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Wasserkocher sind eine tolle Erfindung, denn sie sparen uns jede Menge Zeit. Deshalb sind sie in den meisten Haushalten auch fast täglich im Einsatz. Heißes Wasser wird schließlich nicht nur zur Teezubereitung benötigt, sondern auch zum Kochen. Welche Modelle dabei am meisten überzeugen können, zeigt unser Test. Lesen Sie mehr in unserem Wasserkocher Test 2022.

Die Testgeräte im Wasserkocher Test 2022

Wasserkocher ohne Temperaturwahl:
Tefal KI5338
Braun WK 1100BK
Melitta Prime Aqua mini
Philips HD9365
Syntrox WK-2200W
Koenic KWK 2220
Grossag WK 6.07
Wasserkocher mit Temperaturwahl:
Caso WK 2100 compact
Koenic KWK 22221
AEG K7-1-6BP
Beem 08851 Tea-Switch
Severin WK 3422
WMF Kineo
Graef WK 502
Grossag WK 8.00

Dieser Test erschien in der Ausgabe 2/2022 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Wasserkocher-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Wer auf der Suche nach einem neuen Wasserkocher ist, kann von der großen Menge an Modellen schnell überfordert sein. Dabei ist das Grundprinzip bei allen Geräten dasselbe. Durch ein Heizelement im Kocher wird das darin befindliche Wasser erhitzt. Bei älteren Modellen war die dafür zuständige Heizspirale im Inneren noch sichtbar, bei neueren Geräten ist das Heizelement hingegen im Kannenboden integriert. Das hat vor allem den Vorteil, dass sich daran kein Kalk absetzen kann, wodurch wiederum die Reinigung vereinfacht wird.

Der Deckel lässt sich beim Wasserkocher von Philips nicht per Knopfdruck öffnen, sondern muss per Hand abgenommen werden
Der Deckel lässt sich beim Wasserkocher von Philips nicht per Knopfdruck öffnen, sondern muss per Hand abgenommen werden

Trotz dieser einfachen Wirkungsweise, die bei allen Modellen gleich ist, gibt es doch erhebliche Preisunterschiede. So sind einige unserer Testkandidaten schon für 20 Euro im Handel erhältlich, während andere fast 100 Euro kosten. Woran das liegt und ob sich die Mehrkosten lohnen, verraten wir Ihnen im Test.

Das richtige Material

Ein Hauptgrund für die Preisunterschiede liegt im verwendeten Material. Da gibt es neben günstigeren Modellen aus Plastik auch Wasserkocher aus Edelstahl. Die machen nicht nur einen hochwertigeren Eindruck in der Küche, sondern sind in der Regel auch robuster. Allerdings ist das Gehäuse in den meisten Fällen auch anfälliger für Fingerabdrücke und somit aufwändiger zu reinigen. Wirklich etwas her machen aber auch die Modelle mit Glaskanne. Denn bei denen kann man dem Wasser beim Kochen zusehen. Bei einigen Geräte, wie etwa den beiden Testkandidaten von Koenic, wird die Kanne von innen auch noch farbig beleuchtet.

Der Koenic mit Temperaturwahl kann durch eine Öffnung im Deckel befüllt werden, ohne dass dieser abgenommen werden muss
Der Koenic mit Temperaturwahl kann durch eine Öffnung im Deckel befüllt werden, ohne dass dieser abgenommen werden muss

Diese schönen Äußerlichkeiten sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Glaskannen vergleichsweise reinigungsintensiv sind. Vor allem bei kalkhaltigem Wasser hinterlässt die Nutzung hier ihre Spuren an der Innenseite der Glaskanne. Modelle aus Kunststoff lassen sich hingegen meist leicht ausspülen und abwischen. Nicht in jedem Fall sind Wasserkocher mit einem Gehäuse aus Kunststoff auch automatisch minderwertiger verarbeitet. Das beweisen unter anderem die Testkandidaten von Philips oder AEG. Welches Material am Ende bevorzugt wird, bleibt also doch eher eine Geschmacksfrage. Worauf es wirklich ankommt ist ja auch weniger das Design als vielmehr die Funktionalität.

Die mitgelieferte Halterung beim Wasserkocher von Graef kann zum Erwärmen von Babyfläschchen und Ähnlichem genutzt werden
Die mitgelieferte Halterung beim Wasserkocher von Graef kann zum Erwärmen von Babyfläschchen und Ähnlichem genutzt werden

Mehr als Wasserkochen

Schaut man sich die Funktionen der einzelnen Geräte genauer an, fällt ein Unterschied besonders ins Auge: Bei einigen Kandidaten kann die Temperatur eingestellt werden, während das bei anderen nicht möglich ist. Um fair zu bleiben, werden die Modelle deshalb in zwei Gruppen geteilt, denn die Zusatzfunktion schlägt sich in der Regel auch in einem höheren Preis nieder. Ob sich diese Mehrkosten lohnen, hängt in erster Linie davon ab, wofür der Wasserkocher genutzt werden soll.

