasser erhitzt und die benötigte Zeit genommen und bewertet, parallel wird der Energieverbrauch für die Note der Ökologie ermittelt. Für Wasserkocher mit Temperaturwahl wird für die Temperaturgenauigkeit zusätzlich die Abweichung zwischen eingestellter und tatsächlich erreichter Temperatur ermittelt und bewertet.
Sicherheit: Die Sicherheit und Unversehrtheit der Nutzenden stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass Nutzenden durch Klemmen, Verbrennen und dergleichen Schäden entstehen. Ebenfalls fließt die Standfestigkeit in die Note ein.
Handhabung: Für den Ausguss der Geräte bewertet die Testredaktion, wie gut die Dosierung des erhitzten Wassers gelingt und ob ungewolltes Tropfen an der Tülle beim Ausgießen vorkommt. Die Testredaktion beurteilt zudem die Bedienfreundlichkeit anhand der Ergonomie der Bedienelemente, der Skala, der allgemeinen Handlichkeit, des Deckelmechanismus’ sowie – sofern vorhanden – der Temperaturwahl am Gerät. Die Reinigung erfolgt nach Vorgaben der Bedienungsanleitung. Hier wird die Einfachheit der Reinigung der Geräte (ggf. ihrer Einzelteile) von innen und außen bewertet. Die Bedienungsanleitung wird anhand der Qualität (Bebilderung, Struktur, Anwendungs- und Pflegetipps sowie Schriftgröße) bewertet.
Verarbeitung: Bewertet wird die allgemeine Wertigkeit und das Nicht- bzw. Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten, die Größe von Spalten und Ritzen sowie die Passgenauigkeit aller modularen Teile.
Ökologie: Der Energieverbrauch wird während der Testreihen gemessen und bewertet. Ebenfalls wird die Verpackung unter ökologischen Gesichtspunkten bewertet.

Autor: Stefan Michaelis

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