Der kleine Wasserkocher von Grossag ist mit zwei Bechern und Löffeln ausgestattet und damit der ideale Reisebegleiter
Der kleine Wasserkocher von Grossag ist mit zwei Bechern und Löffeln ausgestattet und damit der ideale Reisebegleiter

Geht es nur darum, mit dem Wasserkocher ab und zu nachzuhelfen, dass das Nudelwasser schneller kocht, dann tut es auch ein Gerät ohne Temperatureinstellung. Diese haben den Vorteil, dass sie sich meist sehr unkompliziert bedienen lassen. Für wahre Teeliebhaber bietet sich hingegen ein Modell mit Zusatzfunktionen an, da weißer oder grüner Tee im Idealfall nicht mit kochendem Wasser aufgebrüht werden sollte. Speziell auf diese Bedürfnisse zugeschnitten ist der Kandidat von Severin, der nicht nur über 14 Temperaturstufen von 40 bis 100 Grad Celsius verfügt, sondern darüber hinaus fünf Teeprogramme besitzt und sogar ein Teesieb. Dieses wird automatisch abgesenkt, wenn das Wasser die richtige Temperatur erreicht hat.

Der hochwertige Wasserkocher mit Temperatureinstellung von WMF ist mit einem ansprechenden Touchbedienfeld ausgerüstet
Der hochwertige Wasserkocher mit Temperatureinstellung von WMF ist mit einem ansprechenden Touchbedienfeld ausgerüstet

Daneben verfügen alle Modelle aus dieser Gruppe, bis auf den Kocher von WMF, auch über eine Warmhaltefunktion. Dank dieser wird das Wasser nach Beendigung des Aufheizvorgangs automatisch noch für einige Zeit, in der Regel etwa 30 bis 40 Minuten, auf der jeweiligen Temperatur gehalten. Neben der Zubereitung von Tee eignen sich die Modelle mit Temperatureinstellung auch ideal für die Erwärmung von Babynahrung. Auf niedrigster Stufe lässt sich diese in kurzer Zeit erhitzen. Der Kocher von Graef ist dafür sogar mit einer Halterung für Babyfläschchen und Ähnliches ausgestattet, die in die Kanne gehängt werden kann. Letztlich zählt aber nicht nur, was der Wasserkocher alles kann, sondern vor allem, wie gut er es kann. Was die Einhaltung der voreingestellten Temperatur betrifft, können beispielsweise die Modelle von WMF, Graef und Koenic mit der höchsten Genauigkeit punkten.

Beim Retromodell von Syntrox wird die Temperatur stilecht über ein Thermometer an der Front des Wasserkochers angezeigt
Beim Retromodell von Syntrox wird die Temperatur stilecht über ein Thermometer an der Front des Wasserkochers angezeigt

Wer ist der Schnellste?

In Bezug auf die Kochdauer hat der Kandidat von Tefal bei den Geräten ohne Temperatureinstellung knapp die Nase vorn. Er benötigt nur 192 Sekunden um 1 Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Aber auch die Kocher von Melitta, Syntrox und Braun können in diesem Bereich sehr gute Ergebnisse erzielen. Am langsamsten ist hingegen das Modell von Grossag, das fast 40 Sekunden länger braucht. Und das, obwohl dieses Gerät durch sein geringeres Fassungsvermögen nur mit 0,5 Liter befüllt werden kann. In puncto Effizienz kann wiederum der Kandidat von Melitta überzeugen, da er nur 9 Sekunden langsamer ist als der Kocher von Tefal, dabei aber weniger Strom verbraucht.

Hingucker: Bei den beiden Glasmodellen mit Bodenbeleuchtung von Koenic kann man dem Wasser beim Kochen zusehen
Hingucker: Bei den beiden Glasmodellen mit Bodenbeleuchtung von Koenic kann man dem Wasser beim Kochen zusehen

Bei den Modellen mit Temperatureinstellung sind es die Geräte von Caso, Severin und Beem, die am wenigsten verbrauchen. Sparsamer ist, wie auch bei den Geräten ohne Temperaturwahl, nur der Kandidat von Grossag, was sich aber durch das geringe Fassungsvermögen relativiert. Am schnellsten ist in dieser Gruppe das Modell von Caso, während das kleine Reisemodell von Grossag wiederum das Schlusslicht bildet.

Welcher Wasserkocher ist der beste?

Damit die Nutzung des Wasserkochers im Alltag nicht unnötig Nerven kostet, spielt auch die Handhabung eine wichtige Rolle. Denn nichts stört mehr, als ein Gerät, das beim Ausgießen ständig tropft oder dessen Bedienfeld so unübersichtlich oder schwergängig ist, dass die Einstellung jedes Mal viel zu viel Zeit kostet. Die meisten dieser Mängel sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen, sondern offenbaren sich erst während der Nutzung. So stellt sich zum Beispiel das Bedienfeld des edlen Designwasserkochers von Graef als sehr sensibel heraus. Sobald sich nur ein Wassertropfen auf der Station befindet, reagiert das Touchpad nicht mehr gut. Auch dass der Ausguss bei den beiden Modellen von Koenic hin und wieder tropft, ist nicht von vornherein ersichtlich.

Das Modell von Severin verfügt über ein Teesieb, welches je nach Programmeinstellung zum richtigen Zeitpunkt abgesenkt wird
Das Modell von Severin verfügt über ein Teesieb, welches je nach Programmeinstellung zum richtigen Zeitpunkt abgesenkt wird

Worauf aber auch schon beim Kauf geachtet werden sollte, ist die Größe der Kannenöffnung. Denn eine große Öffnung, wie sie unter anderem die Modelle von Braun und Melitta haben, macht das Befüllen deutlich leichter. Auch der Wasserkocher von Philips hat eine große Kannenöffnung, aber der Deckel muss jedes Mal abgenommen werden, was die Bedienung wiederum umständlicher macht.

Das fällt noch mehr beim Retromodell von Syntrox auf, bei dem der Deckel etwas schwergängig ist und die Öffnung zudem erheblich kleiner. Der geschwungene Haltegriff ist beim Befüllen ein zusätzliches Hindernis, da er dem Wasserhahn in die Quere kommen kann. Modelle, bei denen der Deckel per Druckknopf aufspringt, so wie bei den restlichen Testkandidaten, sind da doch etwas komfortabler.

Dieser Test erschien in der Ausgabe 2/2022 der HAUS & GARTEN TEST. Dort finden Sie die Ergebnisse unseres Wasserkocher-Tests mit allen technischen Details, Auswertungen und unserem Testurteil. Auch als E-Paper zum Sofort-Download!

Testverfahren
Funktion: Zur Bewertung der Kochdauer werden in mehreren Testreihen definierte Mengen Wasser erhitzt und die benötigte Zeit genommen und bewertet, parallel wird der Energieverbrauch für die Note der Ökologie ermittelt. Für Wasserkocher mit Temperaturwahl wird für die Temperaturgenauigkeit zusätzlich die Abweichung zwischen eingestellter und tatsächlich erreichter Temperatur ermittelt und bewertet.
Handhabung: Für den Ausguss der Geräte bewertet die Testredaktion, wie gut die Dosierung des erhitzten Wassers gelingt und ob ungewolltes Tropfen an der Tülle beim Ausgießen vorkommt. Sie beurteilt zudem die Bedienfreundlichkeit anhand der Ergonomie der Bedienelemente, der Skala, der allgemeinen Handlichkeit, des Deckelmechanismus‘ sowie – sofern vorhanden – der Temperaturwahl am Gerät. Die Reinigung erfolgt nach Vorgaben der Bedienungsanleitung. Hier wird die Einfachheit der Reinigung der Gertäe (oder ihrer Einzelteile) von innen und außen bewertet. Die Bedienungsanleitung wird anhand der Qualität (Bebilderung, Struktur, Anwendungs- und Pflegetipps sowie Schriftgröße) bewertet.
Ökologie: Der Energieverbrauch wird während der Testreihen gemessen und bewertet. Ebenfalls wird die Verpackung unter ökologischen Gesichtspunkten bewertet.
Verarbeitung: Bewertet wird die allgemeine Wertigkeit und das Nicht- oder Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten, sowie die Größe von Spalten und Ritzen, außerdem die Passgenauigkeit aller modularen Teile.
Sicherheit: Die Sicherheit und Unversehrtheit der Nutzenden stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass Nutzenden durch Klemmen, Verbrennen und dergleichen Schäden entstehen. Ebenfalls fließt die Standfestigkeit in die Note ein.
 

Autorin: Dorothee Wagner

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Bildquelle:

  • Test_Wasserkocher 2022: © Auerbach Verlag, Braun